Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Angerichtet" - Thriller von Herman Koch - Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen"Angerichtet" - Thriller von Herman Koch - Deutsch-Sorbisches Volkstheater..."Angerichtet" - ...

"Angerichtet" - Thriller von Herman Koch - Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Premiere Freitag, 26.02.2016, 19:30, großes Haus, Hauptbühne. -----

Da, wo deutsche Erzählungen gerne in Tiefsinn oder Schwermut versinken, kippen die niederländischen mit Lust in den hintergründigen, schwarzen Humor. Hier trifft zu, was Friedrich Dürrenmatt einst programmatisch formulierte: „Die schlimmstmögliche Wendung, die eine Geschichte nehmen kann, ist die Wendung in die Komödie.“

 

Herman Koch, geboren 1953, ist denn auch nicht nur Schriftsteller, sondern zugleich Komiker und Schauspieler „Het Diner“ („Angerichtet“), sein fünfter Roman, kletterte schnurstracks und für viele Monate an die Spitze der niederländischen Bestsellerliste – dorthin also, wo sich sonst nur Vampire befinden. Das niederländische Publikum verlieh dem Buch zudem den Preis „Bestes Buch 2009“. Herman Kochs brillanter tragikomischer Thriller über die Dehnbarkeit der Moral hat die Holländer fasziniert.

 

Jetzt wird auch auf deutsch im Bautzener Theater „Angerichtet“. Zwei Ehepaare - zwei Brüder und ihre Frauen - haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Der eine Vater, Serge Lohman, steht im Wahlkampf und hat gute Chancen, Ministerpräsident zu werden. Der andere, Paul, war bis vor ein paar Jahren Lehrer und musste wegen psychischer Probleme den Dienst quittieren.

 

Die beiden können sich nicht leiden, aber sie haben mit ihren Frauen Wichtiges zu besprechen. Es geht um die Zukunft ihrer Söhne und die Stimmung ist gedrückt. Irgendetwas Schlimmes ist passiert. Was genau, wird während des mehrgängigen Dinners von keinem der Beteiligten direkt ausgesprochen. Erzählt wird ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen?

 

Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Zuschauer herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen.

 

Deutsch von Heike Baryga; Für die Bühne bearbeitet von Lene Grösch

 

Regie und Bühne: Michael Funke a.G.;

Kostüme: Katharina Lorenz a.G.

Dramaturgie: Eveline Günther

 

Mit Ralph Hensel, Lilli Jung, Rainer Gruß, Katja Reimann, Anthony Mrosek, Erik Dolata

 

Termine in der Spielzeit:

26.02.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

28.02.2016 15:00 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

04.03.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

06.03.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

17.03.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

22.04.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

30.04.2016 19:30 großes Haus Bautzen, Hauptbühne

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑