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Köperwahrnehmung

 

Gedanken über den Körper macht man sich nicht, solange er gut funktioniert. Anders ist es bei einem Tänzer, für ihn ist er das Instrument, mit dem er sich oder die Ideen eines Choreographen ausdrückt. In einzelnen Szenen schildert das Dance On Ensemble sachlich, nüchtern in "Water between three hands" seine Ängste über den möglichen Verlust der Körperbeherrschung, wie sie in einem Alptraum…

Tanz und Ekstase

 

Rhythmusbetont, repetitiv, das sind zwei Stilelemente der Musik der Gnawer, einer marokkanischen Volksgruppe, deren Ursprünge im südlichen Westafrika liegen. Ihre Musik vermag in Trance zu versetzen. In "En Alerte", das als deutsche Erstaufführung im Tanzhaus NRW zu sehen war, kombiniert Taoufiq Izeddiou gnawanische Langhalslaute mit rockigen Gitarrenriffs. Ebenso verbindet er in seinem Solo…

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

 

„Und ich? Wer bin nun ich?“ fragt André, der Vater, gegen Ende des Stücks. Er ist verloren gegangen, er hat sich selbst verloren in seiner fortschreitenden Demenz. Um deren Verlauf geht es im Stück, das den Verlauf der Erkrankung auf fünf Tage konzentriert. Fünf Tage, in denen die Menschen, die André umgeben, beständig ihre Identitäten wechseln, in denen sich beständig deren Kontexte,…

Uraufführung: "Medea.Matrix", Ruhrtriennale 2016, Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord.

 

Die Regisseurin Susanne Kennedy und der Künstler Markus Selg lassen ihr Publikum auf dem Weg zum Zuschauerraum durch eine im Raum verteilte Installation laufen: Strandgut aus Zivilisationsmüll, Videoprojektionen mit Bildern von Wald und Bienen, dazwischen sitzend maskierte, schwarz verhüllte Frauen mit Plastikschüsseln. Sie tragen Schürzen, auf die Frauenakte aus der Kunst der Renaissance…

"Die Fremden" nach dem Roman „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“ von Kamel Daoud

Die riesige Kohlenmischhalle der ehemaligen Zeche Auguste Vikoria in Marl bietet eine grandiose Bühne. Im Rahmen der Ruhrtriennale spielt hier Johan Simons Inszenierung „Die Fremden“ nach Kamel Daouds Debütroman „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“. Das Buch wurde seit seinem Erscheinen 2014 (dt. Ausgabe Februar 2016) heftig diskutiert. Daoud, 1970 geboren, ist Autor und Journalist in…

Lustlos

 

Vormärz, Romantik, Biedermeier: drei Begriffe für die Epoche zwischen 1815 und 1848, die sie jeweils mit unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchten. Es ist die Zeit, in der Otto Nicolai lebte, dessen Oper "Die Lustigen Weiber von Windsor" jetzt an der Deutschen Oper am Rhein zu sehen ist und die Dietrich W. Hilsdorf in die Zeit ihrer Entstehung verlegt.

 

Die Ouvertüre erklingt, während man…

Vom Licht zum Schatten

 

Heiter und beschwingt beginnt der dreiteilige b28-Ballettabend mit Paul Taylors "Esplanade", in dem Alltagsbewegungen tänzerisch umgesetzt werden. An unbeschwerte Kinderspiele erinnert das Hüpfen, Rennen, Springen, Laufen, Rutschen, Ringelreihen, das mit ungeheurer Leichtigkeit und Lockerheit zu Bachscher Musik getanzt wird. Das einfache Bewegungsvokabular wird in unzähligen Variationen…

Die Fremden sind wir

 

Der Zuschauerraum ist durch einen schwarzen Vorhang von der Bühne abgeteilt, der Zuschauer muss sich dieses Mal selbst auf die verdunkelte Bühne begeben und wird so zum Teil der Inszenierung. Lia Rodrigues beschäftigt sich in ihrem Stück "For the sky not to fall" ausgehend von der brasilianischen Kultur mit der Frage, wie sich der Mensch zur Natur verhält. Ausgangspunkt ist die Voraussage eines…

Ein Kunstraub der Extraklasse

 

Der Albtraum jedes Kunstmuseums, hier ist er schaurige Wirklichkeit. Im Impressionistensaal fehlt der „Frühlingsmorgen“ von Max Slevogt, er muss gestohlen worden sein. Schlimmer noch. An seiner Stelle macht sich ein museumsfremdes, komplett weißes Bild des umstrittenen Zeitgenossen Ontrias breit. Auf die doppelte Peinlichkeit stößt der stellvertretende Museumsdirektor Dr. Mirtz ausgerechnet…

Tödliche Selbsterkenntnis

 

Dass Märchenhandlungen meist alles andere als freundlich sind, bewahrheitet sich auch in Alexander Zemlinskys tragischer Oper "Der Zwerg" nach Oscar Wilde. Die Infantin hat Geburtstag, unter den vielen Geschenken befindet sich auch ein Zwerg. Dieser ist sich seiner Hässlichkeit nicht bewusst. Er fühlt sich durch die Aufmerksamkeit der Hofgesellschaft ermuntert, der Prinzessin seine Liebe zu…

Lob der Gemütlichkeit

 

So manche Oper hat eine Handlung, die reichlich bizarr erscheint. Außer Liebeshändeln jedweder Art wird auch Politik und Gesellschaftskritik mal mehr oder wenig deutlich verhandelt. Rimski Korsakows Oper "Der Goldene Hahn" benutzt das Gewand des Märchens, dahinter verbirgt sich jedoch eine politische Satire, die zwar auf die Zaren Nikolai I. und Alexander I. gemünzt ist, sich aber mühelos auch…

"b.27" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Ein Tänzerpaar steht hinter einem Flügel und lauscht andächtig dem ersten Satz des Konzerts für Violine und Klavier von Igor Strawinsky. In seinem "Duo Concertant" stimmt George Balanchine nicht nur seine Tänzer, sondern auch die Zuschauer auf die Musik ein. Es ist die Musik, die die Grundlage des Tanzes ist und Balanchine würdigt sie in seinem Stück, das mit einfachen Bewegungen eine…

Spannungslos

 

Ein Mann spannt seinem Sohn die Verlobte aus. Das soll vorkommen, nur handelt es sich hier um König Filippo II und seinen Sohn Don Carlo. Elisabetta geht die Ehe mit Filippo nicht ganz freiwillig, sondern nur aus Staatsräson ein. Und schon ist das Verhältnis der Drei von Missgunst, Eifersucht und Misstrauen geprägt. Dazu kommen politische Verwicklungen mit Krieg und Rebellion. Und die Kirche…

Unter Strom

 

Eine glänzend gepflegte Ritterrüstung - und darin befindet sich kein Körper, wohl aber eine Stimme mit pedantischem Geist. Italo Calvinos Roman "Il cavaliere inesistente" war Ausgangspunkt für Louise Lecavaliers neueste Choreographie "Battleground", die jetzt im Tanzhaus NRW ihre Uraufführung feierte. Dabei faszinierte sie nicht so sehr die Geschichte an sich, sondern die Idee eines körperlosen…

Wahnsinnstod

 

Aus Liebe und Intrige wurde schon manch schönes Bühnenstück gestrickt. Bei Donizettis "Lucia di Lammermoor" kommt noch der Wahnsinn hinzu. Lucia liebt Edgardo, den Erzfeind ihrer Familie, und verlobt sich heimlich mit ihm kurz bevor er nach Frankreich fährt. Lucias Bruder Enrico drängt sie aus politischen Gründen zu einer Heirat mit Arturo, wogegen sie sich zunächst zu wehren versucht. Als aber…

Eine kunterbunte Show

Von jeher übt der Zirkus eine große Faszination aus. Jubel, Trubel, Heiterkeit und Spannung. Kunterbunt und lustig geht es auch in Emmerich Kálmáns Operette "Die Zirkusprinzessin" zu, wobei der Zuschauer in das Backstage-Geschehen eingeweiht wird. Ein geheimnisumwitterter Mister X, der stets mit Gesichtsmaske auftritt, ist der Star des Zirkus Stanislawsky. Eines Abends erscheint Fürstin Fedora…

Der Blick hinter die Bühne

 

Vom Zuschauerraum aus erblickt man auf der Bühne den Garderobenraum einer Theaterbühne. Im Hintergrund öffnet sich ein roter Samtvorhang und gibt den Blick - auf eine Theaterbühne frei. Ein Dreifachszenengedanke. Alle kleinen Eifersüchteleien, Intrigen, Bewunderungen und Beurteilungen spielen sich auf dem Hintergrund ab, der für den Zuschauer des Schauspiels "Mephisto" zum Vordergrund wird.…

Der Teufelskreis

 

Fasziniert von asiatischen Kulturen lässt sich Sidi Larbi Cherakaoui - seit neuestem künstlerischer Leiter des flämischen Royal Ballets in Antwerpen - immer wieder zu entsprechenden Stücken anregen. In "Fractus V", das als deutsche Erstaufführung im Tanzhaus NRW zu sehen war, verbindet er modernes Tanztheater mit Flamenco und Lindy-Hop, japanische Perkussion mit mittelalterlicher und…

Nichts als Tanz

 

Wie vielfältig klassisches Ballet interpretiert werden kann, ist im 25. Ballettabend in der Deutschen Oper am Rhein zu erleben. Martin Schläpfer hat dafür drei choreographische Werke ausgewählt, die alle keine Handlungsballette sind, sondern sich mit Bewegungen von Körpern im Raum beschäftigen.

 

"Man ist Teil einer Tradition, und man bewegt sich in ihr", so benennt William Forsythe sein…

Im Nebel

 

Ein Quintett spielt kammermusikalisch auf, bevor dann ein orkanartiger Sturm einsetzt. Mit einer Reminiszenz an den Untergang der Titanic beginnt Volker Hesse seine Inszenierung von Shakespeares "Der Sturm" für das Düsseldorfer Schauspielhaus. Auf einer einsamen Insel, zwischen Neapel und Tunis gelegen, lebt Prospero. Einst war er Herzog von Mailand, bevor er von seinem Bruder Antonio entmachtet…

Mit Tiefgang

 

Graf Waldner ist ein Spieler und hat immense Schulden. Die Familie wohnt in einem Hotel und die Tochter Zdenka wird als Junge ausgegeben, da das Geld nur für die adäquate Ausstattung der älteren Schwester Arabella reicht. Auf dieser liegen alle Hoffnungen, denn eine Hochzeit mit einem finanzstarken Partner würde die Familie aus der Misere retten. Arabella, hübsch und attraktiv, wird von vielen…

Vom Verschwinden

 

Die moderne Zivilisation hat immer mehr Ballungszentren entstehen lassen mit unübersichtlichen Megacitys, in denen Menschen in überteuerten Wohnsilos hausen. Daneben gibt es aber auch Orte, die aufgegeben wurden, sei es aus wirtschaftlicher Not, sei es durch Natur-oder menschengemachte Katastrophen. Mit diesen verlassenen Orten, den Niemandsländern und Geisterstädten, beschäftigt sich Andrea…

Wahnsinnsoper

 

Viele unglückliche Kinder erfinden sich einen Freund. Renata imaginiert einen Engel, den sie als junge Frau in Heinrich wieder zu erkennen meint und in den sie sich verliebt. Als sie von ihm zurückgewiesen wird, steigert sie sich in erotische Obsessionen und Wahnvorstellungen. Sie begegnet Ruprecht, der sich in sie verliebt und ihr bei der Suche nach Heinrich helfen will. In Prokofjews…

Die Frage nach dem Menschsein

 

Mondschein, zwei Männer, eine Frau begegnen sich in der Ruhe der Nacht. Die Musik setzt ein. Weitere Tänzer kommen dazu. Zu den Sonaten Nr. 6 und Nr. 10 von Alexander Skrijabin und dem Grand Valse di bravura "Le Bal de Berne" von Franz Liszt, von Denys Proshayev live gespielt, entfaltet Martin Schläpfer in seinem neuesten Werk " Verwundert seyn - zu sehn" den Gedankenkosmos eines Mannes, den die…

Heitere Hommage an Schlemmer

Das "Triadische Ballett", von Albert Burger und Elsa Hötzel in Zusammenarbeit mit Oskar Schlemmer seit 1915 konzipiert, wurde 1922 in Stuttgart uraufgeführt. Ihm liegt ein stringentes Konzept vom Dreiklang in Form, Farbe, Raum zugrunde. Nachdem Schlemmer ab 1920 als Lehrer am Bauhaus tätig war und sich Formelemente, wie sie in der dortigen künstlerischen Gestaltung verwendet wurden, wiederfinden,…

"Der Rosenkavalier" von Richard Strauss in der Deutschen Oper am Rhein

 

Warum ändern, was sich bewährt hat? Die fast 34 Jahre alte Inszenierung des "Rosenkavaliers" von Otto Schenk wurde jetzt in der Deutschen Oper am Rhein wieder aufgeführt. In klassischer Ausstattung mit eleganter Möblierung kann sie auch heute noch bestehen. Das liegt zum einen daran, dass auf zeitgenössische Bezüge verzichtet wurde, aber auch an der bis in einzelne Gesten hinein genauen…

Die ewige Wiederkehr

 

Das Leben ein Spiel? Aus Sicht des Teufels, der in Joël Pommerats "Kreise/Visionen" als Conférencier getarnt das große Unendlichkeitsspiel durchführt, sicherlich. Wieweit bleibt man sich selbst treu und welche Konsequenzen ergeben sich aus Handeln ober auch Nichthandeln? Lässt man sich betrügen und korrumpieren, betrügt man sich selbst, verkauft sich und seine Werte? Wann ist es angemessen,…

Festival tanz nrw im Tanzhaus NRW Düsseldorf

 

Von der Vielfalt der Tanzszene in Nordrhein-Westfalen konnte man sich mittlerweile schon zum fünften Mal bei der Biennale tanz nrw überzeugen. In Düsseldorf bot das Tanzhaus NRW an einem Abend gleich drei Stücke an.

 

"The boy who cries wolf" von Reut Shemesh & Overhead Project

 

Die in Köln lebende israelische Choreografin Reut Shemesh startete mit "The boy who cries wolf". Jenseits von…

Bibeltheater

 

Ein neues Theaterstück soll geprobt werden. Nichts Geringeres als die Geschichten der Bibel von der Schöpfung bis zur Auferstehung sind das Thema des Dramas, das Jay inszeniert. Die Probenzeit beträgt sieben Tage, genauso so lange wie die Schöpfung der Welt laut Bibel selbst gedauert hat. Das kann nicht gut gehen! Und schon bald versinkt alles im Chaos: die Schauspieler verweigern sich, der…

Lebenskampf

 

Ein dunkler Raum, eine Karree voller Sand, in dem sich sechs liegende Männer im Zeitlupentempo um die eigene Achse drehen, monotoner, ohrenbetäubender Motorenlärm, der die Sinne abstumpft, betäubt. Irgendwann lässt sich dazwischen das Geräusch der Meeresbrandung ausmachen. Die erschöpft wirkenden Körper erwachen zu Leben, raffen sich auf, nehmen Beziehung zueinander auf, bis sie aggressiv und…

Kritiken

Abwärts

Haushohe Bretterverschläge, die sich verschieben, sich verdrehen, zu Labyrinthen werden, in denen sich K. in der…

Von: Dagmar Kurtz

Farbe, Form, Bewegung

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. In die vielfachen feierlichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr, die…

Von: Dagmar Kurtz

Von Welten und Phantasien

Gleich mit drei Uraufführungen wartet "b37" in der Deutschen Oper am Rhein auf, dieses Mal ohne eine eigene…

Von: Dagmar Kurtz

Sehnsucht

Bereits zum Einlass schreitet Raimund Hoghe betont langsam die Bühne ab, eine gläserne Wasserschale tragend. So wird der…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Rhein

Drei verschrobene ältere Damen treffen sich im Gartenlokal mit Blick auf den Rhein beim Kännchen Kaffee und Kuchen,…

Von: Dagmar Kurtz

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