Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DER GUTE MENSCH VON SEZUAN - Parabelstück von Bertolt Brecht Mit Musik von Paul Dessau - Luzerner TheaterDER GUTE MENSCH VON SEZUAN - Parabelstück von Bertolt Brecht Mit Musik von...DER GUTE MENSCH VON...

DER GUTE MENSCH VON SEZUAN - Parabelstück von Bertolt Brecht Mit Musik von Paul Dessau - Luzerner Theater

PREMIERE: Samstag, 7. Dezember 2013, 19.30 Uhr. -----

Bankenkrise, spektakuläre Betrugsfälle, Nahrungsmittelspekulation … Jeden Morgen beim Aufschlagen der Zeitung werden wir mit den negativen Auswüchsen unseres Wirtschaftssystems konfrontiert. Die Frage, ob moralisches Empfinden als oberste Handlungsmaxime gelten kann, beschäftigte nicht nur christliche Ethiker, sondern auch den dramatischen Provokateur Bertolt Brecht.

In seinem Drama «Der gute Mensch von Sezuan» wirft er die Frage auf, ob ein «guter Mensch» im Kapitalismus überleben kann oder ob nicht ein gewisses Mass an Skrupellosigkeit erst Güte ermöglicht. Andreas Herrmann, der Künstlerische Leiter des Schauspiels am Luzerner Theater, inszeniert die Parabel über ein modernes Dilemma.

 

Drei Götter haben sich auf die Erde begeben, um einen «guten Menschen» zu suchen. Überall stossen sie auf Ablehnung, lediglich die Prostituierte Shen Te ist bereit, ihnen ein Nachtlager zur Verfügung zu stellen. Die Entlohnung der Götter reicht aus, um einen kleinen Tabakladen zu eröffnen. Doch schlagartig sieht sich Shen Te von Bittstellern umgeben, die an ihrem bescheidenen Wohlstand teilhaben möchten und das Geschäft in den Ruin zu treiben drohen. Shen Te weiss sich nicht zu helfen und tritt als ihr Vetter Shui Ta auf den Plan, der alle davonjagt und mit harter Hand wieder Ordnung herstellt. Er gründet eine Tabakfabrik, in der die Angestellten unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Liebe Shen Tes zu einem stellungslosen Postflieger stürzt sie erneut in Schwierigkeiten. Als das Gerücht aufkommt, Shui Ta habe seine Cousine ermordet, sieht sich Shen Te von allen Seiten umstellt. Die Götter haben ausgedient. Sie stehlen sich aus der Verantwortung, verweisen den Menschen auf sich selbst und kehren schliesslich reichlich ramponiert in den Himmel zurück. Güte als absolutes moralisches Gesetz scheint unmöglich.

 

Wieviel Ethik hat Platz in unserem Alltag? Ist es möglich, sich den Verstrickungen der globalisierten Ökonomie zu entziehen? Ist ein mitfühlender Mensch zur Erfolglosigkeit verdammt oder zahlt sich Grosszügigkeit im Berufsleben aus, wie manche Soziologen behaupten? Andreas Herrmann begibt sich mit dem Ensemble des Luzerner Theaters auf eine Spurensuche.

 

BESETZUNG

Christian Baus, Daniela Britt, Hans-Caspar Gattiker, Wiebke Kayser, Juliane Lang, Bettina Riebesel, Clemens Maria Riegler, Samuel Zumbühl

 

PRODUKTIONSTEAM

Andreas Herrmann (Inszenierung), Max Wehberg (Bühne), Sabin Fleck (Kostüme), Martin Baumgartner (Musik), Peter Weiss (Licht), Carolin Losch (Dramaturgie)

 

Alle Vorstellungen

7.12. | 8.12. | 11.12. | 12.12. | 27.12. | 29.12.2013| 3.1. | 10.1. | 16.1. | 21.1. | 23.1. | 9.2. | 22.2. | 2.3.2014

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑