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"Die Menschliche Stimme" von Jean Cocteau in Wien

Premiere: 4. Oktober 2006, 20.00 Uhr.

Spielort: 3raum – Anatomietheater; Beatrixgasse 11, A-1030 WIEN.

"Die Menschliche Stimme" ist das imaginäre Telefongespräch einer Frau mit dem Mann, der sie verlassen hat. Den sie noch viel fataler verlassen wird, denn am Ende steht ihr Selbstmord.

Geschildert wird die Verzweiflung einer abhängigen Frau. Das Telefon ist nicht nur Medium, sondern auch Synonym für missglückte Kommunikation, Symbol für Vereinsamung und Abhängigkeit eines Menschen, der sich mehr und mehr verliert. Aber der Mann am anderen Ende der Leitung ist nicht nur Täter, er ist auch Opfer. Die Frage nach Sieger oder Verlierer kann nicht beantwortet werden. Abhängigkeit und Souveränität, Stärke und Schwäche, Macht und Ohnmacht wechseln sich ab.

Es stellt sich die Frage: wer ist dieses fiktive Gegenüber wirklich? Der Dialog am Telefon mutiert zum Monolog, zur Rede am Mikrofon. Jetzt wird der Zuschauer zum Ansprechpartner. Der Verlassende ist austauschbar und wird letztendlich selbst zum Verlassenen. Die narkotisierte Spaß-Gesellschaft gibt Cocteaus Figur keinen Raum für Schmerz. Genau das macht den Text zu einem großen, einem starken Monolog einer Aufbegehrenden. Hand an sich legen ist ein Kraftakt. Es ist ein Schrei nach Freiheit von diesseitigen Zwängen.

Die Menschliche Stimme kanalisiert diese letzte existentielle Krise.

 

Das Stück wurde unter dem Originaltitel La Voix humaine 1930 an der

ComédieFrançaise in Paris uraufgeführt. Berühmte deutschsprachige Rolleninterpreten des skandalumwitterten Stücks waren Hildegard Knef und Klaus Kinski.

 

Regie: Fanny Brunner

Ausstattung/Zeichnungen: Eva Grumeth

Raumelement: Michael Wörgötter

Produktion: Fiona Liewehr

 

Eine Produktion von dreizehnterjanuar – freie Theaterproduktionen

dreizehnterjanuar – freie Theaterproduktionen ist ein nicht gewinnorientierter Verein, der die Initiierung und Realisierung von Theaterprojekten und die Zusammenarbeit von Künstlern im Inund Ausland sucht. Besonderes Augenmerk liegt auf spartenübergreifenden theatralen Arbeiten. Egal, ob den Projekten neue oder alte literarische Stoffe oder nur thematische Schwerpunkte zugrunde liegen, geht es vor allem um das Erzählen und den schöpferischen Prozess der Zusammenarbeit verschiedener Ausdrucksformen. Die Synästhesie, die bewusste Überschneidung von Sinneswahrnehmungen, ist das Arbeitsdogma von dreizehnterjanuar.

 

Weitere Vorstellungen: 6., 7., 12., 13., 14. und 15. Oktober 20.00 Uhr

Karten (17€/11€): +43 650 / 323 33 77 oder +43 699 / 10 30 69 22; www.3raum.or.at

 

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