Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Bielefeld: DIE HERMANNSSCHLACHT von Heinrich von KleistTheater Bielefeld: DIE HERMANNSSCHLACHT von Heinrich von KleistTheater Bielefeld: DIE...

Theater Bielefeld: DIE HERMANNSSCHLACHT von Heinrich von Kleist

Premiere: 07.03., 19:30 Uhr, Theater am Alten Markt

 

Vor 2000 Jahren schlug Arminius, bekannt geworden als Hermann, das übermächtige Heer der Römer in einer siegreichen Schlacht. Er vereinte die germanischen Stämme. Später wurde daraus der Mythos einer deutschen Nation.

Vor 200 Jahren schlugen sich die deutschen Kleinstaaten wiederum mit einem scheinbar übermächtigen Gegner: Frankreich – Napoleon und seine Armeen. Aber ein »Hermann« war nicht in Sicht, also projizierten Denker und Künstler ihre Hoffnungen auf den Mythos, der einst »die welsche Brut« bezwang. Kleist schwebte mit seiner Hermannsschlacht vor, von der Bühne herab dem deutschen Volke ein Beispiel zu geben, wie es handeln müsse, um die Fremdherrschaft loszuwerden. Ruchlos, brutal, mörderisch.

 

Zugleich aber ist sein Drama eine zarte Darstellung der nationalen Ängste um das Eigene und vor dem Fremden, das gefährlich ist, weil das Unbekannte nicht nur Angst, sondern auch Lust, Neugier und Begierde erregt. Erst wenn auch die Frau ihren römischen Geliebten tötet, ist »der erste Sieg erfochten«.

Geboren wurde unsere Nation aus der ruchlosen, brutalen und mörderischen Tat gegen einen äußeren Feind und bildet zugleich das Fundament der »deutschen Nation« in völkischem Geist. Deutsche und Nichtdeutsche zahlten für und gegen diese/unsere nationale Ideologie im 20. Jahrhundert einen hohen Blutzoll.

 

Heinrich von Kleists Hermannsschlacht ist Dichtung und Vorwegnahme eines politischen Programms, worin die unbedingte Hingebung ans Vaterland und der unbedingte Vernichtungswille des Feindes gepredigt werden.

 

Inszenierung Robert Borgmann

Bühne Jochen Schmitt

Kostüme Esther Krapiwnikow

Musik Frank Raschke

Dramaturgie Claudia Lowin

 

Mit Therese Berger, Sandra Gerling, Johannes Quester, Sebastian Reck, Alexander Swoboda, Ingo Tomi, Silvia Weiskopf, Thomas Wolff, Nils Zapfe

 

Weitere Termine im März: 11.03., 12.03., 13.03., 14.03., 25.03., 26.03., 27.03., 29.03.

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑