Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Neueinstudierung: CHOWANSCHTSCHINA - Volksdrama in fünf Akten von Modest P. Mussorgski - Oper FrankfurtNeueinstudierung: CHOWANSCHTSCHINA - Volksdrama in fünf Akten von Modest P....Neueinstudierung:...

Neueinstudierung: CHOWANSCHTSCHINA - Volksdrama in fünf Akten von Modest P. Mussorgski - Oper Frankfurt

Premiere Freitag, 12. Oktober 2012, um 18.00 Uhr im Opernhaus. -----

Die Anhänger Peters des Großen wollen eine angebliche Verschwörung der Strelitzen – eines von Iwan dem Schrecklichen geschaffenen Korps des Zaren – als Rechtfertigung für deren Beseitigung benutzen.

Während der Unruhen nimmt der auf der Seite der Strelitzen stehende Fürst Chowanski Zuflucht zu seinem vor den Toren Moskaus gelegenen Landsitz, wird dort aber von den Getreuen des Zaren ermordet. Die Aufrührer werden niedergeworfen, der Mitverschwörer Golizyn ins Exil geschickt. Eine dritte Macht in dieser Oper sind die fundamentalistischen Altgläubigen, darunter der Mönch Dosifej und die Wahrsagerin Marfa. Am Ende des Werks steht der kollektive Selbstmord der Altgläubigen auf dem Scheiterhaufen.

 

„Großer Jubel am Ende für eine monumentale Opern-Passion“, so war nach der Premiere am 27. März 2005 in der Presse zu lesen. Das Kennenlernen dieses unbekannten, abseits des Kernrepertoires stehenden Werkes von Modest P. Mussorgski (1839-1881) in der Regie von Christian Pade hatte sich offensichtlich gelohnt. Nun wird die musikalische Aufarbeitung einer Episode aus der russischen Geschichte nach der dicht auf die Premierenserie folgenden ersten Wiederaufnahme 2005/06 erneut an der Oper Frankfurt zu erleben sein. Diese zweite Wiederaufnahme wird jedoch in Hinblick auf die Komplexität der gigantischen, in russischer Sprache aufgeführten Choroper, welche damit nach sieben Jahren wieder auf den Spielplan der Oper Frankfurt zurückkehrt, vielmehr den Charakter einer Neueinstudierung besitzen. Als Mussorgski mit nur 42 Jahren starb, blieb seine Oper Chowanschtschina unvollendet. Berühmte Komponisten stellten Fassungen des Torsos her. Die letzte tiefgreifende Rekonstruktion des Materials stammt von Schostakowitsch (1960). Sie liegt der Frankfurter Produktion zugrunde, während die Inszenierung beim Finale jedoch die Strawinsky-Fassung (Selbstmord der Altgläubigen) berücksichtigt.

 

Sang der russische Bassist Askar Abdrazakov in der ersten Wiederaufnahme noch den Mönch Dosifej, übernimmt er nun die Partie des Iwan Chowanski. Sein Sohn Andrej wird verkörpert durch den britischen Tenor John Daszak, der an der Oper Frankfurt 2009/10 als Kapitän Vere in Brittens Billy Budd debütierte – einer Produktion, in der zudem sein Landsmann Clive Bayley als Claggert beeindruckte. Nun kehrt der Bassist als Dosifej an den Main zurück. Der weißrussische Bariton Ilya Silchukov von der Staatsoper Minsk steigt als Schaklowiti neu in die Produktion ein, während die griechisch-amerikanische Mezzosopranistin Daveda Karanas als Marfa ihr Deutschlanddebüt gibt. Zudem sind mehrere Partien aus dem Ensemble der Oper Frankfurt neu besetzt. Die musikalische Leitung übernimmt der rumänisch-amerikanische Dirigent Lawrence Foster, frisch gekürter Generalmusikdirektor von Marseille. Mit ihm alterniert am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters Kapellmeister Hartmut Keil.

 

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Lawrence Foster / Hartmut Keil;

Inszenierung: Christian Pade

 

Mitwirkende: Askar Abdrazakov (Fürst Iwan Chowanski), John Daszak (Fürst Andrej Chowanski), Frank van Aken (Fürst Wassili Golizyn), Ilya Silchukov (Bojar Schaklowiti), Clive Bayley (Dosifej), Daveda Karanas (Marfa), Hans-Jürgen Lazar (Schreiber), Barbara Zechmeister (Emma), Britta Stallmeister (Susanna), Michael McCown (Kuska) u.a.

 

Weitere Vorstellungen: 21., 26., 28. Oktober, 2. November 2012

 

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18.00 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Preise: € 12 bis 75 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die bisherigen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑