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Komische Oper Berlin: Carl St. Clair wird neuer Generalmusikdirektor

Carl St. Clair wird der neue Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Somit steht der Nachfolger von Kirill Petrenko fest, dessen Vertrag mit der laufenden Spielzeit endet. Carl St. Clair tritt seinen auf sechs Jahre angelegten Vertrag mit Beginn der Spielzeit 2008/09 an, wird aber schon in der nächsten Saison mit einer Premiere und zwei Konzerten seinen künstlerischen Einstand an der Komischen Oper Berlin geben.

 

Carl St. Clair, seit Beginn der Spielzeit 2005/06 Generalmusikdirektor des
Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar und seit 1990
Music Director des Pacific Symphony in den USA, studierte an der Universität
von Texas Opern- und Orchesterdirigieren bei Walter Ducloux,
einem Schüler von Felix Weingartner und Wilhelm Furtwängler. Leonard
Bernstein, Seiji Ozawa und Kurt Masur zählten zu seinen musikalischen
Mentoren.

 

Auf Vorschlag des Intendanten und Chefregisseurs Andreas Homoki hat der
Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin in seiner gestrigen Sitzung Carl St.
Clair als neuen Generalmusikdirektor der Komischen Oper bestellt. Zuvor
hatte das Orchester ohne Gegenstimme für seine Ernennung votiert.
Andreas Homoki: »Carl St. Clair hat in den letzten Jahren in Weimar eine
sensationelle musikalische Arbeit geleistet. Er ist aus meiner Sicht der ideale
Partner, um die positive Entwicklung der Komischen Oper Berlin konsequent
fortzuführen. Die verabredete Anwesenheit von 6 Monaten und
durchschnittlich 58 Dirigaten pro Spielzeit sind ein Bekenntnis zu nachhaltiger
künstlerischer Arbeit, die für ein profiliertes Ensembletheater wie das
der Komischen Oper Berlin unabdingbar ist.«

 

Neben seiner Arbeit in Weimar und beim Pacific Symphony ist Carl St. Clair
regelmäßig zu Gast bei bedeutenden Orchestern weltweit. Er leitete u. a. die
Sinfonieorchester von Boston, New York, Philadelphia, Los Angeles, San
Francisco, Detroit, Atlanta und Houston in den USA sowie die Bamberger
Symphoniker, Radio-Philharmonie Hannover, das Radio-Sinfonieorchester
Frankfurt, WDR-Sinfonie-Orchester Köln, Frankfurter Museumsorchester
und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg und war Gast bekannter Festivals
wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, Grant Park Festival Chicago,
Pacific Music Festival Japan und Tanglewood.

 

Von 1998/99 bis 2004/05 war Carl St. Clair Ständiger Gastdirigent des SWR
Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, mit dem er unter anderem sämtliche
Sinfonien von Heitor Villa-Lobos für das Label cpo aufnahm. Von 1986 bis
1990 war er Assistant Conductor des Boston Symphony Orchestra und
dirigierte zahlreiche Konzerte in der Symphony Hall, in Tanglewood und auf
Tourneen des Orchesters.
Neben der sinfonischen Tätigkeit widmet sich Carl St. Clair der Oper, die
seit jeher seine große Liebe ist. Er leitete u. a. Rigoletto, La Bohème, Tosca und
Tannhäuser an der Austin Lyric Opera und Die Zauberflöte an der Pacific
Opera. In Deutschland arbeitete er regelmäßig als Gastdirigent an den
Opernhäusern von Bonn und Hannover, bevor er Generalmusikdirektor am
Staatstheater Weimar wurde, wo er soeben eine viel beachtete Neuproduktion
von Wagners Ring begann, die sich über mehrere Saisons erstrecken
wird.

 

Carl St. Clair ist ein starker Befürworter zeitgenössischer Musik und konnte
mit dem Pacific Symphony bereits etliche Kompositionsaufträge an führende
Komponisten unserer Zeit vergeben: zuletzt entstanden William Bolcom’s
Liedzyklus Canciones de Lorca, uraufgeführt von Placido Domingo und Philip
Glass’ Werk The Passion of Ramakrishna sowie ein Cellokonzert für Yo-Yo
Ma von Chen Yi. Einige dieser Werke sind auch auf CD erschienen.
Besondere Beachtung fand eine bei Sony erschienene CD mit späten Werken
von Takemitsu.

 

Unter den Ehrungen, die Carl St.Clair erhielt, ist besonders der National
Endowment for the Arts-Seaver Conductors Award zu erwähnen, die
höchste nationale Auszeichnung in den USA.

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