Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Von Liebschaften und Leidenszeiten" in InnsbruckUraufführung: "Von Liebschaften und Leidenszeiten" in InnsbruckUraufführung: "Von...

Uraufführung: "Von Liebschaften und Leidenszeiten" in Innsbruck

Premiere 9.12.2006, 20.00 Uhr, Kammerspiele.

Choreographien von Anke Glasow und Birgit Scherzer, Musik von Vivaldi,Biber, Schnittke.

 

Anke Glasow will mit ihrer Choreographie kein Urteil fällen, keine Belehrung liefern, keine Interpretation von Wirklichkeit, sondern ihre Beobachtungen und Wahrnehmungen aus dem Alltag bündeln, um dem Zuschauer eine andere Perspektive des eigenen Umfelds zu ermöglichen.

 

Teil 1: Baustelle – Mensch
Tanzstück von Anke Glasow

Musik: Alfred Schnittke: “Trio für Violine, Violoncello und Klavier”

„Jeder bewegt sich ständig mit seinen eigenen Bedürfnissen, Ansprüchen und Erfahrungen in einem Spannungsfeld zu anderen Menschen. Dadurch ist natürlich eine ständige Reibung gegeben, aber auch eine unerschöpfliche Möglichkeit Einflüsse aufzunehmen, daran zu wachsen, neue Erfahrungen zu sammeln für sich… und für andere. Je nachdem, wie sehr diese Wahrnehmungen sensibilisiert sind, können „kleine“ Begegnungen zu enormen Veränderungen führen und tiefe Einschläge erst langsam Wirkung zeigen.“
Anke Glasow

Anke Glasow will mit ihrer Choreographie kein Urteil fällen, keine Belehrung liefern, keine Interpretation von Wirklichkeit, sondern ihre Beobachtungen und Wahrnehmungen aus dem Alltag bündeln, um dem Zuschauer eine andere Perspektive des eigenen Umfelds zu ermöglichen. Ihr Stück zeigt einen bewußt gewählten Ausschnitt, fragmentarische Lebensmomente, die jederzeit beginnen und auch aufhören können. Entstünde das Stück nicht gerade eben jetzt, sondern zu einer anderen Zeit, in einem anderen Land – es sähe sicher ganz anders aus.



Teil 2: Das Blaue vom Himmel
Tanzstück von Birgit Scherzer

Musik: Heinrich Ignaz Franz Biber: „Passacalia – Schutzengelsonate“
Antonio Vivaldi: „Le Quattro Stagioni“

Mit viel Augenzwinkern nähert sich Birgit Scherzer der allseits bekannten Musik von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, denen sie Ignaz Franz Bibers „Schutzengelsonate“ als Prolog voranstellt. Ausgehend von den großen Phantasieräumen, die Vivaldi uns eröffnet nutzt Birgit Scherzer die daraus entstehenden tänzerischen Spielräume und führt uns humorvoll durch den Wechsel von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und hält dabei so manche kleine Überraschungen bereit. Dazwischen stehen immer wieder auch lyrische, poetische Momente. Doch den gängigen Klischees der Jahreszeiten wird, wenn überhaupt, dann nur mit Ironie begegnet.

„Kleine, blaßrote Blüten, wenn auch noch winziger als sonst, sitzen immer noch an den Zweigen. Zitternd in der kalten Nachtluft, träumen sie vom Kommen des Frühlings, vom Kommen des Herbstes und von dem mageren Poeten, dessen Tränen auf ihre Blütenblättchen fallen, und der ihnen erzählt, daß auf den Herbst erst der Winter, auf diesen aber der Frühling folgen wird, und daß dann die Schmetterlinge sie umgaukeln und Bienen Frühlingsmelodien summen werden. Dann lächeln die kleinen blaßroten Blüten, obwohl sie sich vor lauter Kälte ganz rot verfärbt haben und immer noch zittern.“
Birgit Scherzer

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑