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Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ in der Staatsoper Hannover

Premiere am 12. Dezember 2015, 19.30 Uhr, Opernhaus. -----

Bis heute gilt Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ als „deutsche Nationaloper“. Musikalisch betrachtet, ist der „Freischütz“ auch als Statement gegen die Dominanz der italienischen und der französischen Oper zu sehen, die im Berlin der frühen 1820er Jahre schon allein durch den königlichen Generalmusikdirektor Gaspare Spontini gegeben war.

Webers Oper kann jedoch den Einfluss insbesondere der französischen Opéra comique nicht verleugnen.

 

Ausgangspunkt für die Inszenierung des Dortmunder Schauspielintendanten Kay Voges ist der an den „Freischütz“ herangetragene Anspruch des nationalen Kunstwerks, das ein einheitliches und widerspruchsfreies Bild von der Welt liefern soll. Genau dieser Anspruch aber wird thematisiert und in Zweifel gezogen. Samiel wird zur zentralen Figur: ein Künstler, der sich – einem Sisyphos gleich – auf groteske Weise an der Nationaloper abarbeitet. Der Versuch einer zusammenfassenden Weltschau scheitert jedoch an den Widersprüchen und Reibungen der realen Welt. Mit irritierenden Bildern, die der deutschen Geschichte, aber auch der Gegenwart entnommen sind, führt die Inszenierung in ein Labyrinth unterschiedlicher Zeiten und Räume, die sich einer Einheit verweigern. Aus der Reibung gewinnt die Inszenierung ihre Energie – und die Oper ihre Aktualität.

 

Es ist Kay Voges’ zweite Operninszenierung nach seinem viel beachteten Operndebüt mit Richard Wagners „Tannhäuser“ an der Oper Dortmund im Dezember 2013. Mit dem „Freischütz“ setzt KayVoges seine Arbeit an der Schnittstelle von Film- und Videokunst fort. Der Aufhebung der im Theater immer noch vorherrschenden Guckkastenperspektive setzt er die „Demokratisierung des Blicks“ entgegen. Unterstützt wird Voges von dem langjährigen künstlerischen Weggefährten Christoph Schlingensiefs, dem Kameramann, Licht- und Videodesigner Voxi Bärenklau. Die Bühne hat Daniel Roskamp entworfen, die Kostüme Mona Ulrich unter Mitarbeit von Theresa Mielich. Den Live-Bildschnitt besorgt Lennart Laberenz.

 

Erstmals singt der franko-kanadische Tenor Eric Laporte die Rolle des Max an der Staatsoper Hannover. In der Rolle der Agathe debütiert am Premierenabend Ensemblemitglied Kelly God, das Ännchen singt und spielt Athanasia Zöhrer. In weiteren Rollen sind am 12.12. zu hören: Tobias Schabel (Kaspar), Stefan Adam (Ottokar), Michael Dries (Kuno), Shavleg Armasi (Eremit), Byung Kweon Jun (Kilian). In der Rolle des Samiel ist die Schauspielerin Eva Verena Müller aus dem Dortmunder Schauspielensemble zu erleben.

 

Es singen der Chor und der Extrachor der Staatsoper Hannover, es spielt das Niedersächsische Staatsorchester Hannover. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektorin Karen Kamensek.

 

Die weiteren Vorstellungen im Dezember: 16.12. und 23.12., jeweils 19.30 Uhr.

 

Die Premiere wird live auf NDR Kultur übertragen.--

 

 

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