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"Der Rosenkavalier" von Richard Strauss in der Deutschen Oper am Rhein

Copyright: Matthias Jung

 

Warum ändern, was sich bewährt hat? Die fast 34 Jahre alte Inszenierung des "Rosenkavaliers" von Otto Schenk wurde jetzt in der Deutschen Oper am Rhein wieder aufgeführt. In klassischer Ausstattung mit eleganter Möblierung kann sie auch heute noch bestehen. Das liegt zum einen daran, dass auf zeitgenössische Bezüge verzichtet wurde, aber auch an der bis in einzelne Gesten hinein genauen psychologischen Charakterisierung, sowie der idealen Rollenbesetzung. So berührt Manuela Uhl als kluge Feldmarschallin, die mit dem Alterungsprozess kämpft, aber die Großmut hat, auf ihren jungen Liebhaber zugunsten einer Jüngeren zu verzichten. Wie feinsinnig Uhl die wehmütige Stimmung des Abschiednehmens darstellt, ist schon großartig.

 

Lars Woldt dagegen darf als rüder Baron Ochs von Lerchenau alle komischen Register der Commedia dell'arte-haften Figur als selbstgewisser, geiziger Lustmolch auskosten. Katarzyna Kuncio überzeugte sowohl als liebender Octavian als auch in der komischen Rolle als verkleidete Kammerzofe Mariandel. Alle Facetten von Sophie, ausgehend von der gehorsamen Tochter über die enttäuschte Braut, die Verliebte, zornig Widerstand Leistende, um den Vater Besorgte bis zur anrührend Dankbaren, zeigte Anke Krabbe auf. Zwar ebenfalls an Commedia dell'arte Figuren angelehnt sind die Rollen des Intrigantenpaares Valzacchi (Bruce Rankin) und Annina (Susan Maclean), sie werden aber nicht überzeichnet. Und die Lakaien sind schon von spezieller Art: überaltert und übertrieben geschminkt wird so das Hofzerimonell ironisiert.

 

Die nuancierte, spritzige Inszenierung, komisch, aber mit Tiefgang, überzeugte auch sängerisch und musikalisch und wurde daher mit stürmischem Beifall bedacht.

 

DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss

Komödie für Musik in drei Aufzügen

Text von Hugo von Hofmannsthal

In deutscher Sprache mit Übertiteln

 

Musikalische Leitung:Axel Kober

Inszenierung: Otto Schenk

Bühne: Bert Kistner

Kostüme: Gabriele Frey

Licht: Volker Weinhart

Chorleitung: Christoph Kurig

Leitung Kinderchor: Sabina López Miguez, Daniela Bosenius

 

 

Feldmarschallin: Manuela Uhl

Baron Ochs von Lerchenau: Lars Woldt

Octavian: Katarzyna Kuncio

Faninal: Stefan Heidemann

Sophie: Anke Krabbe

Leitmetzerin: Lisa Griffith

Valzacchi: Bruce Rankin

Annina: Susan Maclean

Polizeikommissar: David Jerusalem

Haushofmeister der Marschallin: Florian Simson

Haushofmeister des Faninal: Luis Fernando Piedra

Notar: David Jerusalem

Wirt: Johannes Preißinger

Sänger: Jussi Myllys

Adelige Witwe: Manuela Kunze

Waisen: Silvia Mauer, Sibylle Eichhorn, Barbara Olschner

Modistin: Ruth Mauderer

Tierhändler: Dae-Il Park

Leopold: Manfred Klee

Hippolyte: Bernd Uwe Staatz

Lakai der Marschallin: Volker Kiefer, Klaus Walter, Karl Thomas Schneider, Ortwin Rave

Chor der Deutschen Oper am Rhein

Kinderchor: Düsseldorfer Mädchen- und Jungenchor

Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

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