Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
ME, MYSELF & I: AMPHITRYON Nach Heinrich von Kleist in KölnME, MYSELF & I: AMPHITRYON Nach Heinrich von Kleist in KölnME, MYSELF & I:...

ME, MYSELF & I: AMPHITRYON Nach Heinrich von Kleist in Köln

Premiere: 11.09.2013, 20:30 COMEDIA THEATER Köln, Vondelstraße 4-8, 50677 Köln. -----

Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt? Den Stoff zum AMPHITRYON lieferte Kleist eine Randnotiz der griechischen Mythologie: Die Zeugungsgeschichte des Herkules.

Begeistert von der Schönheit der Alkmene beschließt Jupiter, sie in Gestalt ihres Mannes Amphitryon zu besuchen. Die getäuschte Alkmene erlebt mit dem falschen Ehemann eine unvergessliche Nacht. Der echte Amphitryon, als Sieger aus der Schlacht heimgekehrt, erlebt seine größte Niederlage im Privaten: Ein anderer raubt ihm seine Identität. Wie im Blindflug agieren die Menschen in diesem Plot, da Ihnen jedes Koordinatensystem für wahr und falsch – selbst das der eigenen Gefühle – genommen wurde.

 

Kleists Reflektion einer ultimativen existenziellen Verunsicherung ist gerade in Zeiten von PRISM-Spionageprogrammen und Web 2.0 mit seinen Social-Media-Angeboten und Formen des Cyber-Mobbings hochaktuell: Nur tritt das wahre ICH heute nicht mehr mit einem Doppelgänger aus der Götterwelt in Konkurrenz, sondern mit dem eigenen Cyber-ICH des Internets. Auch hier ergeben sich Abweichungen, Wunschbilder, Verwandlungen, Täuschungen oder Kopien der eigenen Identität auf die wir zu reagieren haben.

 

Dass das Ich nichts Fixes ist, welche Berufsgruppe wüsste es besser als Schauspieler, die die Ichs ihrer Rollen stets aufs Neue konstruieren und dabei auch noch das private Ich als Konstrukt mit ins Spiel bringen.

 

ME, MYSELF & I: AMPHITRYON ist eine Produktion von A.TONAL.THEATER in Koproduktion mit Freihandelszone - Ensemblenetzwerk Köln, dem COMEDIA Theater Köln und dem internationalen Tanz- & Theaterfestival GLOBALIZE:COLOGNE 2013. Die Produktion wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Bildung, Kultur und Sport des Landes NRW sowie der Kunststiftung NRW.

 

Mit: Dorothee Föllmer, Verena Plangger, David Fischer, Oleg Zhukov, Valentin Stroh

 

Konzept/Regie: Jörg Fürst,

Musik/Videoscreening: Valerij Lisac,

Licht: Kerp Holz,

Bühne: Jana Denhoven,

Kostüme: Monika Odenthal,

Maske: Anke Scheiter

Layout/Internet: Jörg Waschat/nondesign, Produktion: Kaja Manenbach, Regieassistenz: Martina Kock, Produktion/Technik: Garlef Keßler, Jasper Diekamp, Lucas Vavilov

Videodokumentation: Basa Vujin-Stein, Fotodokumentation: Sven Lison, PR: Freihandelszone, neurohr&andrä

 

WWW.ATONALTHEATER.DE

 

Weitere Aufführungen: 12./13./14.09.2013, 20:30

 

Karten: 0221 – 82 91 880 oder per E-Mail: presse@freihandelszone.org

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑