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Witold Gombrowicz, "Yvonne, Prinzessin von Burgund" im Stadttheater Bern

Premiere Samstag, 12. April, 19.30 Uhr, Vidmar:1

 

Am Hof von Burgund. Der König und die Königin ergehen sich mit ihrem Gefolge an den täglichen Lustbarkeiten. Man spielt Bridge, bewundert den Sonnenuntergang und erquickt mit seinem Anblick die Untertanen.

 

Ihr Sohn Prinz Philipp leidet an diesem satten, reibungslosen Leben, das für ihn vor allem darin besteht, die junge Damenwelt mit amourösen Abenteuern zu beglücken. Ihn selbst interessieren jedoch diese erotischen Affären schon lange nicht mehr. Das Amüsement ist längst zur Pflichtübung verkommen.

 

Gelangweilt von dieser Routine ist der Königssohn auf der Suche nach einem Ereignis, das Abwechslung in sein Leben bringt. Da läuft ihm Yvonne über den Weg. Eine Frau, die - wie spannend - von der Hofetikette anscheinend keine Ahnung hat, und die - was gegen alle Konventionen verstösst - zudem ausnehmend hässlich ist.

 

Durch ihre sperrige Andersartigkeit erweckt sie das Interesse des Prinzen, der sich spontan entschliesst, die wortkarge Unbekannte zu heiraten. Ab sofort ist Yvonne in der reibungslos funktionierenden höfischen Gesellschaft der Sand im Getriebe, der Dorn im Fleisch. Und mit ihrer strikten Weigerung, sich der Etikette zu fügen, macht sie die Hohlheit des Hofstaats offensichtlich. Sie wird zur Bedrohung für das Establishment.

 

Als sie gar zu erkennen gibt, dass sie den Prinzen liebt, ist die Toleranzgrenze überschritten. Die höfische Gesellschaft sinnt auf Abhilfe und veranstaltet ein pompöses Festessen mit Todesfolge. Yvonne verschluckt sich an einer Fischgräte und stirbt. Posthum wird sie zur Prinzessin von Burgund erhoben.

 

Inszenierung Matthias Kaschig

Bühne Michael Böhler

Musik Michael Frei

Kostüme Stefani Klie

Neuübersetzung Olaf Kühl

 

König Ignaz Ernst C. Sigrist

Königin Margarethe Henriette Cejpek

Kammerherr Stefano Wenk

Prinz Philipp André Benndorff

Yvonne Lucy Wirth

Isa Friederike Pöschel

Cyryll Sebastian Edtbauer

Tanten / Hofdamen Sabine Martin / Patricia Bornhauser

Innozenz Heiner Take

 

 

 

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