Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
VASSA SHELESNOVA von Maxim Gorki im Berliner EnsembleVASSA SHELESNOVA von Maxim Gorki im Berliner EnsembleVASSA SHELESNOVA von...

VASSA SHELESNOVA von Maxim Gorki im Berliner Ensemble

Premiere, Freitag, 23. März, 19.30 Uhr. -----

Maxim Gorki gilt als der große russische „Realist“ – und sozusagen als Gegenspieler Tschechows. Da wo Tschechow liebt, schaut Gorki mit kaltem Blick hinter die Fassaden.

Erbarmungslos und ohne Hoffnung erzählt er von den Abgründen und dem (berechtigten) Niedergang der bürgerlichen Gesellschaft. Und er verschont dabei nichts und niemand: Verlogenheit, Betrug, Geiz, Alkoholismus, Eifersucht – ja sogar Erpressung und Mord herrschen dort, wo der Glaube fehlt, die Liebe aufhört und die Hoffnung schon lange begraben ist.

 

Vassa Shelesnova, Unternehmerin, Mutter zweier Töchter und Ehefrau des ehemaligen Kapitäns und Glücksspielers Sergej, versucht mit allen Mitteln einen Prozess, der gegen ihren Mann wegen Kinderschändung eingeleitet ist, abzuwenden. Der öffentliche Skandal soll unter allen Umständen vermieden, die unverheirateten Töchter geschützt werden. Sergej stirbt. Selbstmord? Mord? Doch die Familie kracht an allen Seiten auseinander.

 

Eine der Töchter, „Mutters Liebling“, stürzt sich in verhängnisvolle Exzesse; Vassas Bruder – auch er ein Trinker – schwängert ein Dienstmädchen – und auch sie verschwindet unter ungeklärten Umständen. Als die Schwiegertochter Vassas, die im Untergrund als Revolutionärin für eine ganz andere, neue Gesellschaft kämpft, auftaucht und ihren kleinen Sohn zu sich nehmen will, um ihn aus der zersetzenden Atmosphäre des Hauses zu retten, zeigt Vassa ihre ganze Härte und Unerbittlichkeit: um ihr Unternehmen zu sichern, verweigert sie der Mutter das Kind, zeigt Härte da, wo vielleicht nur noch Liebe helfen konnte… Doch die Katastrophe ist nicht aufzuhalten, das „Imperium“ stürzt, Vassa stirbt… Am Ende übernimmt die intrigante Sekretärin und ein zwielichtiger Chauffeur das, was von dem Trümmerhaufen geblieben ist: das Geld…

 

Mit: Swetlana Schönfeld als Vassa und

Claudia Burckhardt, Larissa Fuchs, Johanna Griebel, Laura Mitzkus, Marina Senckel, Katharina Susewind; Roman Kaminski, Michael Kinkel, Dieter Montag, Felix Tittel

 

Regie und Bühne: Manfred Karge

Kostüme: Jessica Karge

Musik: Alfons Nowacki

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑