Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "When shall we three meet again?" in MünchenUraufführung: "When shall we three meet again?" in MünchenUraufführung: "When...

Uraufführung: "When shall we three meet again?" in München

Premiere am 8. Dezember 2006, 20.30 Uhr im theater ... und so fort, Hans-Sachs-Str. 12 • 80469 München.

Eine Theaterperformance von Heiko Dietz nach dem Buch "Schmetterling und Taucherglocke" von Jean-Dominique Bauby.

 

Der Mensch ist sich selbst das größte Rätsel im Universum.

Für Sophokles war es „das Gewaltigste auf Erden“.

 

 

Der philosophischen Tradition des Abendlandes zufolge wird der „Aufbau der Person“ (Philipp Lersch) in Leib, Seele und Geist unterteilt. Gliederungen dieser Art finden wir doch bereits bei Aristoteles oder Platon (Begierde, Wille, Verstand) oder in der modernen Tiefenpsychologie (Es, Ich, Über-Ich).

 

Was ist der Mensch, wenn er auf eine der drei Säulen seines Seins verzichten muss?
Ist er dann überhaupt lebensfähig? Wann beginnt der Mensch? Wann endet er?

 

Nach dem Monolog "Adams Nabel", den ersten beiden Teilen seiner trashigen Hohnebechel-Saga („Schön ist’s auf Mallorca“, „Die Trompeten von Jesolo“), seinem Antikriegsstück "wehr.krieg.macht…" und dem Verwirr-spiel "Marilyn & Ich", kommt diesmal was ganz anderes von Heiko Dietz.

 

„When shall we three meet again?“ ist Theater, ist Musik, ist Tanz.
Nachdenklich, heiter, ernst und komisch.
„When shall we three meet again?“ ist ein Bilderbuch, ein Schallraum, ein Gedankenpanoptikum, welches Sie im Anschluss getrost mit nach Hause nehmen dürfen…

 
Transportmittel des Projektes „When shall we three meet again“ ist das Buch „Schmetterling und Taucher-glocke“ von Jean-Dominique Bauby, der 43 Jahre lang das Leben eines „Erdenbürgers in perfektem Marschzustand“ führte, bis das Schicksal seinen Körper „aus dem Verkehr zog“.

Der 8. Dezember 1995 ist für den „Elle“-Chefredakteur Bauby ein ganz normaler Freitag. Doch plötzlich ein schwarzes Loch – ein Hirnschlag. Nach zwanzig Tagen Koma erwacht Bauby völlig gelähmt. Er kann nicht mehr selbständig atmen, essen, sprechen, schlucken. Einzig sein linkes Augenlid kann er noch bewegen.

Und denken, sich erinnern.

Eine vollkommen neue Art des Daseins. Sein linkes Auge wird die einzige Verbindung zur Außenwelt. Sprachtherapeuten lehren ihn ein neues Alphabet, in dem die am häufigsten vorkommenden Buchstaben am Anfang stehen. Seine Freunde ermuntern den Mann, ein Buch zu schreiben. Sein Verleger schickt ihm die Redaktions-Assistentin Claude Mendibil. Sie notiert geduldig einen ganzen Sommer, was Bauby ihr mit seinem Augenzwinkern diktiert. Daraus entsteht "Schmetterling und Taucherglocke", ein Buch mit 28 Kapiteln. Es ist ironisch, sarkastisch, voller Humor, beobachtend, würdig, aber niemals wehleidig. Bauby erzählt sein zweites Leben im Krankenbett.

Die unmögliche Reportage eines unmöglichen Lebens.

Das Buch gilt als einzigartiges Dokument. Erstmals berichtet ein Opfer des "Locked-In-Syndroms", was in einem Menschen vorgeht, der äußerlich zur Statue erstarrt, geistig jedoch quicklebendig geblieben ist.

 
„Gibt es in diesem Kosmos einen Schlüssel, um meine Taucherglocke aufzuriegeln? Eine genügend starke Währung, um meine Freiheit zurückzukaufen? Ich muss anderswo suchen. Ich mache mich auf den Weg.“ (J.-D. Bauby)

 

Was ist der Mensch?...

 
Weitere Vorstellungen:

9. / 10. / 11. / 15. / 16. / 18. / 21. / 22. Dezember 2006;

5. / 6. / 7. / 8. / 11. / 15. / 18. / 19. / 20. Januar 2007

jeweils 20.30 Uhr

 

Eine Produktion des theater ... und so fort

mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der LH München

und THETA e.V.

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑