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EIN VOLKSFEIND von Henrik Ibsen im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Donnerstag, 10.9.2015, 20 Uhr, Pfauen. -----

EIN VOLKSFEIND des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen aus dem Jahr 1883 ist eine gesellschaftskritische Anklage und Satire zugleich, eine Kampfansage an die bürgerliche Welt seiner Zeit, die Ibsen von einer Lebenslüge zerfressen sieht.

Doktor Tomas Stockmann, Bewohner eines Städtchens mit der fortschrittlichsten Kommunalverwaltung aller Zeiten, hat eine ungeheuerliche Entdeckung gemacht. Das Grundwasser ist verseucht. Verantwortlich ist ein Energiekonzern, mit dem dubiose Verträge abgeschlossen wurden. Nun drohen die Folgen des Deals den Ruf der Stadt zu ruinieren. Man feiert den „Volksfreund“ Stockmann als Entdecker eines Skandals. Im Namen der Wahrheit soll er in die Schlacht gegen den Energieriesen ziehen. Die Ehre wird ihm voreilig zuteil. Denn nach anfänglicher Euphorie schmelzen die Glück verheissenden Losungen „Transparenz“, „Demokratie“ und „digitale Partizipation“, die sich die Gemeinde stolz auf ihre Fahnen geschrieben hat, und Stockmann findet sich im Filz des kleinstädtischen Lobbyismus wieder.

 

In einer Neubearbeitung von Dietmar Dath wird das Stück in der Regie von Stefan Pucher im Pfauen Premiere feiern.

 

Dietmar Dath, ehemals Chefredakteur der Zeitschrift Spex sowie Feuilletonchef der FAZ, hat mit seinen Sachbüchern und zahlreichen Romanen auf sich aufmerksam gemacht. Er ist bekennender Marxist und befragt in seinen Schriften unsere Art des Zusammenlebens in Form von Science-Fiction und Zukunftsszenarien. In seiner Übertragung von Henrik Ibsens Ökosatire entlarvt Dath unsere smarten digitalen Welten als pseudo-demokratisches Blendwerk in den modernen, von kapitalistischen Heilsversprechungen gesteuerten Gesellschaften.

 

Regisseur Stefan Pucher, 1965 in Giessen geboren, konzipierte verschiedene Performance-Projekte, so am TAT in Frankfurt am Main und mit der britischen Gruppe „Gob Squad“. Seit 1999 inszeniert er u.a. am Theater Basel, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an der Volksbühne am Rosa- Luxemburg-Platz in Berlin, an den Münchner Kammerspielen sowie am Deutschen Theater Berlin. In Zürich hat er u.a. „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller (eingeladen zum Berliner

Theatertreffen 2011), „Die Katze auf dem heissen Blechdach“ von Tennessee Williams (2013) und „Woyzeck“ von Georg Büchner (2014) auf die Bühne gebracht.

 

Neubearbeitung von Dietmar Dath

 

Regie Stefan Pucher

Bühne Barbara Ehnes

Kostüme Annabelle Witt

Musik Christopher Uhe

Video Ute Schall

Licht Frank Bittermann

Dramaturgie Andreas Karlaganis

 

Mit:

Dr. Tomas Stockmann Markus Scheumann

Peter Stockmann, sein Bruder Robert Hunger-Bühler

Katherine Stockmann, seine Frau Isabelle Menke

Petra, deren Tochter Sofia Elena Borsani

Hovstadt Tabea Bettin

Billing Nicolas Rosat

Aslaksen Matthias Neukirch

Morten Kill Siggi Schwientek

 

Live-Musik Becky Lee Walters

Live-Video Ute Schall

 

Weitere Vorstellungen im Pfauen

15./ 18./ 23./ 24. & 26. September, jeweils 20 Uhr

13. September, 15 Uhr

2. Oktober, 20 Uhr

 

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

 

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