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Theater Ulm: DIE KEILEREI AUF DER WARTBURG von Johann Nepomuk Nestroy

Silvester-Premiere am Mittwoch, 31. Dezember 2008, um 16 Uhr im Großen Haus

 

Nestroy, der große Dichter des Wiener Volkstheaters, liefert mit DIE KEILEREI AUF DER WARTBURG eine Wagner-Parodie, die das Zwerchfell der Zuschauer strapaziert. Mit Wagners originalem „Tannhäuser“ im Spielplan ist eine passendere Silvester-Premiere kaum denkbar.

 

Nach Angabe des Verlages ist das Theater Ulm das erste Theater, das Original und Parodie in derselben Spielzeit im Programm hat. Die Uraufführung der Parodie von Wagners Tannhäuser mit Nestroy in der Rolle des Titelhelden fand im Jahr 1857 in Wien im von Nestroy geleiteten Carl-Theater statt und war ein Riesenerfolg! Das Original folgte in Wien erst nach der Parodie, weil der Zensur das Wagner-Textbuch zu schlüpfrig war. Anders in Ulm: Hier folgt dem Original die Parodie.

 

Adolph Binder ist der Verfasser der Partitur der KELEIERI AUF DER WARTBURG, die der Ulmer Fassung zugrunde liegt und die mit original Wagner-Material sowie Volksgutmelodien und Mozart/Weber-Motiven arbeitet. Im Gegensatz zum überwiegenden Teil der heutigen Keilerei-Aufführungen, die mit Textabwandlungen und Modernisierungen arbeiten – wird in dieser Fassung der originale Nestroy-Text verwendet; sowohl der gesungene wie der Dialog-Text. Intendant Andreas von Studnitz spricht als Erzähler alle Dialoge und bildet den deutschsprachigen Dialektraum nahezu vollständig ab.

 

Nestroys Blöd-Sinn hat nicht nur Methode, sondern ist ein höherer: Nicht nur das schon im Original parodieverdächtige Werk wird auf die Schippe genommen, sondern die ganze hehre Operngattung gleich mit – und kleinbürgerliche Bigotterie sowieso! So gab Nestroy seinem Werk denn auch den schönsten Untertitel der Operngeschichte: Große sittlich-germanische Operette oder Zukunftsposse mit vergangener Musik und gegenwärtigen Gruppierungen in drei Akten!

 

Text von Johann Nestroy, Musik von Carl Binder

- Konzertante Aufführung mit Zwischentexten -

 

MIT Tomasz Kaluzny (Landgraf Purzel, Musikenthusiast), Melanie Zacharias (Elisabeth, seine Nichte), Arantza Ezenarro (Venus, Inhaberin eines unterirdischen Delikatessen¬ladens), Hans-Günter Dotzauer (Tannhäuser Heinrich), Jie Mei (Wolfram Dreschenbach), Alexander Egorov (Walter Finkenschlag), Alexander Schröder (Taubenklee Fridolin), Joachim Pieczyk (Schafhirt), Andreas von Studnitz (Sprecher);

Opernchor des Theaters Ulm, Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm

 

MUSIKALISCHE LEITUNG Alexander Drčar EINRICHTUNG Andreas von Studnitz CHOREINSTUDIERUNG Wolfgang Wels DRAMATURGIE Matthias Kaiser

 

Vorstellungstermin im Februar: 07.02.2009

 

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