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Staatsschauspiel Dresden: "Der Provocateur" - Eine Passantenbeschimpfung von Christian Lollike in der Dresdner Einkaufszone mit Schauspielern des Ensembles

am 24., 25. und 26. September 2015, Dr.-Külz-Ring, Platz vor der Altmarktgalerie. -----

Der Provocateur ist verrückt geworden. Er hält das Ganze einfach nicht mehr aus und hat sich deswegen vorgenommen, den Leuten die Wahrheit ins Gesicht zu rufen. Er brüllt seine Frustration heraus, er gießt sie über die Leute, um überhaupt mit ihnen ins Gespräch zu kommen – anstatt schweigsam an ihnen vorbei zu gehen.

 

„Schaut euch die Einkaufstüten an! Danke, dass du den Arbeitsmarkt in der Dritten Welt unterstützt. Ihr kauft, weil ihr Angst habt! Die Angst pflanzt sich fort – man darf ja nicht einmal mehr Zwerg sagen, ohne dass man verhaftet wird. So geht das nicht länger weiter, und das wisst ihr. Wacht auf!“

 

Die gesellschaftliche Lähmung angesichts politischer Korrektheit und hoher Moralansprüche lässt der Provocateur nicht gelten, er ruft zur Tat. Seine verbalen Angriffe provozieren Widerworte und Kritik. Wie einen persönlichen Weckrufer lässt der dänische Regisseur und Dramatiker Christian Lollike seinen Provocateur in mehreren Städten Europas auftauchen, um die Bürger des Kontinents wachzurütteln. Jetzt kommt er nach Dresden und fordert auf: „Bleibt doch mal stehen und spürt den schlechten Geschmack im Mund!“

 

Sie finden den Provocateur in einem Käfig mitten in der Stadt. Da müssen Sie vorbei.

 

Christian Lollike, geboren 1973 in Kopenhagen, zählt zu wichtigsten Gegenwartsdramatikern Skandinaviens. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. als Dänischer Dramatiker des Jahres 2013. Seit 2010 ist er künstlerischer Leiter des Theaters Sort/Hvid in Kopenhagen. Das Staatsschauspiel Dresden präsentierte 2012 die Deutschsprachige Erstaufführung von „Das normale Leben oder Körper und Kampfplatz“ sowie 2014 „Träume werden Wirklichkeit! Ein Disneydrama“. Außerdem wird hier im Verlauf dieser Spielzeit Lollikes neues Stück „Die lebenden Toten“ uraufgeführt.

 

Eine Produktion von Staatsschauspiel Dresden und Sort / Hvid Kopenhagen in Koproduktion mit Bergen Festspillen, Dramaten& Stockholm und Aarhus Festuge

 

 

 

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