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"Rausch" - Ein Projekt von Falk Richter und Anouk van Dijk. Text von Falk Richter im Düsseldorfer Schauspielhaus

Premiere 14. April 2012, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

Sieben Tänzer und fünf Schauspieler begeben sich auf die Suche nach dem ultimativen Rausch, einem Ausbruch aus den Zwängen unserer liberalen Kontrollgesellschaft, einem Aufbruch in ein Leben ungeahnter Intensität und unbekannter Freiheit.

 

„You know I used to be so wild and now I am so fragile.“ Mit einem internationalen Ensemble entsteht in einem offenen, langen Recherche-, Schreib- und Probenprozess die Uraufführung Rausch: Sieben Tänzer und fünf Schauspieler begeben sich auf die Suche nach dem ultimativen Rausch, einem Ausbruch aus den Zwängen unserer liberalen Kontrollgesellschaft, einem Aufbruch in ein Leben ungeahnter Intensität und unbekannter Freiheit.

 

Die Paarung der menschlichen Gattung in den urbanen Zentren der westlich Hemisphäre ist ziemlich kompliziert geworden. Die Deregulierungen der neoliberalen Moderne haben im frühen 21. Jahrhundert auch den Heiratsmarkt endgültig entfesselt, die Auswahl möglicher Partner für die kleine wie die große Liebe ist so unübersichtlich wie unendlich verheißungsvoll geworden. Der Rausch der Liebe, unsere letzte Utopie, hat sich in einen heiß umkämpften Markt verwandelt. Und wenn die Liebe gefunden ist, beginnt die Arbeit: an der Beziehung und an sich selbst.

 

Wo finden wir da noch den Rausch der Gefühle, diese alles verzehrende Leidenschaft, die dem Leben Sinn und Tiefe zu geben vermag, diese transzendente Erfahrung, die unsere abgesicherte Alltagsexistenz überstrahlt? Kann sich die heimliche Sehnsucht nach Entgrenzung und Kontrollverlust des Selbst nur noch systemkonform im Konsum- Arbeits- oder Börsenrausch erfüllen? Ist unsere hart erkämpfte Autonomie und Selbstverantwortung als modernes Individuum zu einem Fluch geworden?

 

Dass Künstler wie der Autor und Regisseur Falk Richter und die Choreografin Anouk van Dijk in einem gleichberechtigten Prozess gemeinsame Kunstwerke schaffen, ist eine Seltenheit – ihre Arbeiten Nothing Hurts, Trust und Protect me entstanden in Hamburg sowie an der Berliner Schaubühne und wurden rund um die Welt eingeladen. Das Interesse der beiden Künstler richtet sich auf den seelisch-körperlichen Zustand des modernen Individuums und seine Position im gegenwärtigen ökonomischen System. Aus einer sehr persönlichen Perspektive reflektieren sie Phänomene wie Erschöpfung, Verunsicherung und Vereinzelung – genauso wie den Widerstand dagegen. In Rausch arbeiten Falk Richter und Anouk van Dijk weiter an einer Anatomie der Gefühle am Beginn des 21. Jahrhunderts.

 

Die Musik für die Szenen, Bildern und Atmosphären, die sich wie Tracks zu einem Album fügen, komponiert der in der experimentellen Szene als Star gefeierten australischen Musiker Ben Frost („Arvo Pärt, von Trent Reznor arrangiert“ Wire-Magazin), der damit zum ersten Mal für ein deutschsprachiges Theater arbeiten wird.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Niederländischen Stiftung für darstellende Kunst+, der Gemeinde von Amsterdam und der Botschaft des Königreichs der Niederlande und The Rolex Institute.

Wir danken den Freunden des Düsseldorfer Schauspielhauses für die freundliche und großzügige Unterstützung dieser Produktion.

 

Düsseldorfer Schauspielhaus in einer Koproduktion mit anoukvandijk dance company

 

Mit

Peter Cseri

Lea Draeger

Cédric Eeckhout

Birgit Gunzl

Philipp Fricke

Angie Lau

Gregor Löbel

Steven Michel

Aleksandar Radenković

Jorijn Vriesendorp

Thomas Wodianka

Nina Wollny

 

Regie Falk Richter, Anouk van Dijk

Bühne Katrin Hoffmann

Kostüme Daniela Selig

Musik Ben Frost

Choreografie Anouk van Dijk, Falk Richter

Licht Carsten Sander

Dramaturgie Jens Hillje

 

Im Rahmen der Neuproduktion Rausch gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Informationen ... hier.

 

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