Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Elfriede Jelinek - "Winterreise" - Badisches Staatstheater KarlsruheElfriede Jelinek - "Winterreise" - Badisches Staatstheater KarlsruheElfriede Jelinek -...

Elfriede Jelinek - "Winterreise" - Badisches Staatstheater Karlsruhe

Premiere 16. April 2011, 19.30 Uhr | Schauspielhaus. -----

 

Elfriedes Jelineks vielleicht persönlichstes Stück: Ein von Zitaten aus Schuberts berühmten Lieder-Zyklus durchzogener Klagegesang über das gefräßige Monster Zeit, „das Vorbei“, über Vergänglichkeit und Vergeblichkeit, offene Wunden und schmerzende Einsamkeit.

 

 

Leidend an ihrer „Unzeitigkeit“, ausgestoßen von der „Mehrheitsmeute“, unfähig sich an der Welt der „Abfahrer“ und „Anleger“ zu beteiligen, verharren ihre Figuren – nicht frei von Leidensstolz – in einer Art innerer Starre, oder verlieren sich, wie die Figur des an Alzheimer erkrankten Vaters, in einem Reich des Vergessens. In der Form ein typischer Jelinektext, tritt an die Stelle des zornigen Aufbegehrens das Gedankenhamsterrad der Depression. Dessen „ewiges Geleiere“ wäre kaum zu stoppen, gäbe es da nicht die poetische Wortlust und die bitterböse Selbstironie der Nobelpreisträgerin.

 

Der Regisseur und Bühnenbildner Michael Simon, in Karlsruhe u. a. bekannt für seine fulminante Inszenierung von Elfriede Jelineks „Prinzessinnendramen“, wird nach der Uraufführung des Stückes in München den zweiten Versuch machen, Elfriede Jelineks musikalisches Prosatheater sinnlich in Szene zu setzen.

 

Inszenierung und Bühne: Michael Simon | Kostüme: Zana Bosnjak | Musik: Nina Wurman

 

Mit: Sebastian Kreutz, Thomas Schrimm, Patricia Coridun, Teresa Trauth, Nina Wurman

 

In Kooperation mit dem Theater Ingolstadt

 

Weitere Vorstellungen: 19.4. und 30.4.2011

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 7 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑