Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Verminte Seelen" Ein Schauspiel-Projekt des Theaters St.Gallen zum Thema Administrative Versorgung Uraufführung: "Verminte Seelen" Ein Schauspiel-Projekt des Theaters...Uraufführung: "Verminte...

Uraufführung: "Verminte Seelen" Ein Schauspiel-Projekt des Theaters St.Gallen zum Thema Administrative Versorgung

Premiere Dienstag, 28. Mai 2019, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen

Bis vor rund vierzig Jahren konnten in der Schweiz Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne Gerichtsentscheid administrativ versorgt werden, wenn ihre Lebensweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Mit diesem dunklen Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte befasst sich das Schauspiel-Projekt Verminte Seelen des Theaters St.Gallen.

 

 

Sie wurden als arbeitsscheu, liederlich oder asozial gebrandmarkt: Menschen, die mit ihrem Lebensstil nicht den Vorstellungen der Gesellschaft entsprachen. Unter dem Titel „Administrative Versorgung“ hatte der Staat bis 1981 das Recht, sie in Arbeitserziehungsanstalten, Strafanstalten, Erziehungsheime oder Psychiatrien einzuweisen. Nach willkürlichen Massstäben entschieden Beamte darüber, wer „nacherzogen“ werden sollte. Oft wurden diese Menschen als unbezahlte Arbeitskräfte missbraucht, es kam auch zu Zwangssterilisationen, Zwangsadoptionen und Medikamententests.

Verminte Seelen basiert auf einer umfangreichen Recherche, dem Studium von Akten und Interviews mit Betroffenen. Aus diesem Material ist ein Stück entstanden, das die bewegenden Erlebnisse administrativ versorgter Menschen exemplarisch und hautnah am Schicksal einzelner Figuren erzählt. Nach Das Schweigen der Schweiz und Lugano Paradiso setzt das Theater St.Gallen mit diesem Stück die Reihe von Auftragswerken fort, in denen sich Schweizer Autorinnen und Autoren mit aktuellen politischen Themen ihres Landes auseinandersetzen.

Regie führt Barbara-David Brüesch, die Hausregisseurin des Theaters St.Gallen, von der zuletzt Geschichten aus dem Wiener Wald und Szenen einer Ehe zu sehen waren. Es spielen Mitglieder des Schauspielensembles des Theaters St.Gallen.

Inszenierung                Barbara-David Brüesch
Bühne                    Markus Karner
Kostüm                Heidi Walter
Musik                    Christian Müller
Licht                    Rolf Irmer
Dramaturgie                Anja Horst

Mit                    Birigt Bücker
                    Diana Dengler
                    Pascale Pfeuti
                    Fabian Müller
                    Bruno Riedl
                    Marcus Schäfer

Die weiteren Vorstellungen bis Saisonende
Donnerstag, 6. Juni 2019, 20 Uhr
Mittwoch, 12. Juni 2019, 20 Uhr
Donnerstag, 20.Juni 2019, 20 Uhr

Nachgespräche
Im Anschluss an die Vorstellungen vom 6.und 20. Juni finden Nachgespräche statt

Wiederaufnahme
Mittwoch, 20. November 2019, 20 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑