Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
TARTUFFE von Molière in BremenTARTUFFE von Molière in BremenTARTUFFE von Molière in...

TARTUFFE von Molière in Bremen

Premiere 17. Februar 2007, 20 Uhr im Schauspielhaus.

 

Im Mittelpunkt des Stückes steht Tartuffe, der Titelheld – ein verarmter Adliger mit zweifelhafter Vergangenheit – der den strenggläubigen Christen spielt und im Hause des wohlhabenden Bürgers Orgon Obdach gefunden hat.

Im Hause des wohlhabenden Pariser Bürgers Orgon herrscht Zwist. Grund dafür ist Tartuffe, ein verarmter Adeliger mit zweifelhafter Vergangenheit, der den geläuterten Christen spielt und den Orgon in seinem Haus bewirtet. Doch gibt sich Tartuffe mit der Rolle des Gastes nicht zufrieden. Er nötigt die gesamte Familie – mit der Unterstützung Orgons, der von Tartuffes Lehren und scheinbarer Frömmigkeit begeistert ist – nach den strengen Regeln seiner christlichen Doktrin zu leben.
Im Gegensatz zu Orgon durchschaut dessen Familie jedoch schnell, dass Tartuffe Religion und Moral lediglich als Maske benutzt, um seine eigenen, sehr weltlichen Interessen rücksichtslos durchzusetzen. Als Orgon beschließt, seine bereits glücklich verlobte Tochter Marianne gegen ihren Willen mit Tartuffe zu vermählen, eskaliert die Situation. Der sich auflehnende Sohn wird aus dem Haus verbannt und enterbt. Leichtgläubig bis zur Selbstaufgabe überschreibt Orgon das gesamte Familienvermögen dem mittellosen Gast. Seinen Irrtum erkennt Orgon erst, als seine Frau ihn zum unmittelbaren Zeugen von Tartuffes doppeltem Spiel macht – jedoch zu spät, wie es scheint.

In seiner von grotesker Situationskomik und bissigem Humor geprägten Komödie lässt Molière die Durchtriebenheit des Scheinmoralisten auf die Naivität des Bürgers treffen, der sich unbedarft abstrakten Idealen verschreibt und so zum manipulierbaren Objekt politisch-religiöser Agitation wird. Bereits einen Tag nach der Uraufführung am 12. Mai 1664 wurde der Tartuffe verboten, religiöse Eiferer forderten sogar die Verbrennung des Autors.

 

Regie führt bei Tartuffe Thomas Bischoff, der in den letzten Jahren vor allem am Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Staatstheater Hannover und dem Deutschen Theater Berlin inszenierte. In der letzten Spielzeit setzte er Friedrich Schillers Wallenstein am Bremer Theater in Szene

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑