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Neu in Dessau-Rosslau: Kulturzentrum ALTES THEATER

Ab 31. Oktober 2008

Premieren

"Lysistrata" von Nino Sandow, Puppenspiel,

und "Adams Äpfel" Von Anders Thomas Jensen.

 

Dessau bekommt ein neues Theater!?

Das stimmt so nicht ganz. Zwar erweitert sich das Kulturangebot Dessaus um einen neuen zentrumsnahen Spielort, um eine Novität handelt es sich bei dem Gebäude aber nicht. Mit der Revitalisierung des Alten Theaters zum

Kulturzentrum, dem ehemaligen Caféhaus des früheren Hoftheaters resp. Friedrich- Theaters, soll die Innenstadt Dessaus als kultureller und infrastruktureller Mittelpunkt der Region in enger Verbindung von künstlerischer und soziokultureller Ausstrahlung aufgewertet und zugleich die oberzentrale Funktion der Stadt wieder gestärkt werden. Spaß, neue Selbst- und neue Welterfahrungen, die Begegnung mit interessanten und aufregenden Dingen, die im Alltag so niemals möglich wären und die helfen können, die eigenen Grenzen zu sprengen, sind Ansprüche, die sich das Kulturzentrum ALTES THEATER an sich selbst stellt. Auf über drei Etagen öffnet es sich als öffentlicher Ort und interdisziplinärer Raum. Es verbindet Geist und Körper, Publikum und Darsteller; es ist sinnlich und inhaltlich, technisch und profan.

 

Im Erdgeschoss entstand ein multifunktional nutzbares Foyer. Entsprechend dem Interesse als Kulturzentrum, das lebensweltliche Bezüge bewusst herstellt, wird es ein Foyer sein, das in der Lage ist, eine direkte Verbindung zwischen den Aktivitäten im ALTEN THEATER und außerhalb herzustellen. Das Erdgeschoss soll ein Ort zum gemeinsamen Treffen, Sprechen, Lesen und... Träumen werden. Das Foyer soll nicht nur Durchgangssondern Aufenthaltsort werden, an dem man sich auch zurückziehen kann. Unterstützung erhält dieses Konzept durch die Nutzung der Fensterfront zur Kavalierstrasse hin

(das ehemalige „Haus des Reisens“) mit einer gastronomischen Einrichtung. Neben der Funktion als Theaterrestaurant, das zu allen Veranstaltungen geöffnet ist, ist es auch Begegnungsstätte für die Akteure, Zuschauer, Passanten, Nachtschwärmer und kann selbst als Spielort eingesetzt werden.

 

Die im 1. Obergeschoss vorhandene „Puppenbühne“ ist die neue Heimstätte des Dessauer Puppentheaters, das nach über 50 Jahren sein altes Quartier in der Ferdinandvon- Schill-Straße verlässt. Die Puppenbühne verfügt über 130 Plätze und bietet nun viele Annehmlichkeiten für die Künstler und das Publikum. Neben der Ausweitung der beliebten „KNIE-NOT“-Abende, die nach den ehemals beengten Raumverhältnissen benannt wurden, wird es auf der „Puppenbühne“ ein verstärktes Programmangebot für Erwachsene und Familien geben. Der neue Spielort verfügt über eine größere Bühne, bessere

Sichtverhältnisse und vor allem Beinfreiheit für das Publikum. Die Arbeitsbedingungen für die Künstler haben sich spürbar verbessert und das wird nicht zuletzt auch auf der Bühne erlebbar sein.

 

Im 2. Obergeschoss entsteht eine Studiobühne mit 120 Plätzen als Spielstätte für Schauspielproduktionen. Das „Studio“ bietet neben zahlreichen Eigenproduktionen des Anhaltischen Theaters Dessau die Möglichkeit für Koproduktionen mit professionellen und freien Gruppen. Darüber hinaus sind Gastspiele von Freien Gruppen aus der Region sowie dem In- und besonders aus dem Ausland fester Bestandteil des Programms. Im Interesse steht die Offenheit des Mediums Schauspiel. Tradierte Vorstellungen von Theater

sollen selbstverständlich nicht zementiert werden. Die Studiobühne soll keine kleine Stadttheater-Kopie sein, sie möchte Theatermacher und Zuschauer zum experimentellen und innovativen Umgang mit dem Medium Theater und zu einem Blick über die eigenen Grenzen hinaus einladen und ermuntern.

 

In der Auskragung des 3. Obergeschosses sind drei Räume für Gruppenprojekte und theaterpädagogische Aktivitäten verfügbar. Als Ort des Lernens, des Experimentierens, der Präsentation und des Dialogs bieten diese Konversationsräume über die Theaterpädagogik des Anhaltischen Theaters Dessau Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern aller Schularten die Möglichkeit, theaterpädagogische Zugänge in den einzelnen Unterrichtsfächern oder in interdisziplinären Projekten zu erproben. „Maßgeschneiderte“ Workshopangebote der Theaterpädagogik ermöglichen gezielt auf die Wünsche der Gruppen und auf aktuelle Bildungsinhalte einzugehen.

 

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Das erste Premierenwochenende

Freitag bis Sonntag, 31. Oktober bis 2. November

 

Freitag, 31. Oktober, 18.30 Uhr

Premiere Puppentheater:

Lysistrata

Volksstück mit viel nacktem Stoff von Nino Sandow nach Aristophanes für Menschen ab 16. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Abt. Puppenspielkunst Ein Asteroid kreist um die Erde. Sein Name Lysistrata - Heeresauflöserin. Benannt nach der gleichnamigen

Komödie des Aristophanes 411 vor Christus. Durch den Entzug des Beischlafes zwingen die Frauen ihre Männer, einen Krieg zu beenden. Ein derbes Stück zu einer derben Sache. Ein Stück mit glücklichen Ausgang.

Ein Volksspaß mit direktem Humor und Anliegen. Denn Puppen sind weniger zimperlich als Schauspieler. Im Schmerz wie in der Freude. Sie tragen ihren Stoff gern zu Markte und ins Bett. Ein Asteroid kreist um die Erde - Lysistrata. Ziehen wir den Hut.

 

Inszenierung

: Nino Sandow

Ausstattung: Sylvia Wanke

Dramaturgie: Frank Bernhardt

Kulturzentrum ALTES

THEATER/Puppenbühne

 

Freitag, 31. Oktober, 21.00 Uhr

Premiere Schauspiel:

Adams Äpfel

Von Anders Thomas Jensen. Deutsch von Beate Klöckner. Für die

Bühne bearbeitet von K. D. Schmidt.

Pfarrer Ivan versucht, Gestrandete auf den rechten Weg zurückzubringen. Den Vergewaltiger Gunnar und den Kriminellen Khalid hat er bereits in sein

Sozialisierungsprogramm gesteckt. Nun soll sich der Neonazi Adam hinzugesellen. Adam verspürt jedoch wenig Lust und antwortet spöttisch auf Ivans Frage, ob er sich schon ein Ziel für seine Therapie gesucht habe: Aus

den Äpfeln draußen am Baum, aus denen will er einen Apfelkuchen backen.

Während Gunnar und Khalid die grenzenlose Nächstenliebe des Pfarrers ertragen, beschließt Adam, den Kampf gegen Ivan und seine absonderliche Weltsicht aufzunehmen. Doch Kuchenbacken ist gar nicht so leicht. Vögel nisten sich im Apfelbaum ein, die Früchte werden von Würmern zerfressen, ein Blitz spaltet das Holz. „Der Teufel testet uns“, meint der Pfarrer, während Adam die verbleibenden Äpfel zählt und davon überzeugt ist, dass nicht der Satan den Pfarrer testet, sondern der liebe Gott.

 

Inszenierung: Swentja Krumscheidt

Bühne und Kostüme: Mathias Wulff

Dramaturgie: Peter Kunath

Premiere: 31. Oktober 2008

Kulturzentrum ALTES THEATER/Studio

 

www.anhaltisches-theater.de

 

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