Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung im Hessischen Landestheater Marburg: AB JETZT ZUSAMMEN!/ Eine Komödie mit Musik über die Zugehörigkeit zur Unzugehörigkeit In einer eigenen Fassung des HLTMUraufführung im Hessischen Landestheater Marburg: AB JETZT ZUSAMMEN!/ Eine...Uraufführung im...

Uraufführung im Hessischen Landestheater Marburg: AB JETZT ZUSAMMEN!/ Eine Komödie mit Musik über die Zugehörigkeit zur Unzugehörigkeit In einer eigenen Fassung des HLTM

Premiere: 15.02.20, 19.30, Erwin-Piscator-Haus, Einführung: 19.00

Eine Komödie mit Musik über die Zugehörigkeit zur Unzugehörigkeit. ---- Es gibt ein Großbritannien vor dem Streik 1984/85 und eines danach. Die konservative, neoliberale Thatcher-Regierung plant dutzende Kohlebergwerke zu schließen und tausende Arbeitsplätze abzubauen. Die stärkste Gewerkschaft Großbritanniens, die Gewerkschaft der Bergarbeiter*innen beschließt den Streik.

 

Copyright: Jan Bosch

Was folgt, sind 12 Monate der Entbehrungen, der Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Polizisten und die Spaltung eines ganzen Landes. In dieser Situation finden sich die einst angesehenen Bergarbeiter*innen plötzlich als Außenseiter*innen wieder, bezeichnet als Feinde der Demokratie, Feinde im Inneren. Der so selbstbewusst begonnene Streik droht zu scheitern.

Auch in dem kleinen walisischen Ort Dulais formiert sich der Widerstand, der die eingeschworene Dorfgemeinschaft zu zerbrechen droht. Als das Durchhalten des Streiks schon nicht mehr möglich erscheint, erhalten sie unverhofft Hilfe: Im weit entfernten London hat sich die Gruppe „LGSM – Lesben und Schwule unterstützen die Bergarbeiter“ gegründet. In der Überzeugung, dass es in diesem Streik nicht nur um Arbeitsplätze geht, sondern um die Frage wie die politische und gesellschaftliche Zukunft gestaltet sein sollte, sammeln sie Geld auf Londons Straßen und bringen ihre Unterstützung nach Dulais. Auf den ersten Blick völlig unvereinbar, erkennen die beiden Gruppen in dieser Situation der Ausgrenzung, dass sie mehr verbindet als trennt. Dass Solidarität und Respekt lang gehegte Vorurteile und Ressentiments beiseite wischen können.

Dieser, auf wahren Begebenheiten beruhende Theaterabend, ist eine fast schon magische Geschichte über die Möglichkeit über den eigenen Tellerrand hinauszusehen und gemeinsam ein neues WIR zu schaffen, das die Kraft hat, die unumstößlich scheinende Realität zu verändern. Musikalisch, humorvoll erzählt dieser Theaterabend von einem beeindruckenden Kapitel der jüngsten Vergangenheit. Ein Abend für alle Menschen ab 13 Jahren, denen Solidarität wichtig ist. Eine Geschichte über die Chance, Vorurteile aufzugeben und über die Gewissheit, dass ein gemeinsames WIR möglich ist, egal in welcher Realität wir zu verharren scheinen.

Besetzung:
Winnie – Saskia Boden-Dilling
Mark – Metin Turan
Paula – Lisa Grosche
David – Dominik Bliefert
Colin – Jürgen Helmut Keuchel
Nicki – Anna Rausch
Rave – Ben Knop
John – Camil Morariu
Alex – Harwin Kravitz
Doyle – Daniel Sempf
Tante Lou – Annelie von Lieres
Trailer-Gaststars: Sven Brormann, Mechthild Grabner
Die Band: Sven Demandt, Christian Keul, Burkhard Mayer
Der Chor: Doris Betz, Petra Bremer, Sabina Kaiser, Karin Klein, Martin Künstler, Hanne Rinke, Kaya Rogge und Björn Struckmeier

Regie: Carola Unser
Bühne & Kostüme, Videoschnitt: Anna Dischkow-Braml
Musikalische Leitung: Christian Keul
Kamera: Benjamin Lüdtke
 Dramaturgie: Lotta Seifert
 Theaterpädagogik: Michael Pietsch

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑