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Berlin: Theaterspektakel im Rahmen des "Geschichtsforum 1989/2009: Europa zwischen Teilung und Aufbruch"

vom 28. – 31. Mai 2009 im Maxim Gorki Theater

 

In der Spielzeit 2008/2009 liegt der Schwerpunkt der thematischen Arbeit des Maxim Gorki Theaters Berlin auf Texten der europäischen Nachkriegsgeschichte.

In einer Reihe von Veranstaltungen wurden und werden unter dem Motto „Korrekturen! Die Geschichte ist nicht zu Ende“ Überlieferungen des Vergangenen untersucht, biographische Stränge freigelegt, Vorgänge des Erinnerns nachvollzogen, fast verstummte Worte zu Gehör gebracht. Der politischen Historiographie die Deutungshoheit abzusprechen war die Grundvereinbarung dieser kollektiven Suche, der vermeintlichen Wahrheit die Dichtung zur Seite zu stellen und historische Dokumente mit dem subjektiven Blick des Theaters zu lesen, ihr Weg. Am Pfingstwochenende wird dieser Blick nun noch einmal geweitet. Mit einem viertägigen Theaterspektakel beteiligt sich das MGT Berlin am „Geschichtsforum 1989/2009: Europa zwischen Teilung und Aufbruch“ und stellt die Arbeiten der vergangenen Monate in den Kontext einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit den politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen und Folgen der Zeitenwende von 1989.

 

Spektakel-Programm vom 28. - 31. Mai 2009

 

Donnerstag, 28. Mai ab 19.30 Uhr

RUMMELPLATZ Werner Bräunig, Regie: Armin Petras, 19.30 Uhr, Maxim Gorki Theater

 

* PROJEKT OMA Eine Performance von und mit: L. Lehmenkühler, S. Pomplun, C. Romeis, 19:30 Uhr + 21:30 Uhr Gorki Studio

 

LEVIATHAN BRD Nach Texten von Arno Schmidt, Rainer W. Fassbinder u.a., Regie: Matthias Huhn, 21:00 Uhr Brinkmannzimmer

 

AUF DER SONNENSEITE Ein Abend mit Liedern von Manfred Krug, Leitung: Ronny Jakubaschk, 23:00 Uhr Kantine MGT

 

Freitag, 29. Mai ab 13.00 Uhr

* DER FERNE OSTEN Photographien und Texte zusammengestellt von Sabine Würich, 13:00 Uhr, Vorbühne MGT

 

KINDHEITSMUSTER Christa Wolf, Szenische Lesung, Regie: Nora Schlocker, 15:00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

VERMAUERN, Niederschrift eines Gesprächs des Genossen Nikita S. Chruschtschow mit dem Genossen Walter Ulbricht am 1. August 1961.

Szenische Lesung, Regie: Hans-Werner Kroesinger, 16:30 Uhr und 18:30 Uhr im Gorki Studio

 

KEIN RUNTER KEIN FERN Ulrich Plenzdorf, lecture performance, Regie: Ronny Jakubaschk, 17:00 Uhr Box im Garderobenfoyer

 

HEAVEN (zu tristan) Fritz Kater, Regie: Armin Petras, 19:30 Uhr im Maxim Gorki Theater

 

LEVIATHAN BRD Nach Texten von Arno Schmidt, Rainer W. Fassbinder u.a., Regie: Matthias Huhn, 20:00 Uhr Brinkmannzimmer

 

ALL DIE TOTEN ALBANER AUF MEINEM SURFBRETT Performance mit Texten von Matthias BAADER Holst, Regie: Armin Petras, 21:00 Uhr Box vor dem Maxim Gorki Theater

 

* TRANSNISTRIEN 20 JAHRE DANACH: EU-BEITRITT MIT LENIN UND WODKA! Eine Performance des Kollektivs Fischka, 23:00 Uhr im Garderobenfoyer

 

Samstag, 30. Mai ab 10.00 Uhr

* FUNDSTÜCKE UND GRENZGÄNGE Workshop, 10:00 Uhr im Garderobenfoyer

 

* REUNITED Lesung mit Bildprojektion, 11:00 Uhr im Gorki Studio

 

ZWEI ANSICHTEN Uwe Johnson, Regie: Robert Thalheim, 14:00 Uhr auf der Hinterbühne

 

DER FREMDE Albert Camus, Regie: Mikaël Serre, 15:00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

KORREKTUREN 09 Thomas Freyer, Szenische Lesung, Regie: Tilmann Köhler, 16:00 Uhr im Gorki Studio

 

WIR SIND HARTZ IV Horst Freund, Leitung: Philipp Löhle, 17:00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

* DIE GEDANKEN SIND BLOCKFREI. YUGO-NEW-WAVE AM BEGINN VOM ENDE JUGOSLAWIENS

 

Songs und Videos präsentiert von Natalja Kyaw und Johannes Ullmaier, 17:00 Uhr im Brinkmannzimmer

 

PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG Heinrich von Kleist, Regie: Armin Petras, 19:30 Uhr im Maxim Gorki Theater

 

ECHOLOT Walter Kempowski, Leitung: Dominic Friedel, 20:00 Uhr in der Box vor dem Maxim Gorki Theater

 

DIE REISE Bernward Vesper, Regie: Niklas Ritter, 21:00 Uhr im Gorki Studio

 

DIE KORREKTUR Heiner Müller / Inge Müller, Leitung: Armin Petras, Ludwig Haugk, 22:00 Uhr auf dem Parkplatz

 

* SOZIALISTISCHE COWBOYS REVUE Lecture Performance von Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer,

Eine Veranstaltung des Suhrkamp Verlags, 22:00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

Sonntag, 31. Mai ab 11.00 Uhr

* WHAT TO AFFIRM? WHAT TO PERFORM? Franz Anton Cramer und Janez Janša im Dialog, 11:00 Uhr Vorbühne

 

* THEATERTEXTE ZWISCHEN MEDIEN UND REVOLUTION Ein Vortrag von Jutta Wolfert, 12:45 Uhr Gorki Studio

 

HERZTIER Herta Müller, Regie: Felicitas Brucker, 17:00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

ÖDIPUS AUF CUBA Armin Petras nach „Homo faber“ von Max Frisch, Regie: Armin Petras, 19:30 Uhr Maxim Gorki Theater

 

7 BRÜDER nach dem gleichnamigen Film von Sebastian Winkels, Regie: Frank Abt, 20:15 Uhr im Gorki Studio

 

Besonders sei auf die erstmalig gezeigten Szenischen Lesungen hingewiesen:

 

VERMAUERN

Niederschrift eines Gesprächs des Genossen Nikita S. Chruschtschow mit dem Genossen Walter Ulbricht am 1. August 1961.

 

Zunächst scheint es ein ganz normales Gespräch zwischen Staatsmännern über die Lösung landwirtschaftlicher Probleme zu sein. Doch das Telefonat zwischen Nikita Chruschtschow und Walter Ulbricht nimmt einen seltsamen Verlauf. Am Rande ihres Streits über Kartoffellagerung und Maisanbau beschließen die Parteichefts quasi nebenbei die Errichtung eines "eisernen Rings“ um West-Berlin.

 

Hans-Werner Kroesinger inszeniert das bisher unveröffentlichte Protokoll des Gesprächs zwischen Ulbricht und Chruschtschow, das exklusiv für diese szenische Lesung übersetzt wurde. Eine Zusammenarbeit des Deutschen Historischen Instituts Moskau mit dem MGT Berlin

 

Mit Judica Albrecht und Ana Kerezovic. Regie: Hans-Werner Kroesinger, Bühne und Kostüme: Valerie von Stillfried, Musik: Daniel Dorsch

 

Szenische Lesung am Freitag, 29. Mai 2009 um 16.30 Uhr und 18.30 Uhr im Gorki Studio

 

KINDHEITSMUSTER

Christa Wolf

In Christa Wolfs Roman wird die DDR-Realität über die (auto-)biografische Erzählung in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und dem Schmerz über das durch den Krieg zerrissene Europa gebracht. Die Erinnerung an die Flucht aus Schlesien und der Konflikt zwischen dem Schmerz über den Verlust von Heimat und der eigenen Geschichte und die Anerkenntnis der Schuld, die diesen Verlust provozierte, wurde mit diesem Roman erstmals auch für die DDR thematisiert.

 

Mit Ruth Reinecke. Regie: Nora Schlocker, Bühne: Martina Berner

 

Szenische Lesung am Freitag, 29. Mai 2009 um 15.00 Uhr in der Box im Garderobenfoyer

 

* = Das Geschichtsforum zu Gast im Maxim Gorki Theater

Informationen zum Geschichtsforum unter: www.geschichtsforum09.de

 

 

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