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»Preparadise sorry now« von Rainer Werner Fassbinder im Theaterhaus Jena

Premiere: 1. März 2007. Hauptbühne, 20:00 Uhr.

Ein Liebespaar, das Kinder aus idealistischer Überzeugung in brutaler Weise foltert, tötet und schließlich im Moor versenkt - Ian Brady und Myra Hindley.

Den Beschreibungen ihrer perfiden Taten werden kurze Szenen über das faschistoide Grundverhalten im Alltag gegenüber gestellt, in denen jeweils zwei Personen ihre Macht über eine dritte ausspielen.

Dazu fiktive Dialoge zwischen dem Mörderpaar und schließlich Liturgien, Erinnerungen an kultische Kannibalismen.
Wie richtig kann ein hierarchisches und autoritäres System sein, das immer auf Ausgrenzung beruhen muss? In dem Gewalt zum letzten Mittel der individuellen Äußerung wird?
 
PREPARADISE SORRY NOW ist kein »well-made-play« im herkömmlichen Sinne, sondern eine Collage aus verschiedenen Textbausteinen, die individuell montiert werden können.
norton.commander.productions. variieren diese Versatzstücke kaleidoskopartig zu einem streng komponierten Gefüge, welches kühl und klar um die Frage nach dem Ursprung faschistoiden Denkens kreist.
Die Rollen von Ian Brady und Myra Hindley werden via Video von Irm Hermann und Hermann Beyer übernommen.
 
Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) war einer der schillerndsten und widersprüchlichsten deutschsprachigen Autoren und Regisseure der 70er Jahre. Seine Stücke und Theaterinszenierungen verstörten das konservative Bürgertum der alten Bundesrepublik, und seine Filme begründeten das "neue" deutsche Kino . Sein Werk ist unvermindert aktuell und präsent auf den deutschen Bühnen, im Ausland zählt er neben Heiner Müller und Botho Strauß zu den meistgespielten deutschen Dramatikern des 20. Jahrhunderts.
 
norton.commander.productions. (Harriet und Peter Meining) arbeiten seit 1995 an der Schnittstelle Theater, Film und Bildende Kunst. Ihre Inszenierungen Genetic Woyzeck, Terrain! Terrain! Pull up!, die Fassbinder-Inszenierungen Out of Control und Tropfen auf heiße Steine oder ihre Bearbeitung des Romans Solaris von Stanislaw Lem gastierten auf einer Vielzahl nationaler und internationaler Festivals. Am Theaterhaus inszenierten sie Die Polizey nach einem Fragment von Friedrich Schiller (die Produktion wurde als Eröffnungsinszenierung zum »6. Festival Politik im Freien Theater« nach Berlin eingeladen) und Rosemaries Baby.

 

Mit: Bernhard Dechant, Daniel Fries, Renate Regel, Gunnar Titzmann sowie Irm Hermann,  Hermann Beyer und Sebastian Kuschmann via Video. Regie und Ausstattung: norton.commander.productions. (Harriet und Peter Meining) Kostüme: Saskia Wunsch Musik und Sounds: Nikolaus Woernle Video: Martin Bochmann, Gabi Nagel
 
Die nächsten Vorstellungen: 02. / 03. / 08. / 09. / 10. März
 
 
 
 
 

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