Burgtheater Wien: "Der Kandidat" von Carl Sternheim nach Flaubert

Premiere 31. Oktober 2018, 19.30, Akademietheater

Leopold Russek, erfolgreicher Investmentbanker, setzt sich mit 42 zur Ruhe. Er fühlt sich leer und unerfüllt. Aber die Leere wird noch größer – Russek sehnt sich nach Veränderung, Bewegung. Warum also nicht in die Politik gehen? Russek, der Kandidat, ist geboren! Allerdings muss er rasch feststellen: „Jede Partei hat ihr Gutes.“
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(c) Reinhard Werner,/Burgtheater

Der politisch-mediale Komplex erweist sich als Kartenhaus aus Lügen und Manipulation, sinistre Grafen, smarte Berater, Journalisten und seine Frau verfolgen ganz eigene Interessen. Und sein alter Freund, der Gesellschaftsfotograf Seidenschnur, kandidiert plötzlich gegen ihn. Alle sind bis über beide Ohren verschuldet. Nur einer hat Geld: Russek.

„Wahrheit ist nicht Wahrheit“ in dieser Neubearbeitung von Carl Sternheims greller Farce (der 1914 wiederum das eher unbekannte Flaubert-Stück „Le Candidat“ übermalt hatte). Zugleich wird die Welt mit verschiedensten alternativen Wahrheiten überflutet, Komplexitäten löst man kurzerhand in Emotionen auf. Und umgekehrt. Das Private ist in diesem Stück stets politisch – auch Liebesschwüre können schließlich Fake News sein. Und echte Macht ist immer Angst.

Carl Sternheim nach Flaubert, 1878–1942, sah sich selbst als „Doktor am Leibe seiner Zeit“. Mit seinen zahlreichen Komödien nahm er vor allem das wilhelminische Bürgertum ins Visier. Der Kandidat war in Wien zuletzt 1979 im Akademietheater zu sehen.

Regie
    Georg Schmiedleitner
    Bühne
    Volker Hintermeier
    Kostüme
    Su Bühler
    Musik
    Matthias Jakisic
    Licht
    Norbert Joachim
    Dramaturgie
    Florian Hirsch

Russek, der Kandidat
    Gregor Bloéb
    Frauz Russek
    Petra Morzé
    Luise, ihre Tochter
    Christina Cervenka
    Evelyn, Russeks Anwältin
    Sabine Haupt
    Grübel, Medienunternehmer
    Florian Teichtmeister
    Seidenschnur, der Gegenkandidat
    Dietmar König
    Bach, Redakteur
    Sebastian Wendelin
    der alte Graf Rheydt
    Bernd Birkhahn
    der junge Graf Rheydt, Gistl, Lobbyist, Moderator
    Valentin Postlmayr
    Lobbyisten
    Philipp Quell, Ivana Stojkovic

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