Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Play Strindberg", Totentanz nach August Strindberg von Friedrich Dürrenmatt im Theater Basel"Play Strindberg", Totentanz nach August Strindberg von Friedrich Dürrenmatt..."Play Strindberg", ...

"Play Strindberg", Totentanz nach August Strindberg von Friedrich Dürrenmatt im Theater Basel

Premiere Donnerstag, 25. Februar 2016, 20 Uhr, Nachtcafé / Box. -----

Die Einladung des Todes zu einem letzten Tanz vor dem unwiderruflichen Ende, der mittelalterliche Totentanz, ist in kaum einer anderen europäischen Stadt so präsent wie in Basel. August Strindberg, der von Basel aus seine Scheidungspapiere nach Skandinavien schickte, nannte so sein düsteres Ehedrama, das er 1900 schrieb.

Der ehemalige Festungskommandant Edgar und dessen Frau Alice liefern sich auf einer abgelegenen Insel seit langem heftigste Ehegefechte. Sie können nicht mit, aber auch nicht ohne einander. Als der gerade aus Amerika heimgekehrte Cousin Kurt dazustösst, droht der Geschlechterkampf tödlich zu enden.

 

Friedrich Dürrenmatt war fasziniert von den Spielmöglichkeiten, die Strindberg für die Schauspieler geschaffen hatte, aber unglücklich über die vorliegenden Übersetzungen und Fassungen. Als er 1968/1969 für kurze Zeit Mitglied der Direktion des Theater Basel war, schuf er mit «Play Strindberg» seinen «Totentanz ohne Schicksalsdynamik und Bürgerdämonie». Er übernahm den theatralen Grundeinfall und verfasste in einem mehrwöchigen Probenprozess, in dem er täglich neue Texte ausprobierte, einen regelrechten Anti-Strindberg. Ihm ging es vor allem um die Präsenz der Schauspieler, und nicht um die Figurenrhetorik. Es wurde eine Komödie über die bürgerlichen Ehetragödien, die Inszenierung wurde legendär.

 

Der junge Regisseur Florian Fischer, Absolvent der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und 2014 auf dem Nachwuchsfestival fast forward ausgezeichnet, fühlt sich in seinen Arbeiten ebenfalls keiner Figurenpsychologie verpflichtet. Furchtlos wagt er sich an diesen Dürrenmatt, der wie kein anderer mit der Geschichte des Basler Theaters verbunden ist und schickt Edgar, Alice und Kurt beinahe fünfzig Jahre später erneut für einen zwölf Runden langen Boxkampf in den Ring, der Bühne heisst. Play Dürrenmatt!

 

Inszenierung: Florian Fischer,

Bühne: Stefan Britze,

Kostüme: Julian Zigerli,

Dramaturgie: Katrin Michaels

 

Mit: Elias Eilinghoff, Mario Fuchs, Leonie Merlin Young

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑