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„Die Schutzbefohlenen“, Elfriede Jelineks Text zur aktuellen Flüchtlingsthematik, Theater Bremen

Premiere am 14. November um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----

Es ist das alte Drama von Flucht und Abweisung, das sich in dem neuen Stück von Elfriede Jelinek abspielt und das zurzeit wieder nicht aus den Schlagzeilen kommt – nicht alle Grenzen sind für jeden gleichermaßen offen.

 

Jelinek ergreift das Wort der Flüchtlinge und Asylbewerber, sie verschmilzt das Tagespolitische mit antiken und philosophischen Texten in eine sprachgewaltige Anmaßung. Ausgehend von Asylprotesten in Wien und später durch Zusatztexte zur Flüchtlingssituation auf Lampedusa erweitert, kämpft die Literaturnobelpreisträgerin mit großer Wut und Direktheit nicht nur gegen Missstände des Asylrechts, sondern auch gegen die Verzweiflung über unsere Passivität angesichts der Ohnmacht der Fremden und Schutzbedürftigen. Und da es auch darum geht, wie wir uns mit der Thematik auseinander setzen, hat sich der Regisseur eine besondere Raumkonstellation entschieden. So wird das Foyer in eine Wartehalle verwandelt und das Publikum stößt im Zuschauerraum auf 80 Stellvertreter von Flüchtlingen.

 

In der Spielzeit 2014/15 widmet sich das Theater Bremen verstärkt den Themen Migration und Flucht. Begleitend zu den Inszenierungen wie „Die Schutzbefohlenen“, „Belleville“, „Through Their Eyes“ und „Othello“, die alle Fremd- und Zugehörigkeit thematisieren, werden im Rahmen von „in transit?“ verschiedene Vorträge, Workshops und Diskussionen angeboten. Damit soll der öffentlichen Debatte ein Raum für Dialoge zu der Situation von Migrant/innen und Flüchtlingen in Bremen hinzugefügt werden.

 

Regisseur Mirko Borscht hat dem Theater Bremen in den vergangenen zwei Jahren schon einige besondere Momente beschert. In „Europa“ sperrte er sein Publikum in Käfige, in „Larger than Life“ zeichnete er den Lebensweg eines Neonazis nach und in „Tod-krank.Doc“ schuf er, basierend auf dem Text von Elfriede Jelinek, einen barocken Todesangst-Reigen – mit Bildern, die der Betrachter kaum mehr aus dem Kopf bekam. Für seine neue Arbeit am Theater Bremen ist es nach der Uraufführung von „Tod-krank.Doc“ wieder die österreichische Nobelpreisträgerin, die für die Vorlage verantwortlich ist. Das Thema – der Umgang mit und das Leben von Flüchtlingen – könnte nicht aktueller sein. Am 14. November um 20 Uhr feiert die Inszenierung im Kleinen Haus Premiere.

 

Regie: Mirko Borscht

Bühne: Christian Beck

Kostüme: Leonie Geiser

Dramaturgie: Regula Schröter

Musik: Romy Camerun

 

Mit: Hannah Aulepp, Vincent Basse, Romy Camerun, Karin Enzler, Lisa Guth, Michael Janssen, Irene Kleinschmidt, Susanne Meyer, Gabriele Möller-Lukasz, Andy Zondag

 

Weitere Termine unter www.theaterbremen.de

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