Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
schauspielfrankfurt: "Zur Sache Dandy!" und "Dear Wendy" schauspielfrankfurt: "Zur Sache Dandy!" und "Dear Wendy" schauspielfrankfurt:...

schauspielfrankfurt: "Zur Sache Dandy!" und "Dear Wendy"

Uraufführung am Samstag, 2. Februar 2008, 20.15 Uhr, schmidtrasse12

 

Zur Sache Dandy!

Ein Projektil von Florian Fiedler und Robert Lehniger

Dear Wendy

nach dem Drehbuch von Lars von Trier

 

Die beiden jungen Regisseure Florian Fiedler und Robert Lehniger nehmen das Drehbuch von Lars von Trier in der deutschen Übersetzung von Ulrike Syha und den Film von Thomas Vinterberg zur Grundlage für einen Theaterabend, der sich um das Thema Kunst und Gesellschaft, Fiktion und Realität dreht.

Der Umsetzung des Drehbuchs auf die Bühne geht ein Prolog voraus, der sich mit theatralen Mitteln dem Thema des Dandytums widmet. In den Mittelpunkt drängt die Dandygruppe, die sich als Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Realität versteht, sich in eine künstliche, ästhetisierte Welt abkapselt und, ganz im Sinne ihrer historischen Vorbilder, nach dem Grundsatz des L’art pour l’art lebt, mit dem Ziel, bessere Menschen zu werden. Die Dandys schaffen ein Dandytheater, in dem sie den Film Dear Wendy nachspielen. Doch im Theater verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Realität.

 

Zum Inhalt von Dear Wendy

 

Der friedfertige Einzelgänger Dick lebt in einem Bergwerksdorf und liebt Wendy, die Pistole. Diese emotionale Verknüpfung von zwei ungleichen Partnern ist der inhaltliche Kern, dem diese Parabel über Gewalt entspringt. Mit Susan, Huey und Freddie gründet Dick den Geheimbund »Die Dandies«. Die gesellschaftlichen Außenseiter fi nden in der Gruppe gegenseitige Anerkennung und organisieren ihren Club nach den ethischen Grundsätzen des Pazifismus und eigenen strikten Regeln des Waffentragens. Mit der Ankunft des neuen Clubmitglieds Sebastian müssen die Dandies jedoch einsehen, dass der Wert von Regeln erst dann erkennbar wird, wenn sie gebrochen werden. Die Dandies beschließen den Bruch mit ihrem eisernen Prinzip, nie Waffen in der Öffentlichkeit zu tragen, um Sebastians Großmutter Clarabelle unversehrt durch das Dorf zu begleiten. Langsam zerbröckeln die Ideale vor ihren Augen, während die Dandies einen Fuß nach dem anderen in die tödliche Gewaltspirale setzen.

 

Es ist die erste Arbeit von Florian Fiedler und Robert Lehniger, in der sie gemeinsam Regie führen. Zusammengearbeitet haben beide allerdings schon für Fahrenheit 451 in der schmidstrasse 12, als Robert Lehniger für die Inszenierung von Florian Fiedler das Video entwarf. Eine fruchtbare und kreative Zusammenarbeit, die nun in Form einer Doppelregie

ihre Fortsetzung findet. Florian Fiedler, Kurator der schmidtstrasse12 und Hausregisseur am schauspielfrankfurt, hat zuletzt mit seiner hoch gelobten Inszenierung von Henrik Ibsens Ein Volksfeind auf sich aufmerksam gemacht. Robert Lehniger ist dem Frankfurter Publikum bekannt durch seine Videoarbeiten und durch seine hinreißende Version von Daniel Defoes berühmtem Roman, den er unter dem Titel Robinson Crusoe oder Friday, I’m in love in der schmidtstrasse12 für die Bühne umsetzte.

 

Regie: Florian Fiedler und Robert Lehniger

Raum: Bernd Schneider; Ausstattung: Irene Ip; Musik: Martin Engelbach; Video: superjeans; Dramaturgie: Marcel Luxinger

Darsteller: Mathias Max Herrmann, Toni Jessen, Anne Müller, Nicholas Reinke,

Sebastian Schindegger, Wieland Schönfelder Der Chor der Weltkriegsveteranen: Helga Comperl, Wolfgang Gropp, Gunter Knauf,

Wolfgang Schneider, Peter Srezek, Klaus Zeun

 

Weitere Aufführungen am 8. Februar 2008 und am 8. und 14. März 2008

 

Regie: Florian Fiedler und Robert Lehniger

Raum: Bernd Schneider; Ausstattung: Irene Ip; Musik: Martin Engelbach; Video: superjeans; Dramaturgie: Marcel Luxinger; Darsteller: Mathias Max Herrmann, Toni Jessen, Anne Müller, Nicholas Reinke, Sebastian Schindegger, Wieland Schönfelder

 

Der Chor der Weltkriegsveteranen:

Helga Comperl, Wolfgang Gropp, Gunter Knauf, Peter Srezek, Klaus Zeun

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑