Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schweizer Erstaufführung: «JUDAS» von Lot Vekemans im Theater BernSchweizer Erstaufführung: «JUDAS» von Lot Vekemans im Theater BernSchweizer...

Schweizer Erstaufführung: «JUDAS» von Lot Vekemans im Theater Bern

PREMIERE So, 11. Januar 2015, 15:00, St. Josef Köniz. -----

Jahrhundertelang war der Name Judas das Synonym für Verrat, Eigennutz und

Feigheit. Die Autorin lässt Judas auferstehen, um die altbekannte Geschichte aus seiner Sicht zu erzählen. Am Ende steht die Frage, wer eigentlich für die Erlösung gestorben ist, auf wessen Tod die Erfolgsgeschichte des Christentums beruht. Ein nachdenklich machender Text, der in zwanzig Kirchen in Stadt und Kanton Bern gespielt wird.

Er ist aus der Hölle emporgestiegen, um seine Geschichte zu erzählen. Nicht bloss, um seinen Namen reinzuwaschen, denn der steht unauslöschbar für Verrat. Ist es der Versuch eines Schuldbekenntnisses oder eher der Rechtfertigung? War er ein Werkzeug oder ein Opfer des Schicksals? Was waren die Gründe, die hinter seinem Tun standen? Was trieb ihn, Judas Iskarioth, an? Wie wäre die Geschichte des christlichen Abendlandes weitergegangen, wenn er Jesus nicht verraten und falsches Zeugnis abgelegt hätte? Hätte es einfach ein anderer getan?

 

Die flämische Autorin Lot Vekemans bietet in ihrem Monolog der Ikone des Verrats ein Plenum. Fast 2000 Jahre nach seiner Tat präsentiert sich Judas auf dem Theater und lässt uns an seiner Geschichte teilhaben. Der Text ist Augenzeugenbericht, Verteidigungsrede, Image-Kampagne und Eingeständnis

desjenigen, der «schwärzer wurde als schwarz», weil alle anderen die Schuld am Tode des Messias auf ihn abladen konnten: «Ich wasche meine Hände in Unschuld».

 

Vekemans lässt Judas über seine Wut, seine Enttäuschung und seine Sehnsüchte reden, ohne die Verantwortung für sein Handeln zu leugnen. Aber ist Zweifel nicht ein viel produktiverer Zustand als Glaube? Schliesslich hätte es ohne ihn und seine Tat auch Kreuzigung und Auferstehung nicht gegeben. Und so ging des einen Weg gen Himmel, während der andere zur Hölle fuhr.

 

Regie Markus Kubesch

Bühne und Kostüme Frank Holldack

Dramaturgie Karla Mäder

 

mit Jürg Wisbach

 

Weitere Termine Fr, 23. Jan 2015, 20:00 Matthäuskirche Bern

Mi, 18. Feb 2015, 19:30 Reformierte Kirche Burgdorf

Do, 19. Feb 2015, 19:30 Reformierte Kirche Bümpliz

So, 22. Feb 2015, 11:00 Petruskirche Bern

Di, 24. Feb 2015, 19:30 Chäppeli Schwarzenburg

Mi, 25. Feb 2015, 19:30 Pfarrei Heiliggeist Belp

Do, 26. Feb 2015, 19:00 Markuskirche Thun

So, 01. Mär 2015, 18:00 Reformierte Kirche Langenthal

Sa, 07. Mär 2015, 20:00 Katholische Kirche St. Martin Worb

So, 08. Mär 2015, 10:30 Reformierte Kirche Ostermundigen

Di, 10. Mär 2015, 19:30 Reformierte Kirche Konolfingen

Sa, 14. Mär 2015, 19:30 Heiliggeistkirche Bern

Di, 17. Mär 2015, 20:00 Friedenskirche Bern

Sa, 21. Mär 2015, 19:00 St. Mauritius Bethlehem

So, 22. Mär 2015, 18:00 Marienkirche Bern

Sa, 28. Mär 2015, 19:30 Nydeggkirche Bern

So, 29. Mär 2015, 17:00 St. Franziskus-Kirche Zollikofen

Do, 02. Apr 2015, 19:30 Schlosskirche Münchenwiler

Fr, 24. Apr 2015, 19:30 Reformierte Kirche Kirchenthurnen

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritikenund theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑