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Uraufführung: "Die Stadt der Blinden" von Anno Schreier im Opernhaus Zürich

Premiere am Samstag, 12. November 2011. -----

Mit seiner Kurzoper «Hinter Masken» gewann der 1979 in Aachen geborene Komponist Anno Schreier den 2008 zum zweiten Mal ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb «Teatro minimo» des Opernhauses Zürich.

Als Stoff für seine neue Auftragsoper wählte er den Roman «Die Stadt der Blinden» des portugiesischen Literatur-Nobelpreisträgers José Saramago, der Anno Schreier noch kurz vor seinem

Tod die Rechte zur Komposition erteilte. «In der ‹Stadt der Blinden›» – so Anno Schreier – «erzählen wir eine Parabel über das Zusammenleben von Menschen unter Extrembedingungen, unter dem Einfluss einer unvorhergesehenen Katastrophe – so ähnlich, wie wir es oft in den Nachrichten hören

und lesen.»

 

«Doch hier ist es nicht Krieg, Naturkatastrophe oder nukleares Desaster, was die Menschen bedroht. Hier steckt die Katastrophe in den Menschen selbst: Ihnen ist die Fähigkeit zu sehen genommen worden. Sie blicken in blendendes Weiss und sind gänzlich einander und ihrer Umwelt ausgeliefert. Es ist wie eine Versuchsanordnung: Von der Staatsgewalt in einem Isolationslager zusammengepfercht und sich selbst überlassen, bilden die Blinden eine Art Miniatur-Gesellschaft, aus der schliesslich im Kampf ums blanke Überleben eine Tyrannei wird. Eine einzige Sehende ist unter den Blinden: Die Frau eines Augenarztes, die bei ihrem erblindeten Mann bleiben will. Sie hätte das Zeug zur Heldin, begeht schliesslich den – vermeintlich – befreienden Tyrannenmord, bleibt aber allein mit ihrer Schuld und den Erinnerungen an das, was sie als Einzige ansehen musste.

 

In dieser Versuchsanordnung erscheinen alle menschlichen Gefühle, Verhaltensweisen und Charakterzüge – gute wie schlechte – wie unter einem monströsen Vergrösserungsglas. Normale Menschen ‹wie du und ich› werden so zu Opernfiguren – zu Helden und Tyrannen, zu Verzweifelten, Hoffenden und Liebenden. Denn das ist es, was uns auf der Opernbühne bewegt und mitreisst: Menschen, die extremen Situationen und extremen Gefühlen ausgeliefert sind – so extrem, dass ihnen als Ausdrucksmöglichkeit nichts anderes mehr bleibt als der Gesang.»

 

Kompositionsauftrag des Opernhauses Zürich, gefördert von der Kunststiftung NRW - Unterstützt von der Fondation Edouard et Maurice Sandoz

 

Dirigent

Zsolt Hamar

Inszenierung

Stephan Mueller

Bühnenbild

Michael Simon

Kostüme

Carla Caminati

Lichtgestaltung

Elfried Roller, Michael Simon

Video-Design

Chris Ziegler

Choreographie

Ramses Sigl

Orchester

Orchester der Oper Zürich

 

Mit

Sandra Trattnigg (Die Frau des Augenarztes); Reinhard Mayr (Der Augenarzt); Rebeca Olvera (Die junge Frau mit der Brille); Valeriy Murga (Der Alte Mann), Morgan Moody (Der Erste Blinde); Irène Friedli (Die Frau des Ersten Blinden); Peter Sonn (Der Autodieb), Andreas Hörl (Der Polizist), Andreas Winkler (Der Apothekergehilfe); Sen Guo (Das Zimmermädchen); Thomas Tatzl (Der Taxifahrer), N. N. (Der Junge), Mitglieder des Orchesters der Oper Zürich

 

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