Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Matto regiert" - Eine kriminalistische Spurensuche nach Friedrich Glauser im Landestheater InnsbruckUraufführung: "Matto regiert" - Eine kriminalistische Spurensuche nach...Uraufführung: "Matto...

Uraufführung: "Matto regiert" - Eine kriminalistische Spurensuche nach Friedrich Glauser im Landestheater Innsbruck

Premiere 5. März 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

 

Der Direktor einer psychiatrischen Anstalt ist verschwunden, der Patient Pieterlen, ein Kindsmörder, ausgebrochen. Um den Fall aufzuklären, wird der eigensinnige Wachtmeister Studer hinzugezogen, der den toten Klinikdirektor schließlich im Liftschacht findet.

Die Suche nach dem Täter tritt jedoch zusehends in den Hintergrund; je mehr ihm der undurchsichtige stellvertretende Direktor Dr. Laduner von der Welt der Geisteskranken und der modernen Psychiatrie erzählt, desto weniger versteht Studer. Denn in den Grenzregionen von Vernunft und Irrationalität, die keineswegs immer so klar voneinander zu trennen sind, regiert Matto, der Geist des Wahnsinns.

 

Friedrich Glausers Matto regiert aus dem Jahr 1936 ist ein atmosphärisch dichter, sozialkritischer und zugleich autobiographisch inspirierter Kriminalroman, der zweite um den mittlerweile berühmten Wachtmeister Studer. In seinem Streifzug durch „Mattos Reich“ begegnet Studer zahlreichen einfühlsam und überzeugend gezeichneten Figuren, die letztlich an den herrschenden sozialen Verhältnissen, an patriarchalen Machtstrukturen oder schlicht an der stumpfen Grausamkeit ihrer Mitmenschen gescheitert sind und deshalb zu Irren oder Verbrechern wurden. Diese Anstaltswelt mit ihren eigenen Regeln erlebte Glauser selbst, als er sich wegen seiner Morphiumsucht viele Male behandeln lassen musste.

 

Das Leben des Schweizer Autors, der 1896 in Wien geboren wurde und 1938 mit nur 42 Jahren starb, ist ein einziger Schleuderkurs zwischen Heilanstalt, Fremdenlegion und Gefängnis, zwischen Selbstmordversuchen, Drogensucht und Kleinkriminalität. Die einzige Konstante seiner Biographie ist das Schreiben. Er gilt als erster deutschsprachiger Autor, der den Kriminalroman salonfähig gemacht hat. Heute ist der „Glauser“ der wichtigste deutsche Krimipreis.

 

Chefdramaturgin Doris Happl und Regisseur Hanspeter Horner haben den Roman für die Bühne adaptiert.

 

Mit:

Wachtmeister Studer ………… Elmar Drexel

Dr. Laduner ……………………. Burkhard Wolf

Frau Laduner ………………….. Eleonore Bürcher

Pieterlen…………….. Stefan Riedl

Frl. Wasem …………………….. Ulrike Lasta

Portier Dreyer / Oberst Caplaun.Walter Sachers

Schül / Herbert Caplaun ……… Gerd Beyer

Pfleger Gilgen / Fall …………… Michael Arnold

Köchin Kölla / Tennispartnerin /

Fall ……

Janine Wegener

Ärztin …………………………… Petra-Alexandra Pippan

Nachtwächter Bohnenblust /

Fall

Philipp Rudig

Akkordeonist …………………… Harald Pröckl

Weitere Aufführungstermine:

März: 9., 16., 25.

April: 7., 28., 29.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑