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Schweizer Erstaufführung: "Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie" von Stefano Massini im Luzerner Theater

Premiere: Freitag, 15. April 2016, 19.30 Uhr, im Luzerner Theater. -----

2008 stürzt die Pleite der US Investmentbank Lehman Brothers den Finanzmarkt in eine globale Krise. Die Vorgeschichte zu diesem spektakulären Bankrott, verwoben in eine spannende Familiensaga und eine lebendige Geschichtschronik – das bietet das Schauspiel von Stefano Massini, zum ersten Mal in der Schweiz auf der Bühne zu sehen.

Heyum Lehman, Sohn eines jüdischen Viehhändlers aus Bayern, erreicht 1844 Amerika und eröffnet eine Textilhandlung in Alabama. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern investiert er in die unterschiedlichsten Branchen, immer im Zentrum: das Geldgeschäft. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ist ihre Bank eine der führenden des Landes, der Clan eine feste Grösse in New York. Stets haben die Lehman Brothers den richtigen Riecher, ihr Imperium übersteht den amerikanischen Bürgerkrieg, den Börsencrash 1929, die Weltwirtschaftskrise, zwei Weltkriege. Um die Jahrtausendwende verfallen alle dem Hunger nach dem schnellen Geld, doch 2008 ist die Party zu Ende. Die Pleite der Lehman Bank, der spektakulärste Bankrott der Bankengeschichte, gehört zu den Auslösern der globalen Finanzkrise, deren Folgen bis heute spürbar sind.

 

Stefano Massini, 1975 in Florenz geboren, erzählt die mitreissende Geschichte dieses Familienclans und zeichnet die Entwicklung des westlichen Wirtschaftssystems von der Industrialisierung bis zu den Auswüchsen des schrankenlosen Finanzmarktes nach. «Lehman Brothers.» wurde 2013 in Frankreich uraufgeführt, lief 2015 über Monate ausverkauft am Piccolo Teatro in Mailand und ist nun erstmalig in der Schweiz zu sehen.

 

Die temporeiche, mit subtilem Humor angereicherte Erzählung lässt 150 Jahre Zeitgeschichte lebendig werden: die Erfindung der Blue Jeans, das Abenteuer der Eisenbahn, die Gründung der Wallstreet, die Konstruktion der ersten Flugzeuge, die monumentale Verfilmung von «King Kong», die Erfindung der ersten Computer, die Ermordung J.F. Kennedys – in plastischen Szenen und poetischer Sprache entwirft Massini ein präzises Abbild moderner Zeiten. Fünf Schauspieler und ein Musiker schlüpfen in etwa 30 Rollen und nehmen die Zuschauenden mit auf eine Reise durch mehr als ein Jahrhundert.

 

Am Luzerner Theater inszeniert Matthias Kaschig, der sich der Herausforderung dieses Epos' stellt. «Es gilt, diverse Erzählstränge zu verfolgen und dabei den Herzschlag des Ganzen, das EKG sozusagen, im Blick zu behalten. Die weitläufige und ausschweifende Erzählung bietet die Chance, die Anatomie unserer modernen Welt zu beleuchten. Und gleichzeitig lebt man als Zuschauer mit diesen fein gezeichneten Figuren mit.»

 

Das Bühnenbild, das ganz wesentlich durch Video-Effekte bestimmt wird, wurde von Michael Böhler entworfen, der freie Kunst an der Bauhaus Universität in Weimar und Bühnenbild an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studierte. Für die Video-Effekte konnten Sebastian Pircher und Roman Kuskowski vom Berliner Video-Kollektiv «impulskontrolle» gewonnen werden, die für das entfesselte Treiben moderner Finanzmärkte eine optische Umsetzung entwickeln.

 

Matthias Kaschig (Inszenierung),

Michael Böhler (Bühne),

Stefani Klie (Kostüme),

Michael Frei (Musik),

Sebastian Pircher und Roman Kuskowski (Video),

Marc Hostettler (Licht),

Carolin Losch (Dramaturgie)

 

Mit: Bettina Riebesel; Jörg Dathe, Hans-Caspar Gattiker, Felix Knopp, Marcus Signer; Michael Frei

 

Weitere Vorstellungen (jeweils 19.30 Uhr): 17.4. | 21.4. | 23.4. | 4.5. | 7.5. | 28.5. | 29.5. (13.30 Uhr) | 13.6.2016

 

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