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Österreichische Erstaufführung: DIE KUNST DES FALLENS von Christoph Nussbaumeder am Landestheater Linz

Premiere 28. April 2012 um 19.30 Uhr in den Kammerspielen. -----

Die Wirtin Monika ist Inhaberin des Gastgartens „Felsenschenke“, der auf einer Donauhalbinsel, am Fuße eines mächtigen Felsens gelegen ist. Ihre beiden erwachsenen Töchter Sigrid und Seffi wohnen bei ihr und helfen ihr in der Gastronomie.

Monika ist alleinstehend und muss sich um das „Geschäft“ kümmern, von dem man nicht weiß, wie lange es dies noch geben wird, wenn tatsächlich hier ein Einkaufzentrum entstehen soll. Seffi, die jüngere Tochter, steht kurz vor ihrem Studienabschluss in Sonderpädagogik und Sigrid, eine gelernte Schneiderin, war einige Jahre im Ausland und lebt nun wieder bei der Mutter. „Unsre Sigrid ist eigen“, sagt ihre Mutter, aber alle jungen Männer haben sich in Sigrid verguckt. Sigrid aber muss sich erstmal selber finden. Heimgesucht von Panikattacken, kommt sie in Behandlung und wird medikamentös behandelt.

 

Das Leben der Familie spielt sich in der kleinen Öffentlichkeit des Gastgartens ab. Hier im Gastgarten kommen vom Frühjahr bis zum Herbst die Immergleichen zusammen – altbekannte, altverwandte Stammgäste, der Arzt Joseph, der Herr Gobmeir, der Rechtsanwalt Nuht, der Zeichner Paul, der aushilft, und Sam der Arbeitslose. Alle bringen ihre Schicksale mit, reden miteinander, um sich nicht allein zu fühlen, versuchen sich aneinander festzuhalten, ohne sich wirklich Halt geben zu können. Eine (fast) familiäre Gastgartengesellschaft, in der jeder und jede doch letztlich auch alleine ist. „Die Wärme war noch nie unter den Menschen“, sagt die Wirtin einmal.

 

In der Nacht zur Sonnwendfeier, stürzt dann einer vom Felsen zu Tode: War es ein Selbstmord, der Übermut eines Betrunkenen, oder hat sein Verlangen nach Sigrid, der Undurchschaubaren, ihn das Leben gekostet? Es wird heftig spekuliert, doch nur zwei kennen den tatsächlichen Hergang.

 

Christoph Nußbaumeders Schauspiel steht in der Tradition der Volksstücke von Horvàth, Sperr und Kroetz, in der eine Figur aus der Gesellschaft rausfällt / auffällt, in der sich letztlich aber – nur sichtbarer, offensichtlicher – die Unsicherheiten und Verkümmerungen der Tradition der Volksstücke von Ödon von Horvàth, in der ein Mensch aus der Reihe tanzt und auffällt, und damit letztlich die Unsicherheiten und Verkümmerungen einer ganzen Gesellschaft offenlegt.

 

Christoph Nußbaumeder, der Thomas-Bernhard-Stipendiat des Landestheaters Linz im Jahr 2006, ist mittlerweile ein anerkannter Dramatiker im deutschsprachigen Raum. Nach Mit dem Gurkenflieger in die Südsee und Mindelfinger Goldquell stellt das Landestheater Linz ein weiteres Volksstück des niederbayerischen Autors vor.

 

Inszenierung Bernarda Horres

Bühne Anja Jungheinrich

Kostüme Stephanie Geiger

Dramaturgie Franz Huber

 

Sigrid, eine Bedienung,

beschäftigungslose Schneiderin Anna Eger

Seffi, Annas Schwester Angela Smigoc

Monika, Mutter der beiden Verena Koch

Adam Nuht, Rechtsanwalt Markus Subramaniam

Paul, ein Zeichner Aurel von Arx

Joseph, alleinstehender Arzt Georg Bonn

Gobi, Frührentner Sven-Christian Habich

Harry Schmitz, ein Angestellter Sebastian Hufschmidt

Gundula, Harrys Frau Bettina Buchholz

Sam, arbeitslos Manuel Klein

 

 

 

 

 

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