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Schweizer Erstaufführung: X-FREUNDE von Felicia Zeller im Theater Bern

Premiere Mi, 20. November 2013 Vidmar 2. -----

In ihrem fulminanten Sprachkonzert legt Felicia Zeller den Finger auf eine empfindliche Wunde des postmodernen «homo laborans». Wenn Arbeit und Freizeit, Selbstausbeutung und Selbstdesign identisch werden, das Leben zur beruflichen Egoshow gerät, hat das bizarre, ja fatale Folgen.

Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Anne und Holger: zwei Bestimmer, die füreinander bestimmt waren. Jahre später arbeitet Anne Tag und Nacht in ihrer Werbeagentur, derweil Holger arbeitsloser Spitzenkoch ist, der mit radioaktiv verseuchten Scampi seinen Ruf ruiniert hat. Holgers bester Freund Peter, der als Bildhauer an einer Serie mit dem Titel «X-Freunde» arbeitet, steht kurz vor deren Vollendung, verbringt jedoch seine Tage lieber mit dem Verfassen von Twitter-Nachrichten als dem Bearbeiten von Steinen.

 

Als Holger einen Luxusurlaub organisiert, um die von Annes Arbeitswut bedrohte Ehe zu retten,

eskaliert das Ganze, da Anne selbst auf der Trauminsel lieber mit ihrem Laptop zusammen ist als mit ihrem Mann. Der in jeder Hinsicht überflüssig gewordene Holger bringt sich um, und Peter zertrümmert seinen «Letzten Freund» zu Staub – womit er in der Kunstwelt einen grossen Erfolg landet.

 

Die arbeitssüchtige Chefin, die mit ihrem «Anti-Gleichgültigkeitskonzept» die kapitalistischen Marktmechanismen bedient; der Künstler in der Schaffenskrise, bedroht von digitalen Ablenkungen aller Art; der Arbeitslose, dem Geld, Hoffnung und Privatleben abhandenkommen – hinter allen lauert die Frage, was eigentlich auf der Strecke bleibt, wenn der Mensch sich ausschliesslich über seine

Arbeit definiert.

 

Mit abgründigem Humor, Sprach(aber)witz und tragikomischen Pointen serviert die Autorin ein Sprachkunstwerk über die Realitäten der Arbeitswelt und die Neurosen der heutigen kreativen Leistungsträger.

 

«X-Freunde» ist als "Stück des Jahres 2013" in der Kritikerumfrage von "Theater

heute" nominiert.

 

BESETZUNG

REGIE Jan Stephan Schmieding – BÜHNE UND KOSTÜME Barbara Pfyffer –

MUSIK Niko Meinhold – DRAMATURGIE Karla Mäder –

 

MIT Milva Stark,

Stefano Wenk, Jürg Wisbach

 

Weitere Vorstellungen: 27. Nov. | 03., 21. Dez. 2013 | 08. Jan. | 01., 18. Feb. | 04.

Mär. 2014

 

 

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