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Der Theaterpreis Würzburg 2008

Theaterpreis 2008 an Sänger Uwe Schenker-Primus

Förderpreise für Tänzerin Ako Nakanome und

Schauspieler Philipp Reinheimer

 

Der Der Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters Würzburg e.V. zeichnet Sänger Uwe Schenker-Primus mit dem „Theaterpreis Würzburg 2008“ aus. Die Tänzerin Ako Nakanome und der Schauspieler Philipp Reinheimer erhalten jeweils einen der Förderpreise des Theaterfördervereins.

 

Im festlichen Rahmen des Jahresschlusskonzerts am 30. Dezember 2008 im Großen Haus des Mainfranken Theaters Würzburg vergab der Theaterförderverein, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Bruno Forster, zum zehnten Mal den Theaterpreis Würzburg, gestiftet von der Sparda-Stiftung-Nürnberg. Im Jubiläumsjahr ist der Theaterpreis zum ersten Mal mit 3000,-- € dotiert.

 

Bereits zum zweiten Mal in Folge konnten durch die Spende von zwei Mitgliedern des Theater-Fördervereins, die ungenannt bleiben möchten, wiederum zwei Förderpreise, dotiert mit jeweils 1.000.- €, an Nachwuchskünstler vergeben werden.

 

Somit konnten in allen drei Sparten Preise vergeben und damit dem Mainfranken Theater Würzburg als einzigem Dreispartenhaus in der Region Rechnung getragen werden.

 

Der Theaterpreis Würzburg wurde im Jahre 1995 vom Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters Würzburg ins Leben gerufen. Mit ihm wird, in der Zwischenzeit jährlich, eine Künstlerin oder ein Künstler des Mainfranken Theaters ausgezeichnet, die oder der sich durch ihr bisheriges Wirken an diesem Hause durch eine exzellente künstlerische Leistung ausgezeichnet und Überdurchschnittliches geleistet hat.

 

In diesem Jahr verleiht der Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters bereits zum zehnten Mal den Theaterpreis Würzburg. Ein Blick auf die Karrieren der bisherigen Preisträger zeigt, dass dieser mittlerweile sehr renommierte Preis eine wegweisende Station in der jeweiligen künstlerischen Entwicklung darstellte.

 

So gehört die Preisträgerin von 1998, die Schauspielerin Franziska Geyer, heute zum festen Ensemble des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden. Holger Dexne, Preisträger von 2000 ist in zahlreichen Fernsehproduktionen, in Sönke Wortmanns “Das Wunder von Bern”, am Deutschen Schauspielhaus und am Altonaer Theater in Hamburg zu erleben gewesen. Preisträger Evan Christ, der frühere 1. Kapellmeister des Mainfranken Theaters, ist seit dieser Spielzeit Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus und Preisträger Andreas Bauer, ist seit 2006 festes Ensemblemitglied an der Staatsoper unter den Linden in Berlin.

 

Weitere Preisträger waren Chordirektor Markus Popp, Tänzer Ivan Alboresi, Schauspielerin Anne Simmering und Ballettdirektorin Anna Vita, die nach wie vor am Mainfranken Theater engagiert sind.

 

Mit dem Förderpreis zeichnet der Förderverein insbesondere junge Künstlerinnen und Künstler aus, die am Anfang ihres Berufsweges stehen, durch ihre bisherigen Leistungen gezeigt haben, dass sie über ein großes und vielseitiges Talent verfügen und erwarten lassen, dass sie auch weiterhin einen erfolgreichen Weg gehen werden. Der Preis ist eine Anerkennung für bisher bereits geleistetes, gleichzeitig aber auch Ansporn und Ermutigung, weiterhin in die eingeschlagene Richtung zu gehen. Er soll zeigen, dass sich die bisherigen Mühen gelohnt haben.

 

Theaterpreis Würzburg 2008 für den Sänger Uwe Schenker-Primus

 

Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury einen Künstler, der seit der Spielzeit 2005 dem Ensemble des Mainfranken Theaters angehört und in dieser Zeit sein großes und vielseitiges Ta-lent in einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Rollen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Uwe Schenker-Primus sei „ein Sänger, der – oft mit Hintersinn und Schalkhaftigkeit – in seine Rollen schlüpft, zur jeweiligen Figur wird, die bei ihm immer in ebenso anrührender wie mitreißender Übereinstimmung von Stimme und Spiel für den Zuschauer zum Leben erweckt wird“, so Bruno Forster in seiner Laudatio.

 

Uwe Schenker-Primus studierte an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Professor Monika Bürgener und sang bereits während seines Studiums mehrfach am Mainfranken Theater Würzburg, sowie an der Kammeroper München und dem Stadttheater Fürth. Seit der Spielzeit 2005/2006 ist Uwe Schenker-Primus festes Ensemblemitglied des Mainfranken Theaters. Unter anderem war er als Schaunard in Puccinis "La Bohème", als Jupiter in "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, als Nardo in Mozarts "Gärtnerin aus Liebe", als Fürst Ypsheim-Gindelbach in der Operette "Wiener Blut" von Johann Strauß, als Ottokar in Carl Maria von Webers "Freischütz", als Sir Berkley in „Der Vampyr“ von Heinrich Marschner und als Guglielmo in „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören. Uwe Schenker-Primus wurde mehrfach ausgezeichnet. So war er 2002 Stipendiat der Deutschen Bühnengesellschaft und 2008 Stipendiat des Richard Wagner Verbandes. 2003 war er Finalist im Mozart-Wettbewerb Wiesbaden, 2004 beim Armin-Knab Liedwettbewerb Würzburg, sowie 2006 beim internationalen Mozartwettbewerb Würzburg. Als Konzert- und Oratoriensänger war er unter anderem in der „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi, in der Matthäus- und der Johannespassion, dem Weihnachtsoratorium und ver-schiedenen Kantaten von Johann Sebastian Bach, in "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy und in Carl Orffs "Carmina Burana" zu erleben.

 

Neben der überregional hoch gelobten Uraufführung von Gerhard Stäblers "Letzte Dinge" - einer Produktion des Mainfranken Theaters - war Uwe Schenker-Primus in Pendereckis Lukaspassion und Adams "Wound Dresser" auch als Interpret von zeitgenössischer Musik zu hören. In zahlreichen Konzerten arbeitete er unter anderem mit Dirigenten wie Jörg Straube, Markus Poschner, Christian Kabitz, Peter Falk und Daniel Klajner zusammen.

Als Gast trat er unter anderen beim „Rheingaufestival“ Wiesbaden, beim „Mozartfest Würzburg", beim „Open-Air Turm Baur“ Ingolstadt, beim „Nymphenburger Sommer“ München, beim „Kis-singer Sommer“ und beim "Stimmenfestival" Lörrach in Erscheinung. Gemeinsam mit dem Pianisten Klaus Simon nahm er bei Naxos die "Baritonlieder" von Hans Pfitzner und Erich Wolfgang Korngold im Rahmen einer Gesamteinspielung des Liedwerkes der beiden Komponisten auf. Die CD wird 2009 erscheinen. Die laufende Spielzeit am Mainfranken Theater Würzburg eröffnete er als Ping in Puccinis

"Turandot". Ferner ist er in Humperdincks "Hänsel und Gretel" als Peter und in der Uraufführung "Wunderhorn" von Anno Schreier als Heinrich zu erleben.

Ab dem 10. Januar 2009 wird er in der Wiederaufnahme von Mozarts "Così fan tutte" wiederum als Guglielmo, ab dem 2. Mai 2009 in Richard Wagners "Tannhäuser" als Wolfram von Eschen-bach und im Rahmen des Mozartfestes Würzburg ab dem 20. Juni 2009 als Papageno in "Die Zauberflöte" zu erleben sein.

 

Mit der Zuerkennung der Förderpreise würdigt die Jury das künstlerische Talent von zwei jungen Künstlern, von denen sie überzeugt ist, dass beide weiterhin einen erfolgreichen Weg gehen werden.

 

Förderpreis für die Tänzerin Ako Nakanome

 

Ako Nakanome erhielt ihre erste Ausbildung an der Ballettschule Momoko Tani in Tokio und studierte von 2002 bis 2004 an der Ballettschule des Hamburger Balletts. Nachdem Sie in der Spielzeit 2004/05 als Elevin am Mainfranken Theater begonnen und in verschiedenen Produktionen mitgewirkt hatte, ist sie seit der Spielzeit 2005/06 festes Ensemblemitglied der Ballettcompagnie. Mit viel innerem Ansporn und der immer währenden Liebe zum Tanz entwickelte sie sich stetig, still und ohne viel Aufhebens um ihre Person zu einer reifen, ausdrucksstarken, technisch souveränen Tänzerin.

Ob als Ballerina in Anna Vitas „Andersens Welt“, als Julia in Prokofjews „Romeo und Julia“, als Teekanne in Tschaikowskys „Der Nussknacker“ und in verschiedenen anderen Rollen, stets überzeugte sie mit ihrem Charme und ihrem Können.

 

In dieser Spielzeit begeisterte sie im Kammerballettabend „Körperklänge“ in Ivan Alboresis Cho-reografie „Wo [nie] ein Laut war“ und in Caroline Matthiessens Choreografie „Verklärte Nacht“. Ab dem 14. März 2009 wird sie als Zweitbesetzung in der Titelrolle von Anna Vitas Choreografie „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach dem gleichnamigen Roman von Oscar Wilde zu erleben sein.

 

Förderpreis für den Schauspieler Philipp Reinheimer

 

Philipp Reinheimer verfügte bereits über Erfahrungen als Regieassistent und erste Bühnenerfahrungen in verschiedenen kleineren Rollen bevor er im Jahr 2006 als Schauspieleleve am Mainfranken Theater eine umfassende zweijährige Ausbildung zum Schauspieler begann. Während dieser Zeit war er unter anderem als Kai in Kristo Sagors „Dreier ohne Simone“ als Max in Wilhelm Buschs „Max und Moritz“, als Hofmarschall von Kalb in Schillers „Kabale und Liebe“ sowie in Carlo Goldonis „Diener zweier Herren“ und in Büchners „Dantons Tod“ zu erle-ben. Außerdem stand er in seinem Diplomstück „Disco Pigs“ von Enda Walsh in der Regie von Schauspieldirektor Bernhard Stengele in der Rolle des Keiler auf der Mainfranken Bühne.

In dieser Spielzeit eröffnete er als Roller/Kosinsky in Schillers „Die Räuber“, wirkt als Ferdinand Müller im Songprojekt „Love Revolution“ mit und als Kalif im diesjährigen Weihnachtsmärchen „Kalif Storch“. Neben Schauspieldirektor Bernhard Stengele ist er auch im Heine Abend „Deutschland. Ein Wintermärchen“ in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters zu erleben.

Die Presse beurteilte seine Leistungen mit Begriffen wie „überzeugende Darstellung“, „ein temperamentvoller Akteur mit klarer, ausdrucksvoller Stimme“ oder „furiose spielerische Dynamik“. Und das Main-Echo, Aschaffenburg, stellte vor einiger Zeit schließlich fest: „Ein junges Talent, auf das sich die Würzburger Theaterbesucher freuen dürfen“. Philip Reinheimer, wird, nachdem er 2008 seine Ausbildung erfolgreich mit der Bühnenreifeprüfung abgeschlossen hat, mit Beginn des neuen Jahres 2009 fest in das Ensemble des Mainfranken Theaters übernommen.

 

 

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