Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Stadttheater Giessen: AMPHITRYON von Heinrich von KleistStadttheater Giessen: AMPHITRYON von Heinrich von KleistStadttheater Giessen:...

Stadttheater Giessen: AMPHITRYON von Heinrich von Kleist

PREMIERE: 28. April 2007 | 19.30 Uhr | Großes Haus.

 

Auf dem Olymp herrscht allmächtig der Göttervater Jupiter und hat doch gar irdische Begierden: Unzählige Mythen ranken sich um Jupiters „Weibergeschichten“.

 

Kein Gott, der sich so viele Affären herausnahm wie der Herrscher des Olymp höchst selbst. Einfallslosigkeit kann man ihm bei diesen Unterfangen nicht vorwerfen, kaum ein Tier, dessen Gestalt er sich auf Freiersfüßen nicht ausgeliehen hätte – vom eleganten Schwan bis zum wilden Stier. Aber den Ehemann? Was für einen Reiz könnte das haben? Diesmal fällt Jupiters Wahl auf die Frau des Thebanerfeldherrn Amphitryon, die ihren Gatten so innig und treu liebt, dass der Göttervater zu einer besonderen List greifen muss: Er macht sich zu Amphitryon selbst.

 

Welche Folgen der kleine Ausflug des Gottes in die Welt der Sterblichen hat, zeigt Henri Hohenemser in seiner Inszenierung von Heinrich von Kleists Lustspiel: Amphitryon kommt nach Hause und ist – angeblich – längst da. Nicht nur, dass diese Dopplung seiner Person den tapferen Feldherrn selbst an den Rand des Wahnsinns treibt – auch sein Diener kriegt ordentlich Ärger, und die Gattin Alkmene traut weder Auge noch Gefühl mehr. Ein doppeltes

Verwechsel- und Verwirrspiel nimmt seinen Lauf, das ebenso amüsant wie erschreckend, komisch wie tragisch enden muss …

 

Eigentlich sollte Kleist die Molièresche Textvorlage nur übersetzen und neu bearbeiten, doch wurde dabei ein neues Stück daraus. Das Doppelgänger-Motiv und seine Folgen beschäftigten ihn so tief, dass er gar eine ganze Szene neu dazu erfand – war die Komödie doch eine Spielart

auf das Thema, das ihn sein Leben lang beschäftigte: die Identität.

 

Nächste Termine: 5., 11. und 24. Mai | 19.30 Uhr | Großes Haus

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑