Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Kopien" von Caryl Churchill im Schauspiel Essen"Die Kopien" von Caryl Churchill im Schauspiel Essen"Die Kopien" von Caryl...

"Die Kopien" von Caryl Churchill im Schauspiel Essen

Premiere: 3. Februar 2016, 19:00 Uhr, Box. -----

Bernard ist entsetzt: Es gibt sie. Nicht nur einen, viele, eine ganze Gruppe! Und alle sehen aus wie er selbst, wie eineiige Zwillinge – völlig identisch! Eine Klinik muss sein genetisches Material gestohlen haben, um illegal Klone von ihm herzustellen.

Irgendein wahnsinniger Wissenschaftler muss ihn zum ahnungslosen Material seines neuesten geistesgestörten Projekts gemacht haben! Wie kann das sein? Bernards Vater Salter muss die Antwort kennen, und so stellt Bernard ihn zur Rede. Der Vater gerät in Erklärungsnot, denn er muss gestehen, dass er Bernard selbst künstlich im Labor zeugen ließ, um seinen verstorbenen ersten Sohn zu ersetzen, dass Bernard also ebenfalls eine Kopie ist. Doch sagt Salter die Wahrheit? Wenig später taucht ein weiterer „Bernard“ auf, mit dem vermeintlichen Original äußerlich identisch wie die anderen Kopien auch, aber älter …

 

Die Technologien zum Klonen eines menschlichen Embryos aus normalen Körperzellen sind in den Laboratorien des 21. Jahrhunderts längst vorhanden und in Gebrauch. Noch werden die so erzeugten Embryonen lediglich in ihre Stammzellen zerlegt, um Ersatzgewebe wachsen zu lassen. Keine Kopie eines Menschen also, sondern Material für dessen Reparatur. Doch wird es im globalen Rennen um die Optimierung menschlichen Lebens dabei bleiben? Und wenn nicht, was heißt das für den Wert des einzelnen Menschen?

 

Caryl Churchills Stück „Die Kopien“ spielt mit dem Szenario der gentechnologischen Vervielfältigung. Zunächst scheinbar als Vater-Sohn-Drama angelegt, stellt das Stück alle Prinzipien, auf denen unsere Erzählungen von Familie, Nachkommenschaft und Individualität beruhen, in Frage und untersucht detailliert die möglichen Konsequenzen, die das Klonen für ganz reale menschliche Beziehungen hätte.

 

Deutsch von Falk Richter

 

Inszenierung: Sarah Mehlfeld

Bühne und Kostüme: Christina Hillinger

Dramaturgie: Florian Heller

 

Mit: Stefan Diekmann, Jens Winterstein.

 

10. Februar ’16 19 Uhr

27. Februar ’16 19 Uhr

11. März ’16 19 Uhr

23. März ’16 19 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑