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"Woyzeck", Dramenfragment von Georg Büchner, Theater Heidelberg "Woyzeck", Dramenfragment von Georg Büchner, Theater Heidelberg "Woyzeck",...

"Woyzeck", Dramenfragment von Georg Büchner, Theater Heidelberg

Premiere Fr 10.02.2017, 19.30 Uhr, Alter Saal – Stückeinführung 18.45 Uhr. -----

Woyzeck ist ein einfacher Mensch, dessen Soldatenlohn bei Weitem nicht ausreicht, um seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind zu ernähren. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich etwas dazuzuverdienen: Er erledigt niedere Dienste für seinen Vorgesetzen und stellt sich fragwürdigen medizinischen Experimenten zur Verfügung.

 

Dies alles tut er, um seiner Vorstellung vom kleinen, aber glücklichen Leben gerecht zu werden. Für den Hauptmann und den Doktor ist Woyzeck nichts weiter als sozialer Abschaum, mit dem man spielen kann, wie es einem gefällt. Woyzeck kann sich nicht wehren, weil die soziale Abhängigkeit ihn unmissverständlich zu einem Menschen zweiter Klasse degradiert. Einzig und allein Marie gibt ihm Halt. Doch als sie ihn mit dem Tambourmajor betrügt, ist er vollkommen allein auf der Welt und voller Wahn bereit, alle Verbindungen zu kappen.

 

Bereits 1836 begann Georg Büchner mit der auf einem historischen Fall basierenden Arbeit an „Woyzeck“. Allerdings starb er viel zu jung, um seine Arbeit fertigzustellen und hinterließ „Woyzeck“ als Dramenfragment. Das historische Vorbild für Büchner war der Sohn eines Leipziger Perückenmachers, der am 03. Januar 1780 geboren wurde. Dieser erstach 1821 die 46-jährige Witwe Christiane Woost in einem Hausflur. Der Medizinprofessor Johann Christian August Clarus erstellte zwei Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Clarus’ Gutachten mit dem Titel „Die Zurechnungsfähigkeit des Mörders J. C. Woyzeck, nach Grundsätzen der Staatsarzneikunde aktenmäßig erwiesen“ erschien in dem Fachblatt „Henkes Zeitschrift für die Staatsarzneikunde“. Georg Büchners Vater hatte die Zeitschrift abonniert, worin er selbst Fälle aus seiner Praxis als Arzt veröffentlichte. Nach einem langen Prozess wurde der historische Woyzeck, es setzte sich sogar der sächsische Thronfolger mit einem Gutachten für ihn ein, verurteilt. Am 27. August 1824 wurde er auf dem Leipziger Marktplatz öffentlich hingerichtet.

 

Diese Studie über Gewalt, Macht und Wahn inszeniert Brit Bartkowiak, deren Heidelberger „Unschuld“- Premiere die Spielzeit 2015|16 im Zwinger eröffnete, für Heidelberg neu. Die Rolle des Woyzeck wird von Dominik Lindhorst-Apfelthaler gespielt, Marie von Nanette Waidmann.

 

 

 

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