Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Elektra" von Hugo von Hofmannsthal in Karlsruhe"Elektra" von Hugo von Hofmannsthal in Karlsruhe"Elektra" von Hugo von...

"Elektra" von Hugo von Hofmannsthal in Karlsruhe

Premiere: Samstag, 7. Oktober 2006, 19.30 Uhr | Schauspielhaus des Badischen Staatstheaters.

Elektra ist von einem einzigen Gedanken besessen: Rache zu nehmen für die Ermordung ihres Vaters Agamemnon, der von seiner Frau Klytemnästra und ihrem Geliebten Aegisth hinterrücks im Bad ermordet wurde.

Elektra wird am Hof wie eine Sklavin gehalten und hat für ihre Rachegedanken alles geopfert: ihre Jugend, ihre Schönheit und ihre Selbstachtung. Seit Jahren erwartet sie die Rückkehr ihres Bruders Orest, der zu seinem eigenen Schutz in der Fremde aufwuchs. Als Orest schließlich eintrifft, scheint die Stunde der Vergeltung gekommen. Doch der Preis, den die Geschwister dafür zahlen, ist hoch.

 

Hofmannsthal greift den bereits von Sophokles gestalteten Stoff auf und rückt dabei die innere Zerrissen-heit der Elektra ins Zentrum. Er erzählt den Mythos vom Muttermord des Orest neu, denn anders als bei den antiken Vorbildern sind die Menschen nicht in der Lage, ihre Handlungen in einen Bezug zu einer gött-lichen Ordnung zu setzen. Ein Entkommen aus dem Kreislauf der Gewalt erscheint unmöglich. Die Ge-schichte endet im Wahnsinn und mit dem Zerfall einer Familie.

 

Der 1874 in Wien geborene und 1929 gestorbene Hugo von Hofmannsthal gilt als ein Frühvollendeter. Gemeinsam mit Max Reinhardt baute er ab 1920 die Salzburger Festspiele auf. Als äußerst fruchtbar er-weist sich auch das Zusammentreffen mit Richard Strauss, der mehrere seiner Dramen, u.a. die „Elektra“ vertonte.

 

Peter Wittenberg wurde 1960 in Hamburg geboren. Er arbeitete zunächst als Möbelrestaurator in Italien, bevor er sich dem Theater zuwandte. Er assistierte am Theater Lübeck, am Schillertheater in Berlin und am Wiener Burgtheater. Seit 1992 ist er als freier Regisseur tätig und inszenierte u.a. am Burgtheater, an der Schaubühne und am Deutschen Theater in Berlin und an den Kammerspielen München.

 

Regie: Peter Wittenberg | Bühne: Marc Bausback | Kostüme: Anna Eiermann | Musik: Nina Wurman

 

Mit: Iris Erdmann (Klytämnestra), Ursula Grossenbacher (Elektra), Mareile Blendl (Chrysothemis), Thomas Schrimm (Aegisth), Robert Besta (Orest), Stefan Viering (Der Pfleger des Orest), Lisa Schlegel (Die Vertraute); Tanja Tavernese, Rebecca Suninen, Janine Schwarze (Die Dienerinnen)

 

Weitere Vorstellungen: 11.10. und 19.10.2006

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑