HomeBeiträge
MEDEA nach Franz Grillparzer und anderen - Niedersächsische Staatstheater HannoverMEDEA nach Franz Grillparzer und anderen - Niedersächsische Staatstheater...MEDEA nach Franz...

MEDEA nach Franz Grillparzer und anderen - Niedersächsische Staatstheater Hannover

PREMIERE 31.08.17, 19:00 UHR, SCHAUSPIELHAUS. -----

Keine andere Frauengestalt der antiken Literatur hat in ihrer Wirkungsgeschichte einen so prägenden Eindruck hinterlassen wie Medea – bis heute. Als Mörderin des Bruders, des Onkels, der Nebenbuhlerin und ihrer beiden Kinder umgibt sie eine Aura aus Schrecken und Faszination.

Zahllose Nacherzählungen und Überschreibungen suchen nach einer Deutung. Der monströse Kindsmord steht am Ende. Es gibt eine Vorgeschichte. Medeas Vater Aites, König der Kolcher, den Griechen Inbegriff der Barbaren, ist unrechtmäßig in den Besitz des Goldenen Vlieses gekommen. Die Argonauten unter der Führung Jasons suchen Kolchis heim, um den Raub zu rächen. Medea, ausgestattet mit Zauberkräften, hilft den Fremden, verliebt sich in ihren Führer, opfert ihm Vater und Bruder und flieht mit ihm aus der Heimat.

 

Nach langer Irrfahrt, in Jasons Heimat nicht willkommen geheißen, gelangen sie nach Korinth. Kinder wurden ihnen geboren, doch die Liebe ist erloschen. Medea bleibt hier eine Fremde. Der einst strahlende Held Jason wird zum Pragmatiker und geht eine Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa ein. Sie sichert ihm und den Kindern ein Leben in Frieden, Medea gibt er preis. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie zur Rache aus und katapultiert ihr Leben im Moment, da es zum kleinbürgerlichen Beziehungsdrama zu verzwergen droht, zurück in mythische Dimensionen.

 

REGIE Tom Kühnel

BÜHNE Jo Schramm

KOSTÜME Daniela Selig

MUSIK Tomek Kolczynski

DRAMATURGIE Judith Gerstenberg

 

MIT Rainer Frank, Katja Gaudard, Philippe Goos, Carolin Haupt, Mathias Max Herrmann, Vanessa Loibl, Dennis Pörtner, Sebastian Weiss und Pippa Ashton-Ribbe, Eva Kirsten

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑