Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Liebe Kannibalen Godard" von Thomas Jonigk nach dem Film Week-end von Jean-Luc Godard im Schauspiel Stuttgart"Liebe Kannibalen Godard" von Thomas Jonigk nach dem Film Week-end von..."Liebe Kannibalen...

"Liebe Kannibalen Godard" von Thomas Jonigk nach dem Film Week-end von Jean-Luc Godard im Schauspiel Stuttgart

Premiere: Mittwoch, 4. Dezember 2013, 20 Uhr, Nord. -----

Es ist nur ein kleiner Schritt von der gepflegten Fahrt ins Wochenende zum barbarischen Alptraum. Corinne und Roland – ein gutaussehendes, betuchtes, wenn auch nicht mehr ganz frisch verliebtes Paar – starten mit ihrem Wagen eine Fahrt ins Blaue.

Es geht von der Stadt aufs Land. Corinnes Vater liegt dort im Sterben – und sie können es gar nicht erwarten endlich an dessen Millionen zu kommen. Doch aus der beschwingten Landpartie wird ein makabrer Horrortrip: Endlose Autostaus, Wegelagerer, die vorgeben, Gott zu sein, Menschen am Rande der Zurechnungsfähigkeit, marodierende Philosophen, Scheintote und eine verkleidete Kannibalenbande. "Week-end": das "Wochen-Ende" hat begonnen! Und Corinne und Roland sind mitten drin in der Apokalypse der bürgerlichen Welt.

 

Jean-Luc Godards Film Week-end, der in einer Bearbeitung von Thomas Jonigk auf die Stuttgarter Bühne kommt, kam 1967 in die französischen, ein Jahr später in die deutschen Kinos und gilt gleichzeitig als Antifilm wie als eines von Godards ambitioniertesten Werke. Die Radikalität Godards wird in der berühmten Einblendung zum Schluss des Films auf den Punkt gebracht. "Die Analyse. Ende der Geschichte. Ende des Kinos."

 

Niklas Ritter, geboren 1972 in Berlin, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, Regieassistenz am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen, danach Arbeit als freier Regisseur und Videokünstler, viele Jahre auch an der Seite von Armin Petras (u.a. in Stuttgart für Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Maxim Gorki Theater inszenierte er Der Mann ohne Vergangenheit, Westwärts und Die Reise. Von 2011 bis 2013 war er Leitender Regisseur am Anhaltischen Theater in Dessau, wo er u.a. Hamlet, Peer Gynt, Wer hat Angst vor Virginia Woolf und Der Kirschgarten inszenierte. Darüber hinaus arbeitet er kontinuierlich am Hans Otto Theater in Potsdam und am Theater Bonn, wo er zuletzt bei Leben des Galilei und Die Räuber Regie führte.

 

Regie: Niklas Ritter, Bühne: Bernd Schneider, Kostüme: Ines Burisch, Musik: Tilman Ritter, Dramaturgie: Verena Elisabet Eitel, Katrin Spira

 

Mit: Maja Beckmann, Susanne Böwe, Johann Jürgens, Caroline Junghanns, Andreas Leupold, Sebastian Röhrle

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑