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Ruhrfestspiele Recklinghausen 2019

1. Mai bis 9. Juni 2019 im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen und in zahlreichen weiteren Spielstätten

Unter dem Motto „Poesie und Politik“ beginnen am 1. Mai die Ruhrfestspiele unter der neuen Intendanz von Olaf Kröck. Die erste Festspielsaison berührt in diesem Spannungsfeld eine Vielzahl von Themen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen, Abschottungsfantasien in Europa, romantische Sehnsüchte nach Lebendigkeit im Spätkapitalismus und Strukturen des Populismus. 90 Produktionen mit rund 210 Veranstaltungen, davon drei Eigenproduktionen, eine Uraufführung, sieben Deutschlandpremieren und eine Kunstausstellung werden zwischen dem 1. Mai und dem 9. Juni im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen und in zahlreichen weiteren Spielstätten, u. a. in der Halle König Ludwig 1/2, im Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt und in der Christuskirche zu sehen sein. Beteiligt sind mehr als 850 Künstlerinnen und Künstler aus rund 16 verschiedenen Ländern, darunter Namibia, dem Libanon, Israel, Indien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Griechenland und der Ukraine.

 

 

 

Copyright: Grand Finale

Das Theater hat immer schon die Frage nach dem Zusammenleben gestellt. Es hat immer schon auf den Menschen und die Gesellschaft in Augenblicken von Umbrüchen geblickt. Und es hat immer schon gezeigt und dazu beigetragen, wie die neuen, unüberschaubaren Herausforderungen des Lebens gemeistert werden können. Denn von Neuanfängen, von Aufbrüchen und Utopien erzählt das Theater seit seinen Ursprüngen. Die Ruhrfestspiele selbst sind in einem Moment eines gewaltigen Umbruchs entstanden. Heute, nach über 70 Jahren, ist mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus wieder ein Umbruch zu erleben.

Zu den Höhepunkten des Festivals gehören die Eigenproduktion „What Is the City but the People?“, die nach einer Idee des renommierten Konzeptkünstlers und Turner-Preisträgers Jeremy Dellerfür das Manchester International Festival konzipiert wurde, die Deutschlandpremierenvon Peters Brooks „The Prisoner“und Ivo van Hoves „Ein wenig Leben“, nach dem Roman von Hanya Yanagihara, und die beiden Tanzarbeiten „Grand Finale“von Hofesh Shechterund „The Great Tamer“von Dimitris Papaioannou. Zudem gibt es eine neue Reihe im Bereich Literatur: Die Ruhrfestspiele haben an drei Abenden drei Gäste zum Gespräch mit dem Literaturkritiker und Moderator Denis Scheckeingeladen. Es sind drei Jahrhundertbiografien: Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, außerdem Autor und Filmemacher Georg Stefan Trollerund der amerikanische Anwalt und Autor Louis Begley. Als Eigenproduktionpräsentieren die Ruhrfestspiele zudem den Abend „Hüller trifft Hauschka“der beiden oscarnominierten Künstler Sandra Hüller und Volker Bertelmann alias Hauschka.

Zudem gibt es eine neue Reihe im Bereich Literatur, in der der Literaturkritiker und Moderator Denis Scheck drei Gäste begrüßen wird: Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Autor und Filmemacher Georg Stefan Troller und den amerikanische Anwalt und Autor Louis Begley. Als Eigenproduktion präsentieren die Ruhrfestspiele zudem den Abend „Hüller trifft Hauschka“ der beiden oscarnominierten Künstler Sandra Hüller und Volker Bertelmann alias Hauschka.
 

Das Eröffnungswochenendeder Ruhrfestspiele präsentiert ein Kaleidoskop aus Kulturvolksfest, Tanz, Theater, Bildender Kunst, Lesung, Konzert, Gespräch und Feier. Nach dem Kulturvolksfest am 1. Mai folgt die feierliche Eröffnung der Ruhrfestspiele 2019 am 3. Maiim Großen Haus des Ruhrfestspielhauses. Die Eröffnungsredewird die 1980 in Greifswald geborene Judith Schalanskyhalten. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Beststeller „Atlas der abgelegenen Inseln“, der Roman „Der Hals der Giraffe“ und „Verzeichnis einiger Verluste“, ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet. Die Eröffnungsinszenierung direkt im Anschluss ist der internationale Tanzabend „Beytna“des Maqamat Dance Theatre Lebanon. Am 4. Mai geht es in die Recklinghäuser Innenstadt, wo 100 ausgewählte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Recklinghausen in „What Is the City but the People?“ihre ganz eigenen Lebensgeschichten auf einem Laufsteg inmitten der Innenstadt präsentieren – ein lebendiges, berührendes Selbstportrait der Ruhrfestspielstadt Recklinghausen.

Am gleichen Abend folgt die Uraufführung von „Das Heerlager der Heiligen“nach Jean Raspail in der Regie von Hermann Schmidt-Rahmer, koproduziert mit dem Schauspiel Frankfurt. Die Vernissage von „Temp EST“der israelischen Künstlerin Penny Hes Yassourin der Kunsthalle Recklinghausen am Folgetag (5. Mai) ist eine Installation auf mehreren Etagen über Grenzen und Grenzziehungen zwischen Ländern, Menschen und Kulturen. Außerdem präsentieren die Ruhrfestspiele an diesem Tag die Lesung von John Bergers „Einst in Europa“von Lina Beckmann und Charly Hübnerund am Abend zur Eröffnung des Festspielzeltes im Stadtgarten das Konzert „Roses“der legendären ukrainischen Band Dakh Daughters.

Höhepunkt und Abschluss des Eröffnungsreigens ist am 6. Mai das Gespräch der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müllermit dem Literaturkritiker und Moderator Denis Scheckim Großen Haus des Festspielhauses.
 

Schauspiel - Der leere Raum

„Ich kann jeden leeren Raum nehmen und ihn eine nackte Bühne nennen. Ein Mann geht durch den Raum, während ihm ein anderer zusieht; das ist alles, was zur Theaterhandlung notwendig ist.“ So lauten die ersten Sätze des wegweisenden Theatermanifests „Der leere Raum“ von dem großen britischen Theaterregisseur Peter Brook. Die Ruhrfestspiele zeigen die neueste Inszenierung aus seinem legendären Pariser Théâtre des Bouffes du Nord als Deutschlandpremiere. „The Prisoner“von Peter Brook und Marie-Hélène Estienne ist noch einmal in aller Einfachheit und Klarheit ein schlagendes Beispiel seiner einzigartigen Theaterkunst.

Die Ruhrfestspiele möchten in ihrer Festspiel-Saison 2019 an Heiner Müllererinnern: an die Kraft seiner Texte und Gedanken in der Lesung „Für alle reicht es nicht“, gelesen von dem Schauspieler Milan Peschel, und mit Heiner Müllers legendärer Inszenierung von Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“mit Martin Wuttkein der Titelrolle. Vor 24 Jahren, im Juni 1995, war die umjubelte Premiere im Berliner Ensemble. Über 400 Mal ist die Aufführung seitdem in der ganzen Welt gezeigt worden. Die Inszenierung ist ein Meilenstein politischen Theaters und heute thematisch aktueller denn je.Peter Brook und Heiner Müller bilden die beiden Pole, zwischen denen sich das weitere Programm entfaltet: Gezeigt werden wichtige junge Regiehandschriften, neue Formen politischen Theaters, international bedeutende Produktionen, Schauspielerfeste und partizipative Formate zwischen Bildender Kunst und Theater. Mit der Deutschlandpremiere von Ivo van Hovesinternational beachteter Amsterdamer Inszenierung des Bestsellers

„Ein wenig Leben“von Hanya Yanagiharastellt das Festival einen der führenden internationalen Regisseure bei den Ruhrfestspielen vor. Als Uraufführung wird Hermann Schmidt-RahmerJean Rapails „Das Heerlager der Heiligen“in Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt aufführen. In Karin Beiers Inszenierung von Albees modernem Klassiker „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“spielen Maria Schraderund Devid Striesowdie Hauptrollen in der abgründigen Ehehölle.

Der Abend „Istanbul“der jungen türkeistämmigen Regisseurin Selen Karalässt verschiedene Kulturen auf der Suche nach Glück, Heimat und Liebe einander begegnen, indem die Frage durchgespielt wird, was gewesen wäre, wenn das Wirtschaftswunder nicht in Deutschland, sondern in der Türkei stattgefunden hätte. Die Ruhrfestspiele zeigen zudem in Koproduktion mit dem Berliner Ensemble die Premiere von „Max und Moritz. Eine Bösebubengeschichte für Erwachsene“in der Inszenierung von Antú Romero Nunes. Die Uraufführung von „Hochdeutschland“von Alexander Schimmelbusch, dem „Buch der Stunde“, in der Inszenierung von Christopher Rüpingvon den Münchner Kammerspielen, beschäftigt sich mit den Sehnsüchten der deutschen Seele im Spätkapitalismus und dem irritierenden und verführenden Phänomen populistischer Bewegungen heute. Und nicht zuletzt – und damit schließt sich der Kreis zu Peter Brook und Heiner Müller – zeigen die Ruhrfestspiele 2019 mit drei Inszenierungen eine Werkschaudes Regisseurs Roberto Ciulli.

Tanz – In Bewegung 


Neben der Eröffnung mit Omar Rajehs „Beytna“zeigen die Ruhrfestspiele 2019 vier weitere internationale Arbeiten im Bereich Tanz, die alle in der einen oder anderen Weise durch die große Choreografin Pina Bausch geprägt sind. Einer der Künstler, den das Tanztheater von Pina Bausch sichtbar beeinflusst hat, ist der griechische Choreograf Dimitris Papaioannou, der seit einigen Jahren zu den Shootingstars des internationalen Tanzes gehört. Seine Produktion „The Great Tamer“entwickelt das Konzept eines erzählenden Theaters durch Bewegung ohne Sprache für die Gegenwart weiter. Eng verbunden mit Pina Bausch ist bis heute die Folkwang Universität der Künste, an der die Choreografin selbst in den 1950er Jahren ihre Tanzausbildung erhielt. Bis heute gehört die Essener Tanzausbildung zu den besten des Landes. In dem Doppelabend „wilderness tender / Auftaucher“der Choreografinnen Stephanie Miracleund Henrietta Hornzeigen Absolvent*innen des Studiengangs Tanz ihr Talent.

Der aus Israel stammende Choreograf, Tänzer und Musiker Hofesh Shechter ist einer der zurzeit gefragtesten internationalen Künstler des zeitgenössischen Tanzes. Die Ruhrfestspiele zeigen seine neuste Arbeit „Grand Finale“. Zu den wichtigen Vertreterinnen des neuen zeitgenössischen Tanzes gehört auch die Regisseurin

Monika Gintersdorfer. Gemeinsam mit dem ivorischen Tänzer Gadoukou la Star analysiert sie mit ihrem neuen Ensemble La Fleurden Tanz selbst. Die Ruhrfestspiele präsentieren die Deutschlandpremiere der neusten Arbeit „Das Jetzt-Stück n° 11 – Massiv inspiriert in Paris“, die zeigt, wie der Mix von Tanz- und Musik-Stilen aus Afrika und Europa zu einem wichtigen Mittel der Selbstvergewisserung junger Menschen wird.


Literatur – Von der Welt erzählen

Für die Ruhrfestspiele spielt das Buch, die Literatur traditionell eine wesentliche Rolle. Und so wird es auch in diesem Jahr weitergehen. Die Ruhrfestspiele möchten 2019 ganz bewusst Menschen zu Wort kommen lassen, die auf ein langes Leben voller historischer Umbrüche zurückschauen können, um ihren Erfahrungen ein Ohr schenken zu können. Zudem gibt es eine neue Reihe im Bereich Literatur. Die Ruhrfestspiele haben an drei Abenden drei Gäste zum Gespräch mit dem Literaturkritiker und Moderator Denis Scheckeingeladen. Es sind drei Jahrhundertbiografien: Die Literaturnobel-preisträgerin Herta Müllerkommt aus Berlin, der 97-jährige Autor und Filmemacher Georg Stefan Trollerkommt aus Paris und der große amerikanische Anwalt und Autor Louis Begleykommt aus New York zu den Ruhrfestspielen. Im Gespräch mit Denis Scheck werden ihre ganz besonderen Perspektiven auf unsere Geschichte und unsere Gegenwart zu erleben sein.Neben dieser neuen Reihe setzen die Ruhrfestspiele die Lesungen mit Schauspieler*innen fort: Milan Peschelliest unter dem Titel „Für alle reicht es nicht“ begleitend zu Heiner Müllers Inszenierung von Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ Texte von Heiner Müller.

Lina Beckmann und Charly Hübnerlesen gemeinsam „Einst in Europa“ – die vielleicht schönste Liebesgeschichte des großen Schriftstellers, Malers, Kunstkritikers und Denkers John Berger. Caroline Petersliest aus „Malina“, dem einzigen vollendeten Roman von Ingeborg Bachmann. Wolfram Kochliest frühe Erzählungen Anton Tschechows, Dietmar Bär„Eine Rebellion“ von Joseph Roth. Die vielfach ausgezeichnete TV-Moderatorin Dunja Hayali, gebürtige Westfälin aus irakisch-christlichem Elternhaus, stellt ihr aktuelles Buch „Haymatland“ im Gespräch mit dem Intendanten Olaf Kröck vor. Und die beiden Schauspieler Christine Sommerund Martin Brambachzeigen Erich Kästners Großstadtroman „Der Gang vor die Hunde“ als szenische Lesung mit Musik. Außerdem präsentieren die Ruhrfestspiele zusammen mit WortLautRuhr einen „Best of Poetry Slam“, moderiert von Jan Philipp Zymny. Und in Zusammenarbeit mit dem renommierten Schweizer Magazin „Reportagen“ bieten die Ruhrfestspiele an vier Sonntagnachmittagen „Reportagen Live – Weltgeschehen im Kleinformat“, bei denen ausgewählte Reporter*innen ihre Geschichten vortragen und von ihren Recherchen berichten.
 

#jungeszene – Jenseits der Grenzen

Die Ruhrfestspiele wollen Arbeiten jüngerer Theatermacher*innen, die jenseits von traditionellen Erzählweisen und herkömmlichen Figurenkonstruktionen, von repräsentativen Theaterarchitekturen und dem klassischen Literaturtheaterkanon neue Wege gehen, und neue Inhalte und Formen suchen, mehr Raum geben. #jungeszene ist daher ein neuer Schwerpunkt innerhalb des Programms der Ruhrfestspiele.

„OWELA“ist ein Festival im Festival, gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes. Das namibische Kaleni Kollectivstellt darin die Frage nach der Zukunft der Arbeit. Für die Ruhrfestspiele entwickeln die acht Künstler*innen zwischen Deutschland und Namibia einen Raum für eigenständige Perspektiven. Zusammen mit Initiativen und Aktivist*innen aus Windhoek entstehen Performances, Choreografien, Installationen, Filme und Inszenierungen. Außerdem präsentieren die Ruhrfestspiele im Rahmen von #jungeszene die Deutschlandpremiere des jungen, indischen Theatermachers Abhishek Thapar„My Life at the Intersection / Mein Leben an der Kreuzung“, einen berührenden Abend neuen theatralen Erzählens über die Frage nach Heimat, Herkunft, Familie und die Bedeutung der Geschichte für das eigene Leben. Das libanesisch-französische Collectif Kahrababegibt sich in der Arbeit „Origin of a Tale“ auf eine Reise zum Ursprung des Erzählens mit Lehm. Direkt vor den Augen des Publikums wird die Erzählung zum Leben erweckt. In ihrer Arbeit, die für die ganze Familie geeignet ist, verbindet sich Figurentheater mit Bildhauerei, Bewegung mit Malerei und Musik. Zu Gast ist zudem das Performancekollektiv Henrike Iglesiasmit seiner neusten Arbeit „Fressen“.  

Neuer Zirkus – Kreatives Chaos in Bestform

Die stark körperliche, visuelle, internationale Sprache des Neuen Zirkus ist kultur- und generations-übergreifend. Dieser Aspekt wurde von den Ruhrfestspielen im Rahmen des FRiNGE Festivals in den letzten Jahren immer wieder aktiv gelebt und wird ab der Saison 2019 unter dem Begriff „Neuer Zirkus“ weitergeführt. Zu Gast sind in dieser Saison acht international führende Gruppen und Kompagnien dieses Genres. Als Deutschlandpremiere präsentieren die Ruhrfestspiele „Boutelis“ der Compagnie Lapsusaus Frankreich, die zu den Vorreitern des Genres zählen, und „Oh Oh“ der Schweizer Compagnia Baccalà, die bereits 2015 mit ihrer Show „PSS PSS“ begeisterten. Poyo Rojoaus Argentinien kommen mit einer Show, die in einer wilden Mischung aus Tanz und Kampfsport bestimmte Männlichkeitsbilder dekonstruieren, zu den Ruhrfestspielen. Und in der Produktion „Raven“ beleuchten die Berliner Künstlerinnen still hungryklug ihre Erfahrungen als Artistinnen und Mütter. Im Festspielzelt bringt die mexikanische Clownin Gabriela Muñozin „Perhaps, Perhaps... Quizás“ mit ihrer Suche nach Mr. Right ihr Publikum zum Lachen und auch zum Weinen. „inTarsi“ der Compañía de Circo„eia“ aus Spanien präsentiert akrobatische Höchstleistungen. Dafür brauchen sie nicht mehr als eine zerlegbare Holzscheibe, die in immer neuen Konstellationen auseinander- und zusammengebaut wird. Die Compagnie Galapiataus Frankreich geht mit „Parasites“ an die Grenzen des Zirkus. Ihr Zirkusgedicht zeigt eine postapokalyptische Welt, in der die Akteure buchstäblich Beton durchbrechen. Zur Woche des Sports präsentieren die Ruhrfestspiele zudem mit „Driftwood“ von Casus Circuseinen der Lieblinge der vielseitigen australischen Szene für Neuen Zirkus.Spielorte des Neuen Zirkus sind 2019 neben dem Festspielzelt das Theater Marl, das Kleine Haus im Ruhrfestspielhaus und die Halle König Ludwig 1/2.

Kinder- und Jugendtheater – Eine Frage der Zukunft

Die Ruhrfestspiele bauen den Bereich Kinder- und Jugendtheater unter der Intendanz von Olaf Kröck aus. In der Festspielzeit 2019 werden zehn Theater mit ihren Arbeiten zu Gast sein, die in diesem Genre als wegweisend gelten. Dazu gehört das renommierte BerlinerGRIPSTheater, das mit seiner neuen Produktion „Dschabber“ von Marcus Youssef in der Regie von Jochen Strauch zu Gast sein wird. Zudem präsentieren die Ruhrfestspiele in diesem Jahr die mit dem FAUST-Theaterpreis ausgezeichnete Arbeit „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ in der Regie vonMartina van Boxenund die neueste Regie von FAUST-Preisträgerin Brigitte Dethier, „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse des Jungen Ensembles Stuttgart. Weitere Arbeiten werden zudem u. a. vom Jungen Nationaltheater Mannheimzu Gast sein („Pinocchio“) und die bekannte Performacegruppe Showcase Beat Le Mothat für Kinder Grimms „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ entwickelt, koproduziert u. a. mit dem Deutschen Theater Berlin.

Außerdem ist das Musa! Ensemble unter der Leitung von Andrea Apostoli mit seinem Krabbelkonzertzu Gast bei den Ruhrfestspielen. Die diesjährige mobile Produktion in Zusammenarbeit mit innogy SE ist ein szenisches Live-Hörspiel nach Otfried Preußlers „Der kleine Wassermann“. Die Ruhrfestspiele möchten auch unter neuer Leitung an die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kindergärten, Jugendgruppen, Schulklassen, Kursen und Seminaren der Region anknüpfen und sie erweitern. Zur Unterstützung von Alois Banneyer wird während der Festspiele die erfahrene Theaterpädagogin Franziska Rieckhoff das Team um theaterpraktische Angebote unterstützen. Außerdem steht Dramaturgin Monika Gies-Hasmann als Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Kinder- und Jugendprogramm zur Verfügung.  Neu im Angebot sind zahlreiche Vor- und Nachbereitungen, sowie Angebote zum Mitmachen wie Workshops und Clubs sowohl für Kinder und Schüler*innen als auch für Kindergärtner*innen, Lehrer*innen und Gruppenleiter-*innen.

Musik, Kabarett, Dialog

Die Ruhrfestspiele bieten in ihrer Saison 2019 zahlreiche weitere Programmpunkte an. Neben der Eigenproduktion „Hüller trifft Hauschka“liegt der musikalische Akzent 2019 im Bereich der vokalen Musik. Zu Gast sind u. a. die renommierte Vocalband SLIXS, außerdem Humanophonesund Sjaella. Außerdem wird Nikko Weidemann, der für seine Filmkomposition zu „Babylon Berlin“ 2018 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, sein neues Programm „Ich seh Monster“ zur Uraufführung bringen. Die Neue Philharmonie Westfalenspielt ein Sinfoniekonzert mit dem Titel „Skandale!!“ mit Werken von Richard Wagner, Alban Berg und Anton Bruckner, außerdem findet das diesjährige Frühjahrskonzert der NPW zusammen mit dem Städtischen Chor Recklinghausen im Rahmen der Ruhrfestspiele statt. Geplant sind zudem Konzerte in der Sparkasse Vest (u. a. mit dem Rosani Reis Familientrio) und der Sparkassen-Clubraum No. 4 zeigt eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen.
Im Bereich Kabarett sind u. a. Sven Pistor, STORNOund Wladimir Kaminerzu Gast. Neu eröffnet in der Festspielsaison 2019 die Bar42im Festspielhaus. Hier präsentieren die Ruhrfestspiele u. a. in Zusammenarbeit mit dem DGB die neue Reihe „Partei ergreifen“. Außerdem finden hier zahlreiche Einführungen und Publikumsgespräche statt und unter dem Titel „Reden mit …“laden die Ruhrfestspiele ausgewählte Künstler*innen des Festivals zum Gespräch. Bereits verabredet sind Gespräche mit Henrike Iglesias, Roberto Ciulli und Dimitris Papaioannou.

 

 
 

Fakten zur Ruhrfestspielsaison 2019: 1. Mai - 9. Juni

90 Produktionen mit rund 210 Veranstaltungen, davon drei Eigenproduktionen, eine Uraufführung, sieben Deutschlandpremieren und eine Kunstausstellung. Rund 16 Spielstätten im Ruhrfestspielhaus, der Halle König Ludwig 1/2 und Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt, der Christuskirche und in zahlreichen weiteren Orten.

Beteiligt sind mehr als 850 Künstlerinnen und Künstler aus rund 16 verschiedenen Ländern, darunter u. a. Namibia, Libanon, Israel, Indien, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Griechenland, USA, Argentinien, Australien, Spanien, Schweiz, Ukraine.

Uraufführungen:

 „Das Heerlager der Heiligen“nach Jean Raspail, Regie: Hermann Schmidt-Rahme, Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt, 4.-6. Mai 2019 

„Hochdeutschland“nach dem Roman von Alexander Schimmelbusch, Regie: Christopher Rüping, Münchner Kammerspiele, 7.-9. Juni 2019 (Gastspiel der Uraufführung, UA im Mai 2019)

Eigenproduktionen: 

„What Is the City but the People?”, Regie: Richard GregoryErstmals produziert vom Manchester International Festival, 4. Mai 2019 (Rathausplatz)
Deutschlandpremiere 

„OWELA – die Zukunft unserer Arbeit“Ein Festival in Recklinghausen und Windhoek, Namibia, Künstlerische Leitung: Kaleni Kollectiv8.-12. Mai, Halle König Ludwig 1/2 & Ruhrfestspielhaus, 4.-9. Juni, Windhoek, Namibia

 „Hüller trifft Hauschka“von und mit Sandra Hüller und Hauschka, 29. Mai 2019

Deutschlandpremieren:

„The Prisoner“, Text und Regie: Peter Brook und Marie-Hélène Estienne, Koproduktion mit dem Théâtre des Bouffes du Nord Paris, 9.-12. Mai 2019

„Ein wenig Leben“nach dem Roman von Hanya Yanagihara, Konzept & Regie: Ivo van Hove Koproduktion mit dem Internationaal Theater Amsterdam, 17.-19. Mai 2019 

„Das Jetzt-Stück No. 11 – Massiv inspiriert in Paris“von Monika Gintersdorfer, Franck E. Yao alias Gadoukou la Star und La Fleur, 22.-24. Mai 2019

„My Life at the Intersection / Mein Leben an der Kreuzung“von und mit Abhishek Thapar, 16.-18. Mai 2019 

„Boutelis“von Compagnie Lapsus, 10.-12. Mai 2019 

„Oh Oh“, Compagnia Baccalà, 26.-30. Mai 2019

Premiere:

„Max und Moritz. Eine Bösebubengeschichte für Erwachsene“nach Wilhelm Busch, Regie: Antú Romero NunesKoproduktion mit dem Berliner Ensemble, 10.-12. Mai 2019 

Kunstausstellung:

Penny Hes Yassour „Temp Est“, Kunstausstellung der Ruhrfestspiele, 5. Mai – 14. Juni 2019 (Kunsthalle
 

Alle Infos www.ruhrfestspiele.de/programm
Kartenstelle der Ruhrfestspiele Recklinghausen • Martinistraße 28 • 45657 Recklinghausen •
Tel. +49 2361 9218-0• E-Mail-Adresse: kartenstelle@ruhrfestspiele.de

 

 

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