Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
KENNWORT: HOFFNUNG im Theater FreiburgKENNWORT: HOFFNUNG im Theater FreiburgKENNWORT: HOFFNUNG im...

KENNWORT: HOFFNUNG im Theater Freiburg

Ein Theaterprojekt mit krebskranken und gesunden Jugendlichen

Premiere: Donnerstag, 20. Dezember, 20.30 Uhr, Werkraum

 

Die Projektleiter Margarethe Mehring-Fuchs, Stephan Laur und Ro Kuijpers erarbeiten erstmals ein Projekt am Theater Freiburg. Das Team und ihr Verein »Element 3« wurden zuletzt durch das Theaterprojekt »united world dot com« sowie die Dokumentarfilme »Zwischen Rap und Ramadan« und »Die Judenschublade« auch überregional bekannt.

 

 

 

»Ich bin nicht die Krankheit, ich habe die Krankheit«

»Krebs ist ein Tabuthema. Es ist weit weg von Jugendlichen, denn junge Leute haben einfach keinen Krebs – es kann einen selbst nie treffen. Hat man Krebs, verpasst man seine normale Jugend.

 

Man kann nicht einfach in die Disco gehen, weil die Leute nicht damit klarkommen, wenn man im Rollstuhl sitzt oder auf Krücken unterwegs ist. Die Leute fragen wegen meines feh-lenden Beins, ob es ein Unfall war. Wenn ich sage, dass ich Krebs habe, fragen die Leute nicht mehr weiter. Gefragt wird man aber oft, ob Krebs ansteckend sei.« (Projektteilnehmerin Ve-Ninja, 17 Jahre)

 

Nach der Diagnose Krebs ist im Leben eines jungen Menschen nichts mehr, wie es war. Das soziale Netzwerk ist meist über-fordert, der Mikrokosmos Krankenhaus wird zum Alltag, der Kon-takt zu gesunden Freunden reißt oft ab, die Krankheit wird zum Stigma. Gesunde Jugendliche haben in ihrem normalen Alltag und in ihrer Freizeitkultur keinen Kontakt zu krebskranken Jugend-lichen. Die Familie, von der man sich gerade abzunabeln begon-nen hatte, wird wieder zur einzigen sicheren Anlaufstelle.

 

»Als Jugendlicher Krebs zu haben, ist scheiße, weil man in dem Alter ohne Familie unterwegs sein will. Als Krebskranker steht man jedoch immer unter der Kontrolle der Familie und man kann sich ihr gegenüber nicht einfach ätzend wie ein normaler Ju-gendlicher benehmen. Außerdem wird man immer über die Krank-heit definiert: Es wird über mich gesprochen als ‚das ist der mit den Krücken’ und nicht ‚der mit den lockigen Haaren’. Man spricht über kranke Jugendliche immer als ‚das ist der, der Krebs hat’ oder ‚der, der Krebs hatte’. Man wird das Thema nie los!« (Projektteilnehmer Manuel, 17 Jahre)

 

In diesem Projekt erarbeiten gesunde und kranke Jugendliche einen Abend über das Tabuthema: Über den Alltag mit der Krank-heit, über ihre Ängste, Visionen, Hoffnungen, Träume, über das Leben, – und stellen die Tatsachen auf den Kopf: Die Gesunden spielen die Kranken, die Kranken die Gesunden.

 

Projektleitung: Margarethe Mehring-Fuchs & Stephan Laur

Musikalische Leitung: Ro Kuijpers

Dramaturgie: Michael Kaiser

 

Mit:

Kim Endres, Lena Gülker, Nadja Kapp, Christina Lieke, Nicki Lieke, Marina Maier, Ve-Ninja Metz, Rosa Nussbaum; Philipp Albrecht, Florian Alvi, Simon Endres, Dirk Faller, Dominik Müller, Manuel Veeser

 

Band »Die Pfleger«:

Lydia Roknic, Naomi Fuchs, Dominik Müller, Mathias Herzog, Si-mon Goldschagg

 

In Zusammenarbeit mit Element 3 – Verein zur Förderung der Ju-gendkultur e.V., der Uni-Kinderklinik Freiburg und dem Karl-Günter-Haus Familienzentrum/ Elternhaus Freiburg

 

Gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg und der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑