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Uraufführung: BILDERGESCHICHTEN I - Liebe, diesseits, jenseits von Feridun Zaimoglu / Günter Senkel, Theater Kiel

Premiere 25. November 2011 | 19 Uhr | Kunsthalle zu Kiel , (Düsternbrooker Weg 1. ---

Eine Führung durch die Kieler Kunsthalle. Zwei Besucher stehen im ersten Raum der Sammlung vor dem Bild „Don’t mess with Jill, dem Verfeinerer der Geschichte“ des berühmten Malers Daniel Richter – alles scheinbar ganz alltäglich.

 

Doch auf einmal beginnen die beiden Kunstinteressierten zu sprechen, werden zu Figuren in einer Inszenierung und ziehen die Zuschauer mitten hinein in eine abgründige Geschichte voller Liebe, Eifersucht und Tod, die weit über die Grenzen des Diesseits hinausführt. Ein ganz handfestes Eifersuchtsdrama verbindet sich mit einem Weg am Rande des Schattenreichs, realistische Liebesgeschichte und mythisch-religiöse Motivebenen mischen sich, immer in mal engerer, mal freierer Assoziation zu einzelnen Werken der Ausstellung.

 

Die Autoren:

 

Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren, ist in Deutschland aufgewachsen, studierte Kunst und Humanmedizin und lebt seit 1985 in Kiel. Zaimoglu ist einer der profiliertesten und erfolgreichsten deutschen Schriftsteller und sowohl dem Schauspiel Kiel als Dramatiker als auch der Kunsthalle zu Kiel als bildender Künstler seit Jahren eng verbunden. Sein großer literarischer Durchbruch gelang ihm 1998 mit dem Roman „Abschaum“, der 2000 unter dem Titel „Kanak Attack“ erfolgreich verfilmt wurde. Es folgten mehrere Bestseller wie z.B. „Leyla“, „Liebesbrand“, „Hinterland“ und zuletzt sein aktueller Roman „Ruß“. Sein Werk wurde mit vielen Preisen bedacht, u.a. erhielt Zaimoglu 2002 den Friedrich-Hebbel-Preis; beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2003 bekam er den Preis der Jury zugesprochen, 2005 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, 2006 erhielt er den Kulturpreis des Landes Schleswig-Holstein, 2007 den Grimmelshausen-Preis und 2010 den Kulturpreis der Stadt Kiel.

Auch als Dramatiker ist Zaimoglu sehr erfolgreich. Eigene Stücke und Bearbeitungen, die stets in enger Zusammenarbeit mit Günter Senkel entstehen, werden an vielen großen Häusern gespielt, zuletzt u.a. eine bemerkenswerte HAMLET-Version am Thalia Theater Hamburg und im Auftrag der Münchner Kammerspiele das Stück ALPSEGEN. Das erste Stück der beiden HALB SO WILD kam jedoch 2004 am Schauspiel Kiel zur Uraufführung, woraus eine kontinuierliche Zusammenarbeit entstand, die sich mit ebenso eigenständigen wie eigenwilligen Shakespeare-Adaptionen fortsetzte: ROMEO UND JULIA und zuletzt JULIUS CAESAR.

Auch als bildender Künstler ist Zaimoglu immer wieder auch und gerade in Kiel aktiv. Für die Ausstellung ACCESSOIREMAXIMALIMUS hüllte er z.B. 2003 die komplette Außenfassade der Kunsthalle zu Kiel mit türkischen Fahnen ein.

 

Günter Senkel

Günter Senkel wurde 1958 in Neumünster geboren. Unter anderem arbeitete er als Plakatierer, Speditionskraftfahrer und Getränkeflaschen-Sortierer. Sein Physikstudium gab er zugunsten einer eigenen Buchhandlung in Kiel auf, wo er seit 1997 als freier Autor lebt. Zusammen mit Feridun Zaimoglu schrieb er diverse Drehbücher, u.a. Brandmal, das 1998 mit dem Drehbuchpreis der Medienstiftung Schleswig-Holstein (MSH) ausgezeichnet wurde. Vor allem aber entstehen alle dramatischen Texte als Teamarbeit des erfolgreichen Autorenduos.

 

Eine Kooperation zwischen dem Schauspiel Kiel und der Kunsthalle zu Kiel und gleichzeitig der Auftakt zu einer ganz besonderen Reihe von Uraufführungen: Die Sammlungspräsentation der Kunsthalle zu Kiel, die als lebendige Kollektion jährlich neu eingerichtet wird, dient dem Kieler Bestsellerautor Feridun Zaimoglu und seinem Co-Autor Günter Senkel zugleich als Inspiration zu Stücken, BILDERGESCHICHTEN eben, die dort vor Ort zur Urauffühung kommen.

 

Regie: Nora Mansmann | Ausstattung: Christine Hielscher

 

Mit: Isabel Baumert, Rainer Jordan, Agnes Richter, Ksch. Almuth Schmidt, Felix Zimmer

 

Aufgrund des beschränkten Platzkontingents werden zwei Vorstellungen pro Abend gezeigt. Wegen des besonderen Charakters der Aufführung sind während der Vorstellung keine Sitzplätze vorgesehen.

 

LIEBE, DIESSEITS, JENSEITS wird bis zum 7. Januar an insgesamt 7 Terminen gezeigt, der zweite Teil der BILDERGESCHICHTEN ist im Anschluss daran für den März 2012 geplant.

 

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