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Theater Basel: WIR IM FINALE

Ein Stück über den Fussball von Marc Becker

Schweizer Erstaufführung: Freitag, 28. April 2006, 20.15 Uhr, Kleine Bühne.

 

Mit "Wir im Finale" hat der Dramatiker Marc Becker Stimmen und Stimmungen aus dem Stadion in Form einer Reportage zu einem patriotischen Fussballabend ver-woben: die Phrasen der Sportreporter, die Besserwisserei der Experten, das Grölen aus der Fan-Kurve, die Kabinenpredigt des Trainers, das Anfeuern aus dem Wohn-zimmersessel.

Das vielstimmige Stück ist mehr als die Beschreibung eines Fussballspiels. Am 28. April findet auf der Kleinen Bühne die Schweizer Erstaufführung in der Inszenierung von Schauspieldirektor Lars-Ole Walburg statt.

 

"Wir im Finale" ist eine Metapher für ein Land im Reformstau, dem nach Neustart auf der Regierungs- und Trainerbank wieder alte Tugenden und neoliberales Bewusstsein verordnet werden kann. Oder wie der Fussballtrainer Klaus Augenthaler sagen würde: "Wir leben alle auf dieser Erde, aber eben auf verschiedenen Spielhälften."

Schauspieldirektor Lars-Ole Walburg wird mit dieser Arbeit wenige Monate vor Beginn der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland und rechtzeitig zur Meisterschaftsfeier der Schweizer Super League einen aktuellen Kommentar zur Lage der Nation präsentieren.

 

Unsere Mannschaft im Finale gegen einen übermächtigen Gegner. Anpfiff. Das Leder rollt. Es läuft gut. Linksaussen. Rechtsaussen. Zurück zur Mitte. Ruhig bleiben. Kurz vor der Pause: 0:1. Tor. Tor gegen uns. Tor für die Falschen. Tor für den Gegner. Tor für den Feind. Das ganze Land leidet. Das ganze Land hofft. Wir wollen jetzt endlich ein Tor se-hen. Plötzlich: 1:1, der Ausgleich. Und noch einmal! Doppelschlag, Führung: 2:1. Hurra. Hurra. Wir sind wieder da. Zu früh gefreut. Der Gegner kommt: 2:2. Die Spannung steigt. Noch drei Minuten. Da fällt das entscheidende TOOOOOOOR!

Das zeitgenössische Drama schlechthin ist der Fussball, seine Bühne das Stadion. Was vermag ein Jambus gegen einen Flankenlauf, der Theatertod im Vergleich zum entschei-denden Tor in der Nachspielzeit, fragt der lächelnde Fussballexperte. Doch die Freude des Kenners ist getrübt. Fussball liefert ein getreues Spiegelbild der Seelenzustände seiner Fans und deren Alltag und Mentalität befindet sich wie der Fussball selbst in einer Kri-se. Es ist ein Drama mit dem Fussball. Das Hohelied der Ballkunst ist ein Stimmenwirr-warr.

 

Regie Lars-Ole Walburg

Bühne David Hohmann

Kostüme Ursula Leuenberger

Musik Tomek Kolczynski

Dramaturgie Matthias Günther

 

mit

Susanne Abelein

Urs Jucker

Tomek Kolczynski

Markus Merz

Mike Müller

Thomas Reisinger

Steven Scharf

 

Weitere Vorstellungen auf der Kleinen Bühne:

 

Di 02.05.06 20.15 Uhr Mo 15.05.06 20.15 Uhr

Do 04.05.06 20.15 Uhr Di 23.05.06 20.15 Uhr

Mo 08.05.06 20.15 Uhr Mi 31.05.06 20.15 Uhr

Fr 12.05.06 20.15 Uhr

 

 

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