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"Wie es euch gefällt" von William Shakespeare im STAATSTHEATER KASSEL

Premiere: Freitag, 6. September, 19:30 Uhr, Schauspielhaus

Es war einmal ein Fürstentum, irgendwo zwischen Belgien, Warwickshire und Phantásien, da saß ein Thronräuber, der seinen Bruder samt Frohsinn aus dem Land gejagt hat. Nun herrschen Reichtum, Spott, Misstrauen. Und Letzteres wird zum Jahrmarkt mörderischer Eitelkeiten, so dass mehrere junge Leute um ihr Leben laufen müssen – die Flucht führt sie in den magischen Wald zu Arden, ein psycho-physikalisch-polyphönixhaftes Terrain: wo Robin Hood mit Feen tanzt, keltische Hirsche in Bäche weinen und antike Knaben Schafe hüten.

 

Auch Rosalind eilt in jenen Forst, wo alle Gesetze geschlechtlicher Schwerkraft schwinden und erlebt dort Abenteuer, die ihren Rang begründen als die klügste, ironischste Frau im, an brillanten femininen Figuren eh reichen Werk Shakespeares, des Barden der Anderen und Außenseiter*innen. Der mit dem Wald von Arden ein poetisches, niemals harmloses Dickicht schuf, das Utopie ist und Satire auf Utopie zugleich. Wo er mit Genres wie den Pastoralen spielt, in denen die Macht der Weltflucht frönte, um diese zugleich zu stören, indem er das Virtuelle dieser Pseudoidyllen wie Seifenblasen mit Tintenfedern lustig ansticht.

Denn wie Rosalind hat Shakespeare das Genie Illusionen zu erzeugen – und wenig Illusionen über die Welt. So klingt auch hier unhörbar der romantisch bis bedrohliche Seufzer aller Märchenfinale ... Und wenn sie nicht … Na, Sie wissen schon …

Auch in der Inszenierung von Philipp Rosendahl ist die ganze Welt eine Bühne; aber eine Bühne, die zum gagafeministischen Spiel der Identitäten und Interaktionen einlädt!

Philipp Rosendahl (*1990) arbeitet als freier Regisseur und war von 2016 bis 07/2019 Hausregisseur und Leiter des Jungen Staatstheaters am Staatstheater Kassel. Er hat den Nachwuchsförderpreis der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e.V. für herausragende Leistungen erhalten und inszenierte am Staatstheater Kassel zuletzt u.a. Witold Gombrowiczs »Operette«, das Bürgerinnenbühnenprojekt »Ellbogen«, Leonard Bernsteins »West Side Story« und die Stückentwicklung »Dass alles zum besten steht, hätten sie sagen müssen«. Als freier Regisseur inszenierte er u.a. »Schöne neue Welt« (nach Aldous Huxley) am Schauspiel Stuttgart, »Judas« von Lot Vekemans am Nationaltheater Mannheim und eröffnet dort mit Aischylos‘ »Orestie« die Spielzeit 19/20.

Inszenierung: Philipp Rosendahl,
Bühne: Katharina Faltner,
Kostüme: Ulrike Obermüller,
Sounddesign: Heiko Schnurpel,
Licht: Oskar Bosman,
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Mit: Amelie Kriss-Heinrich (Rosalind), Alexandra Lukas (CelXia), Sandro Šutalo (Orlando), Tim Czerwonatis (Oliver), Christina Weiser (Jaques | Audrey), Stephan Schäfer (Touchstone), Caroline Dietrich (Herzog Senior | Silvius), Philipp Basener (Herzog Frederick | Phoebe)*, Thomaspeter Goergen (Hymen)
(*als Gast)

Kostprobe: Mittwoch, 4. September, 19:30 Uhr, Schauspielhaus

Die nächsten Vorstellungen: Sa, 14 / Mi, 25. September | Fr, 04. / Fr, 11. / Sa, 26. Oktober

Das Bild zeigt William Shakespeare
 

 

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