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Uraufführung: "Tod-krank.Doc" von Elfriede Jelinek, Theater Bremen

Premiere am Freitag, den 29. November 2013, um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----

Elfriede Jelinek verfasste den Text „Tod-krank.Doc“ auf Wunsch ihres künstlerischen Wegbegleiters Christoph Schlingensief. In den letzten Jahren vor seinem Tod verarbeitete dieser seine Krebserkrankung offensiv in der Kunst.

Für die Ready-Made-Oper „Mea Culpa“ verwendete er dann allerdings nur einige Zeilen aus „Tod-krank.Doc“. Seither hat Jelinek von einer Inszenierung an anderem Ort abgesehen. Von den sechs Teilen wurde bis heute nur ein Teil, nämlich „Im Bus“, aufgeführt – für das Theater Bremen gab Elfriede Jelinek nun den gesamten Text zur Uraufführung frei.

 

Die verschiedenen Teile des Textes verbindet thematisch das unfassbare Hereinbrechen von etwas Unvorhergesehenem, einer Katastrophe, die ein Leben schlagartig verändert: Eine Diagnose, ein Unfall, Missbrauch und Gewalt. Jelinek stellt Fragen nach dem Täter- und/oder Opfer-Sein, nach Schuld, Schicksal und Verantwortung. Sie findet eine sprachgewaltige Form für die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens und der menschlichen Seele und schafft ein Plädoyer für das Leben.

 

Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten zeitgenössischen Dramatikerinnen im deutschsprachigen Raum. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit Missständen im öffentlichen, politischen sowie privaten Leben. Neben der Krankheit von Christoph Schlingensief verarbeitet sie in „Tod-krank.Doc“ weitere reale Ereignisse, unter anderem das Busunglück in München Trudering 1994 und den Fall des österreichischen Straftäters Josef Fritzl.

 

Nach der erfolgreichen Inszenierung von „Aber sicher!“ in der letzten Spielzeit ist „Tod-krank.Doc“ bereits die zweite Uraufführung eines Jelinek-Stücks am Theater Bremen.

 

Der Regisseur Mirko Borscht ist sowohl durch seine Arbeiten im Film, als auch als Theaterregisseur bekannt. Er war unter anderem am Thalia Theater Halle, am Centraltheater Leipzig und am Jungen Schauspiel Hannover als Regisseur tätig, in der laufenden Spielzeit inszeniert er erstmals auch am Maxim Gorki Theater in Berlin. Am Theater Bremen inszenierte er in der letzten Spielzeit „Europa“, nach dem Film von Lars von Trier; außerdem erarbeitete er mit 36 Akteuren im Alter von 13 bis 78 Jahren ein Projekt über den Rechtsextremisten Odfried Hepp, welches unter dem Titel „Larger than Life“ sehr erfolgreich aufgeführt wurde.

 

Regie: Mirko Borscht

Bühne: Christian Beck

Kostüme: Elke von Sivers

Dramaturgie: Regula Schröter

 

Mit: Karin Enzler, Betty Freudenberg, Lisa Guth, Michael Janssen, Susanne Meyer, Gabriele Möller-Lukasz, Matthieu Svetchine

 

Weitere Termine unter www.theaterbremen.de

 

 

 

 

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