Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: „SPUREN DER VERIRRTEN“ von Peter Handke im Wiener BurgtheaterÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: „SPUREN DER VERIRRTEN“ von Peter Handke im...ÖSTERREICHISCHE...

ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: „SPUREN DER VERIRRTEN“ von Peter Handke im Wiener Burgtheater

Premiere ist am 6. Mai im Akademietheater.

 

»Die Spuren der Verirrten« ist eine Bühnen-Erzählung, eine geschilderte Choreographie der Worte und Körper, eine Abfolge von Paarläufen und Gruppentänzen, die vor dem (inneren) Auge eines Zuschauers ablaufen.

 

»Und wieder die Gehenden, jeweils zu zweit, als eine Art Paar, jedes Mal ein verschiedenes. Von Zeit zu Zeit ist dann auch ein Dritter mit ihnen. Und wieder die auf der einen Seite Auftretenden, auf der anderen Seite Abgehenden und, nach einer kleinen Pause, in geänderter Aufmachung und Gestalt, neu Auftretenden, zu ihrem jeweiligen Reden oder Schweigen Innehaltenden, oder Verlangsamenden, oder auch Beschleunigenden, und so von Anfang bis Ende, während der ganzen Spielzeit.«

 

Das Paar ist die kleinste soziale Einheit, Anfang und Ende allen Zusammenlebens. Alle großen Fragen unserer Existenz lassen sich in gewisser Hinsicht auf die Frage nach dem »Du« zurückführen, auf die Möglichkeit, den Anderen zu sehen und für ihn sichtbar zu sein. Mit der Fähigkeit zum »Du« steht daher nichts Geringeres zur Diskussion als unsere Fähigkeit zum Menschsein, zum Gemeinwesen, zur Geschichte.

Aber aus wie vielen Menschen besteht ein Paar?

 

Der Zuschauer in Handkes neuem Stück »Spuren der Verirrten« kommt zu einem arithmetisch überraschenden Schluss. Ein Paar sind mindestens drei. Zum »ich und du« muss der Blick von außen treten, der die Zweiheit sieht, prüft, bestätigt und herausfordert.

 

Nach »Untertagblues« und »Die Unvernünftigen sterben aus« inszeniert Friederike Heller zum dritten Mal in kurzer Folge einen Text von Peter Handke im Akademietheater. Zum Tanz der Wörter bis ans Ende der Zeit spielt die Hamburger Band Kante.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑