Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
uferlos – das Kulturfestival vom anderen Ufer im Wiener Theater Akzentuferlos – das Kulturfestival vom anderen Ufer im Wiener Theater Akzentuferlos – das...

uferlos – das Kulturfestival vom anderen Ufer im Wiener Theater Akzent

Von 13. – 28. März 09

 

Nichts los am anderen Ufer? uferlos, das neue Festival bringt die Geschlechterverhältnisse buchstäblich zum Tanzen: KünstlerInnen wie Georgette Dee, Irmgard Knef oder die Croonettes sorgen vom 13. bis 28. März 2009 im Theater Akzent für lustvoll-spielerische Mehrdeutigkeit. Dies- und jenseits der Ufer. Eben uferlos.

 

Rechtzeitig zu Frühlingsbeginn 2009 startet mit uferlos Wiens erstes queer-Kulturfestival im Theater Akzent. Die InitiatorInnen verfolgen mit uferlos das ehrgeizige Ziel, mit hochkarätigen KünstlerInnen und ihren Programmen der Wiener queer-Szene neue Impulse zu geben und auch das breite Publikum anzusprechen. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen ist Wien auf der europäischen Landkarte der queer-Kulturfestivals ein weißer Fleck, sind die kreativen Köpfe des uferlos-Teams überzeugt. Dies mit einem Programm von durchgängig hoher Qualität zu ändern, ist ihr Ziel.

 

Ein Blick auf das Programm der ersten Ausgabe belegt diesen Qualitätsanspruch: Sei es Irmgard Knef, seien es Lilo Wanders oder Tim Fischer – jeder einzelne Künstler entwickelt eine unverwechselbare Bühnenfigur und wirbelt Geschlechterzuschreibungen lustvoll durcheinander. Die Programme der Diseusen Georgette Dee und Maren Kroymann reflektieren große musikalische Gefühle bigger than life. Und das Wunder der menschlichen Stimme wird mit Eleganz und perfektem Wohlklang von den Croonettes repräsentiert.

 

Dass die bei uferlos präsentierten KünstlerInnen sämtlich aus Berlin stammen, ist zwar eher Zufall. Das uferlos-Team ist jedoch guter Dinge, für uferlos 2010 ein bunt gemischtes internationales Programm zusammenzustellen. Denn die Erfolgsgeschichte von uferlos beginnt erst...

 

Programm und Termine:

 

Irmgard Knef

Heute Abend

13. März 2009/ 20 Uhr

 

Das brisanteste Fundstück der deutschen Unterhaltungsgeschichte nennt sie DER SPIEGEL. Ein Off-Ereignis, wie man es nur alle Jubeljahre erlebt, sieht DIE WELT. Ein grandioser Abend, urteilt DIE ZEIT über das musikalisch-kabarettistisches Bühnensolo aus der Perspektive der verkannten, verleugneten und zu kurz gekommenen Zwillingsschwester von Hildegard Knef.

 

Irmgard Knef - die wunderbare „Kleinkunst-Erfindung“ des Berliner Kabarettisten, Autors und Schauspielers Ulrich Michael Heissig - ausgezeichnet mit dem Deutschen Kabarettpreis /Sonderpreis 2004, präsentiert ihrem Publikum brandneue, groovige Songs voller Swing und Jazz und Highlights aus ihren Soloprogrammen. Dabei spannt sie den Bogen von Schubert bis Gershwin und Jobim, und demonstriert eindrucksvoll ihre enorme musikalische Bandbreite.

 

Aus ihrem privaten Nähkästchen plaudert sie immer wieder haarsträubende Geschichten aus und erzählt unglaubliche Anekdoten aus einem bewegten Künstlerinnendasein. Geschichten einer Karriere, die Jahrzehnte lang steil nach unten ging. Mit ihren prägnant-komischen, aber auch lakonisch- nachdenklichen Texten beweist sich Irmgard Knef als grandiose Entertainerin, schlagfertige Vertreterin des „alten Europa“ und - als „echte“ Knef: Eine Kämpfernatur. Lakonisch und unsentimental. Unkonventionell und eigensinnig.

Eine Berliner Schnauze mit Herz und Verstand. Musikalisch, komisch, gut!

www.irmgardknef.de

 

Regie: Thomas Engel

Musikalische Leitung: Thomas Zaufke

 

Tickets jeweils Euro 25,- / 22,- / 19,- / 16,-

 

Lilo Wanders - Sex ist ihr Hobby

14. März 2009/ 20 Uhr

 

„Ich habe zwei große Hobbies, und das zweite ist Lesen.“

 

Mehr als zehn Jahre hat Lilo Wanders die Sendung „Wa(h)re Liebe“ beim Fernsehsender Vox moderiert - und das prägt! Aber die Beschäftigung mit Liebe, Sex und Erotik war schon immer Lilos liebstes Steckenpferd, dem sie in ihrem neuen Bühnenprogramm leidenschaftlich und mit Humor die Sporen gibt.

 

Als Sexpertin beschäftigt sie sich mit Porno-Dreharbeiten und Penis-Größe, erklärt Hetero- und Homosexualität, berichtet von Erlebnissen im Swinger-Club und mit Sextoys, jongliert mit Vorspiel und Viagra - Lilo Wanders stellt sich den drängensten Fragen zum Thema Nr. 1 und singt natürlich über die Liebe und ihre Untiefen.

 

„Ist Liebe das leidenschaftliche Interesse für das Wohlergehen des anderen, die von Herzen kommende Bereitschaft, auf angebotene Wärme und offensichtliche Bedürftigkeit einzugehen, ist sie wechselseitige Fürsorglichkeit und beidseitige Selbstverleugnung, begründet auf dauerhafte Verlässlichkeit, gewärmt durch Nähe und Erotik? Oder ist sie wie ein Handy-Vertrag? Man sucht nach den günstigsten Tarifen und nach zwei Jahren kommt das neuere Modell ins Haus? Ich weiß es nicht, aber ich arbeite daran.“

www.lilowanders.de

 

Tickets jeweils Euro 25,- / 22,- / 19,- / 16,-

 

Tim Fischer

Zarah ohne Kleid

17. März 2009/ 20 Uhr

 

„Zarah muss mal wieder aus dem Haus“, findet Tim Fischer. „Meine erste große Show in Hamburg – ich war gerade 17 Jahre alt - hieß „Zarah ohne Kleid“, auch wenn ich nicht nackt war. „Ohne Kleid“ meinte: Ich wollte diese Künstlerin nicht mit einer dieser Travestie-Nummern mit Blaufuchs, Glitzer und Perücke belegen. Es sollte ein posthumes Leander-Konzert werden, keine Lobhudelei, keine Diffamierung, aber natürlich wollte ich Zarah Leander auch mit ihren Fehltritten und der ach so berühmten „Wir haben ja von nichts gewusst“ - Haltung zeigen.“

 

Mit „Zarah ohne Kleid“ gelang Tim Fischer 1991 der große Durchbruch. 2008, im zwanzigsten Jahr seiner Karriere, lässt Tim Fischer die Leander noch einmal auf die Bühne – auch dieses Mal ohne Kleid. Am Piano begleitet von Rainer Bielfeldt singt er die großen Klassiker, hat aber vor allem auch Raritäten unter den Leander-Liedern ausgegraben. Außerdem legt er ihr augenzwinkernd Lieder in den Mund, die der Ufa-Star zwar nie gesungen hat, die ihr aber passen wie ein Maßanzug.

www.timfischer.de

 

Tickets jeweils Euro 25,- / 22,- / 19,- / 16,-

 

Croonettes

Travelin’ – das neue Programm

21. März 2009/ 20 Uhr

 

Die Croonettes nehmen Sie mit auf eine Reise in eine versunkene Epoche, als sich die Schellacks drehten und die Wasserwellen glänzten. Ob im edlen Frack oder glamouröser Abendrobe, sie besingen ein Gefühl zwischen Glückseligkeit und Wehmut, das von den 20er, 30er und 40er Jahren bis heute nachhallt.

 

Ihre Lieder führen uns auf eine Reise durch die Welt der Evergreens und Schlager, musikhistorischer Juwelen, die uns berühren und mitswingen lassen. Umrahmt werden die Songs von Anekdoten ihrer „universalen Welttournee“, von der Sehnsucht und dem Fernweh, den Abenteuern dreier Diven und ihrer Herren Musiker und der unerträglichen Leichtigkeit des Swing.

 

Mit feinem Humor und biegsamer Ironie schwingen die Croonettes mit ihrem Close-Harmony-Gesang à la Andrews Sisters durch den Abend. Folgen Sie der kosmopolitischen Gefühlslage der gut gelaunten, eleganten Damen und der aufregend präsenten Perfektion dieser Musik. Getragen und begleitet von drei exzellenten Jazz-Musikern präsentieren die Croonettes mit lässig sanftem Charme die melancholische Leichtigkeit jener Tage.

 

Geben Sie sich dem Schmelz der Zeit, den Erinnerungen, dem Glamour, der Glückseligkeit und nicht zuletzt auch den mondänen Damen hin.

 

Eine Nacht voller Seligkeit - Bon voyage!

 

Stefanie Vogler – Gesang

Harriet Middelhoek – Gesang

Stefanie Boltz – Gesang

Jan Eschke/Robert Probst – Klavier

Dieter Holesch – Schlaggitarre

Ludwig Leininger – Kontrabass

 

www.agentur-charis.de

 

Tickets jeweils Euro 25,- / 22,- / 19,- / 16,-

 

Maren Kroymann & Band – Gebrauchte Lieder

24. März 2009/ 20 Uhr

 

Als Film- und Fernsehheldin hat sich Maren Kroymann längst einen Namen gemacht, als bundesweite Nachtschwester hat sie die Nation kabarettistisch verarztet, als Interpretin ihrer Jugendidole Elvis Presley, Hank Williams und Dusty Springfield outet sie sich nun, mit ihrem Programm „Gebrauchte Lieder“, als begnadete Sängerin.

Der Songbogen hat es in sich, schreibt er doch gleichzeitig eine scharfsinnige Soziologie der Popkultur, wie er musikalisch einen bemerkenswerten Spagat über Country, Soul, Schlager, Pop und Rock wagt.

 

Musikalisch arrangiert wurde dieser Abend von Johannes Roloff, dem musikalischen Leiter der Geschwister Pfister.

 

Johannes Roloff/Bene Aperdannier - Klavier

Jürgen „Speedy“ Schäfer/Daniel Cordes - Bass

Ralf Lehmann/ Stefan Fiebig - Gitarre

Hans Schumann - Schlagzeug

 

www.marenkroymann.de

 

Tickets jeweils Euro 25,- / 22,- / 19,- / 16,-

 

Georgette Dee & Musiker

Dee Magic Music

27. / 28. März 2009/ 20 Uhr

 

„Bei ihr kriegt die Sehnsucht Flügel!“

Georgette Dee mit brandneuem Programm voller Musik. Ausgegraben hat die Diseuse mit dem weichen, rauchigen Timbre jede Menge Jazz- und Soulballaden. Lieder von Tom Waits, einiges von der Pianistin und Sängerin Roberta Flack und vom „Bird on the wire“- Leonard Cohen. Dazwischen kleine Verse, zarte Moderationen, die von Lied zu Lied führen.

 

Einen Abend voller Musik zum Zurücklehnen und Lauschen oder, wie die Dee sagt:

„Ein Sprudelbad für müde Seelen.“

 

„Sie will alles - sie gibt alles. Das Paradies vor den Pforten der Hölle.“ Le Monde

 

Jürgen Attig - Bass

Roland Cabezas - Gitarre

 

www.georgettedee.de

 

Tickets jeweils Euro 30,- / 26,- / 22,- / 18,-

 

Infos und Termine ab 15. Februar 2009 unter www.uferlos.or.at

 

Kartenvorverkauf im Theater Akzent telefonisch unter 01 501 65-3306 (Mo-Fr 13-18 Uhr), Tageskassa Argentinierstraße 37, 1040 Wien, www.akzent.at

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 41 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑